Mandriva 2010.1

Als dritter Proband trat das französisch-brasilianische Mandriva 2010.1 an. Die Installation der 32-Bit-Variante verlief ohne Probleme. Nach dem Neustart des Tablet-PCs und anschließendem Aufruf des Kontrollzentrums stellte sich heraus, dass das System die Webcam aus dem Stand korrekt konfiguriert hatte. Darüber hinaus installiert Mandriva Cheese gleich mit. Sie finden es im Menü Anwendungen | Unterhaltungsmedien.

Während es mit den über die Webcam aufgezeichneten Videosequenzen bei längerer Aufnahmedauer bei der Standard-SXGA-Auflösung aufgrund der geringer CPU-Leistung des Tablet-PCs noch etwas haperte, gelangen Standbilder einwandfrei. Der eingestellte Gnome-Desktop ließ sich ohne weitere Konfiguration mit dem Stift sofort präzise steuern. Gegenüber der herkömmlichen Arbeitsweise mit der Maus ergaben sich sogar Vorteile in Bezug auf die Geschwindigkeit.

Der FBReader gelangte in der neuesten Version bequem über das Kontrollzentrum auf die Platte. Ein Klick auf den Starter E-book Reader im Menü Anwendungen | Bildung lädt das Programm zunächst in den Standardeinstellungen. Durch einen Klick auf die zweite Schaltfläche von rechts in der Buttonleiste im Programmfenster drehen Sie den Fensterinhalt um 90 Grad, sodass Sie E-Books auf dem Tablet-PC wie mit einem herkömmlichen E-Book-Lesegerät ansehen. Die komplette Oberfläche des FBReader ließ sich sodann komfortabel mit dem Stift bedienen. Beim Verlassen des Programms speichert dieses die Einstellungen automatisch ab und zeigt beim nächsten Start die E-Books voreingestellt im Hochformat an.

Die zur mobilen Kommunikation gedachte UMTS/HSPA-Hardware erkannte Mandriva sofort nach Einschieben einer SIM-Karte in den entsprechenden Slot unterhalb des Akkus und konfigurierte sie betriebsbereit, so dass nach Eingabe der Providerdaten im Kontrollzentrum ein schneller Zugang ins Internet möglich war (Abbildung 2).

Abbildung 2: Unter Mandriva zeigten sich keine Schwächen beim Support der verbauten Hardware.

OpenSuse 11.3

Ebenfalls unauffällig verlief die Installation von OpenSuse 11.3 auf dem Tablet-PC. Nach dem anschließenden Neustart ließ sich der Gnome-Desktop direkt mit dem Stift steuern, reagierte jedoch etwas unwillig bei schnellen Bewegungen. Zudem stach ein weiteres Manko der OpenSuse-Konfiguration ins Auge: Die im Akku-Betrieb äußerst aggressiven Energiesparoptionen dunkeln den Bildschirm bei Inaktivität bereits nach wenigen Sekunden in jeder Konfiguration deutlich ab, so dass sich darauf nichts mehr erkennen ließ.

Dies stört insbesondere bei der Lektüre von E-Books im Hochformat, weil Sie dabei nicht im Sekundentakt scrollen und somit der Bildschirm ständig seine Helligkeit verändert. Es gilt also, die entsprechenden Optionen zum Energiesparen im Kontrollzentrum im Abschnitt Hardware | Energieverwaltung im Reiter Im Akkubetrieb zu deaktivieren.

Erfreulicher gestaltete sich dagegen das einfache Einrichten der UMTS/HSPA-Karte: Wie Mandriva 2010.1 erkannte auch OpenSuse 11.3 das Ericsson-Modem und ermöglichte nach dem Hinterlegen der Anbieterdaten den schnellen Internet-Zugang. Ebensowenig war die Funktion der Webcam zu beanstanden: Auch OpenSuse setzt auf Cheese und bringt Videosequenzen mit einer Standard-SXGA-Auflösung (1280 x 1024 Punkte) auf den Desktop.

Wie bei den anderen Distributionen ließen sich jedoch längere Videosequenzen in dieser Auflösung nur ruckelnd aufzeichnen. Hier bleibt nur der Ausweg, die Auflösung in den Einstellungen der Software zu verringern. Ärgerlich, weil für Einsteiger nicht unproblematisch, gestaltete sich bei OpenSuse die Installation des FBReaders. Dieser ließ sich wegen diverser nicht erfüllter Abhängigkeiten nur nach einem umständlichen Prozedere zur Mitarbeit bewegen, funktionierte dann aber tadellos per Stiftsteuerung.

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Kommentare
Sehr hilfreich Artikel
Peter (unangemeldet), Freitag, 25. August 2017 10:22:35
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Sehr guter Artikel. Er spricht die typischen Linux-Schwaechen an, wird an keiner Stelle unsachlich und hilft, die größeren Probleme sicher zu umschiffen. Das gibt's in keinem Linux-Forum.



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