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© LNM AG

Mit Samity Linux erlebt die Distribution Sam Linux ein Revival

Runderneuert

Sam Linux war einige Jahre eine beliebte Linux-Distribution für Einsteiger. Jetzt tritt Samity Linux in seine Fußstapfen.

Mit mehr als fünf Jahren beständiger Entwicklung gehörte Sam Linux aus Sachsen bereits zu den älteren Semestern in der Linux-Szene. Nachdem das Projekt Anfang 2010 aufgrund technischer Schwierigkeiten zu scheitern drohte, entstand nun in einem Neuanfang mit Samity Linux ein interessantes Revival, das seine Traditionen nicht verleugnet und innovative Software auf dem Desktop mit bewährtem Unterbau verbindet.

Samity Linux – inzwischen steht das System in Version 2010 und als Release Candidate 2011 bereit – nutzt als Basis nicht mehr PCLinuxOS, sondern die noch recht junge Core-Distribution Unity Linux. Als Endanwender bemerken Sie den Wechsel der Basisdistribution jedoch kaum, da Unity Linux genauso wie PCLinuxOS auf dem französisch-brasilianischen Mandriva Linux basiert und damit eine exzellente Usability aufweist.

Auf dem Desktop bleibt Samity jedoch den Traditionen treu und setzt auf XFCE, der als schlankere Alternative zu Gnome oder KDE auch noch auf betagteren Rechnern eine gute Figur abgibt. Auch das grüne Theme ist geblieben, während die Entwickler die Auswahl der Software deutlich modifiziert und modernisiert haben.

Auf die Platte

Das rund 690 MByte große ISO-Image für 32-Bit-Systeme finden Sie im Netz [1] und auf der ersten Heft-DVD, Seite A. Nach dem Brennen der bootfähigen CD fallen zunächst ungewöhnlich viele Einträge im Startmenü auf: Samity bietet hier – wie von besonders schlanken Distributionen her bekannt – einen Eintrag Copy to RAM, der das gesamte Betriebssystem in den Arbeitsspeicher lädt und somit deutlich agiler wirkt als beim Einsatz von Festplatte oder gar optischem Laufwerk.

Im Live-Modus beginnt Samity seine Arbeit mit den von Mandriva One her bekannten Einstellungsmenüs zum Lokalisieren. Das System bootet sodann in einen in dunklen Grüntönen gehaltenen XFCE-Desktop, der am unteren Rand eine Panelleiste aufweist und am oberen Bildschirmrand eine dreidimensionale animierte Icon-Leiste mit den am häufigsten verwendeten Applikationen. Zusätzlich erscheint noch eine Analoguhr im rechten oberen Bildschirmbereich.

Mithilfe des auf dem Desktop befindlichen Starters Samity Installer bringen Sie das System bei Bedarf dauerhaft auf der Festplatte unter. Bei Abfrage des Administrator-Passwortes geben Sie root ein, um die Software zu starten. Anschließend leitet Sie die von Mandriva bekannten Installationsroutine in wenigen Schritten zum Ziel.

Probleme treten in einigen Fällen auf, wenn Sie die Festplatte mit einem ungewöhnlichen Partitionsschema versehen haben: Manche Distributionen wie beispielsweise Fedora richten während der Installation selbst bei nur einer vorhandenen Festplatte im System über den Logical Volume Manager eine dynamische Partition ein. Mit dieser bei mehreren Massenspeichern in einem Rechner durchaus sinnvollen Angelegenheit entstehen jedoch für die meisten Standard-Installationsroutinen unter Linux Probleme.

Daher müssen Sie bei Samity in einem solchen Fall zunächst ein übliches Schema herstellen. Da auf der Live-CD bereits das dazu bestens geeignete Programm Gparted beiliegt, stehen Sie hierbei jedoch nicht vor unüberwindlichen Hindernissen. Anschließend packt der Installer rund 2,7 GByte Daten auf die Festplatte und legt nach einem Neustart des Systems nach Vorgabe noch die entsprechenden Nutzer und Passwörter an. Danach ist das System einsatzbereit.

Modernes Outfit

Beim ersten Kontakt fällt zunächst das aufgeräumt wirkende Hauptmenü von Samity auf, in dem Sie alle aktuell verfügbaren Applikationen in dreispaltiger Ansicht präsentiert bekommen. Die übliche Struktur wie in den Gnome-Menüs mit den Gruppen Anwendungen, Orte und System haben die Entwickler beibehalten.

Ein genauerer Blick in die einzelnen Untermenüs zeigt jedoch teils erstaunliche Neuerungen: So finden Sie hier nicht nur Programme aus dem XFCE-Fundus wie den Webbrowser Midori oder den einfachen Audio-Player XFMPC, sondern auch Gnome- und sogar KDE-Applikationen.

Diverse weniger bekannte Programme wie der Foxit-Reader zum Darstellen von PDF-Dateien reichern diese Sammlung noch zusätzlich an. Zu den eher exotischen, jedoch wieselflink auf älterer Hardware arbeitenden Applikationen zählt zudem Clementine [2], ein ressourcenschonender Konkurrent von Rhythmbox und Amarok.

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