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© Cirrus7

Zuckerwürfel

Kleiner und leiser Mini-PC mit Ubuntu-Support

18.04.2011
Kompakt, schnell, leise – der Cirrus7 One bringt die Leistung großer Desktop-PCs im kompakten Format auf den Schreibtisch.

Viele Computer-Hersteller, die Systeme mit einem vorinstallierten Linux vertreiben, bescheren dem Käufer ein recht trauriges Linux-Erlebnis: Das System dient eigentlich nur dazu, die Hardware nicht ohne Betriebssystem vertreiben zu müssen. Echtes Interesse, gute Computer mit einem gut konfiguriertem System zu vertreiben, haben nur wenige Händler.

Zu den Ausnahmen zählt der Hersteller Cirrus7 aus Esslingen bei Stuttgart. Er bietet seinen kleinen Mini-PC Cirrus7 One [1] mit vorinstallierten Ubuntu an, das die Cirrus7-Entwickler speziell auf die im Rechner verbaute Hardware optimiert haben. Das Unternehmen gibt beim Verzicht auf Windows den Preisvorteil dabei voll an den Käufer weiter, der im Gegensatz zur Windows-Variante über 80 Euro spart.

Das getestete Modell verfügt über einen Intel Core i3 530 (Dual-Core, 2,93 GHz) und folgt in allen anderen Punkten dem Standardmodell. Die Ausnahme bildet eine 128 GByte große SSD vom Typ Crucial RealSSD C300, die dem System nochmals deutlich Dampf verleiht und es fast lautlos macht.

Hardware

Zum Einsatz kommt im Test ein Modell mit einem Mainboard vom Typ H55ITX-A-E von Zotac im Mini-ITX-Format. Ein 120-Millimeter-Lüfter aus der Multiframe M12-PS Serie von Noiseblocker, der auf einem Samuel-17-Kühlkörper von Prolimatech sitzt, kühlt die CPU. Daneben übernimmt der Lüfter gleichzeitig die gesamte Entlüftung und fördert die Abwärme des Systems direkt nach oben aus dem Gehäuse heraus (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ein 120-Millimeter-Lüfter sorgt für frische Luft im engen Gehäuse.

Zusammen mit der SSD ergibt diese Kombination einen sehr leisen Rechner, der praktisch kein Geräusch verursacht. Selbst beim Abspielen von HD-Filmen oder beim Kompilieren größerer Programme bleibt der Rechner fast lautlos. Weitere Informationen zur verbauten Hardware finden sie in der Tabelle "Technische Daten".

Technische Daten

Komponente Hersteller Modell/Leistung
Mainboard Zotac H55ITX-A-E (Mini-ITX)
Chipsatz Intel H55 Express
CPU Intel Core i3 530 (2 x 2,93 GHz)
LAN Intel 82578DM 10/100/1000 Mbit/s
WLAN Ralink RT2860 (802.11b/g/n)
DVD/CD-RW Sony Optiarc AD-7690H (8x DVD+R/-R, 24x CD-RW)

Die SSD sorgt bei Festplattenzugriffen für ordentliches Tempo: Vom Drücken des Netzschalters bis zum fertig geladenen Desktop braucht der Mini-PC nur rund 24 Sekunden; die reine Boot-Zeit des Ubuntu-Systems (ab Grub) beträgt sogar nur zwölf Sekunden. Große Anwendungsprogramme wie OpenOffice, Gimp oder Blender erscheinen nach einem Wimpernschlag fertig geladen und arbeitsbereit auf dem Desktop.

Das anthrazitfarbene Metallgehäuse erinnert etwas an den Mac Mini, fällt jedoch mit einem Format von 218 x 218 x108 Millimeter gegenüber dem Kleinen von Apple (197 x 197 x 36 mm) etwas größer aus. Ein optisches Highlight bieten die individuell gestaltete Deckelplatte und die im Gehäuse verbauten LEDs, die Sie mit dem kleinen vorinstallierten Programm Light Commander (Abbildung 2) vom Desktop aus steuern. So erstrahlt der Rechner in sieben vordefinierten Farben, optional schalten Sie das Licht ab.

Abbildung 2: Über den Light Commander steuern Sie, in welcher Farbe das Gehäuse erstrahlt.

Eine kleine Platine auf Basis der Arduino-Plattform [2] steuert die LEDs. Sowohl Hard- wie auch Software stehen unter der LGPL/GPL. Cirrus7 plant, Demo-Programme und eine Kommandozeilenversion des Light Commanders auf der Homepage zu veröffentlichen, um Interessierten die Möglichkeit zu eröffnen, eigene Effekte umzusetzen, wie zum Beispiel den Eingang neuer Mails per blinkender Gehäuse-LED zu signalisieren. Im Rhythmus der abgespielten Musik blinkende Lichter wären sicherlich eine größere Herausforderung. Informationen hierzu sollen im Cirrus-Blog [3] erscheinen.

Das sauber aufgeräumte Gehäuse bietet Platz für drei Laufwerke im 2,5-Zoll-Format, sodass sich die Festplattenkapazität des Rechners aktuell auf bis zu 3 TByte steigern ließe. Auf dem Mainboard findet sich noch ein PCIe-X16 Steckplatz, den Sie mit beliebigen Karten im Low-Profile Format bestücken dürfen, zum Beispiel mit TV-Karten oder Grafikkarten mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 45 Watt, um aus dem Cirrus7 One einen passablen Spielerechner oder HTPC zu machen.

Darüber hinaus bietet der PC zahlreiche Möglichkeiten zum Anschluss externer Geräte: Nicht weniger als zwölf USB-Anschlüsse finden sich – zehn auf der Rückseite und zwei vorne links am Gehäuse. Moderne externe Festplatten verbinden Sie über eSATA, so dass diese ihre volle Leistungsfähigkeit ausspielen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Auf der Rückseite bietet der Mini-PC zahlreiche Anschlüsse für externe Geräte – darunter zwölf Mal USB.

Ubuntu vorinstalliert

Der Hersteller liefert den Mini-PC mit einem per OEM-Installation vorbereiteten Ubuntu 10.10 aus, das Sie nach dem ersten Start auffordert, einen Benutzer- und Rechnername zu vergeben. Das System befindet sich außerdem auf dem bei Auslieferung aktuellen Stand, so dass Sie nicht erst Hunderte Updates, die seit dem "Maverick"-Release aufgelaufen sind, zu installieren brauchen. Das Paket mit der Hardware enthält eine von Cirrus7 aufbereitete Ubuntu-CD, auf der Sie neben Ubuntu 10.10 alle Anpassungen finden, welche die Firma vorgenommen hat.

Am Desktop selbst hat der Hersteller nicht viel verändert. Es empfängt Sie der lila-orange Desktop von Ubuntu "Maverick" mit links angeordneten Bedienelementen. Allerdings installiert der Hersteller zusätzliche Anwendungen wie Google Chrome, Adobe Flash Square 64 Bit, Sun Java, Thunderbird und VLC. So kommen gerade Einsteiger gut mit dem System zurecht, da es ohne Installation weiterer Pakete mit sämtlichen Multimedia-Formaten und Web-Elementen zurechtkommt. Allerdings erfordert das Abspielen von Film-DVDs die Nachinstallation der nötigen Schlüssel über die Medibuntu-Quellen [4].

Neben dem bereits erwähnten Programm zum Steuern der LEDs stehen mit Fancontrol und Pwmconfig zwei spezielle Programme bereit, die dafür sorgen, dass der Lüfter so langsam wie möglich läuft, wodurch der Rechner praktisch lautlos arbeitet. Ohne diese zwei kleinen Tools dreht der Lüfter deutlich schneller und erzeugt damit mehr Lärm.

Für eigene Software oder Bugfixes betreibt Cirrus7 ein Ubuntu-Repository, das Sie ab Werk in der Paketverwaltung finden. Aktuell enthält diese Quelle Updates für den Flash-Player (64 Bit) von Adobe, für den Light Commander sowie einen Bugfix für den WLAN-Chipsatz. Über diese Quelle will der Hersteller Updates verteilen, falls zukünftige Ubuntu-Versionen Probleme mit der Hardware des Mini-PC haben sollten. Auf Wunsch gibt es die Hardware auch mit anderen vorinstallierten Distributionen und in einer Dual-Boot-Konfiguration mit Linux und Windows.

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Kommentare
viel zu teuer und hässlich...
Volker Z. (unangemeldet), Freitag, 29. April 2011 23:15:22
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Wenn ich mir überlege das es normale PCs für 400,00 € gibt die die gleiche Leistung bringen, frage ich mich nach dem Mehrwert Design?

Das Design ist hässlich von vorne bis hinten!

Dann doch lieber ein MacMini von Apple!!!!!

da stimmt wenigstens alles.......................


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Design ist nicht alles
max. (unangemeldet), Dienstag, 10. Mai 2011 09:27:45
Ein/Ausklappen

Ein Mac Mini kostet mindestens das Doppelte (bei gleicher Leistung) und schau dir mal die Anschlüsse des Geräts an. Da sieht jeder Mac alt aus...


Bewertung: 183 Punkte bei 20 Stimmen.
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