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© Gokoroko, sxc.hu

Das kommerzielle DTP-Programm Vivadesigner im Überblick

Solider Arbeiter

Vom einfachen Flyer bis zur komplexen Druckschrift – mit Vivadesigner haben Sie ein gut gepflegtes und funktionsreiches DTP-Programm zur Hand.

Während sich Adobe und Quark noch immer zieren, ihre Publishing-Pakete auf Linux zu portieren, hat das Unternehmen Viva Technology diesen Schritt schon lange hinter sich. Die aktuelle Version 5.1.0 (Build 4198) des DTP-Programms stammt aus dem November 2010, die Version 7 zeichnet sich schon am Horizont ab (siehe Kasten "Neues in Version 7").

Das Unternehmen setzt auf eine zweistufige Strategie: Wer lediglich im Heim- und Hobby-Bereich layoutet, der kommt mit der Personal Edition für 99 Euro aus. Professionelle Anwender sind gehalten, die mit 299*Euro vergleichsweise günstige kommerzielle Edition zu bestellen. Mit der kommenden Version steigen die Preise allerdings etwas an. Alle Versionen stehen jeweils für Linux, Mac OS X und Windows bereit.

Neues in Version 7

Aufgrund zahlreicher Änderungen an der Software überspringt das Unternehmen eine Versionsnummer gibt voraussichtlich Anfang Mai die nächste Version 7 frei, die wieder in mehreren Varianten geplant ist: Neben der Free, Personal und Commercial Edition weist das Produktblatt eine Commercial-Plus-Version aus, die es erlaubt, feingranulare Zugriffrechte für Dokumente zu vergeben.

Der Preis für die Personal Edition steigt auf 129 Euro, die Commercial kostet künftig 299 Euro und für die Plus-Variante fallen 499 Euro an. Die Free Edition steht weiterhin gratis bereit, wobei diese Version ebenfalls ohne die lizenzpflichtigen Module daherkommt. Ein Update-Preis stand bis Redaktionsschluss noch nicht konkret fest, bewegt sich aber voraussichtlich in der Größenordnung der Preisdifferenz zwischen der jetzigen und der kommenden Version. Version 5.1 verschwindet dann von den Servern.

Neben der genannten Funktion für Zugriffsrechte, die das gesteuerte Arbeiten in Gruppen an einem Dokument erleichtert, bietet die nächste Version die Möglichkeit, Indesign-Dokumente zu öffnen oder Dokumente in das IDML-Format zu exportieren. Im Bereich Typographie kommt der optische Randausgleich hinzu und darüber hinaus die Möglichkeit, in einem Textrahmen mehrere Layouts zu nutzen, verbesserter Support für Transparenz in Bildern sowie für Alpha-Kanäle inklusive Freisteller.

Die zu Testzwecken gedachte Free Edition unterliegt einigen Einschränkungen: So fehlen einige von Viva selbst zugekaufte Module für Silbentrennung, Rechtschreibprüfung nach Duden, Farbpaletten von Pantone sowie die Module zum Import und Export von PDF-Dateien. Mit dem Kauf einer Lizenz unterstützt das Programm dann beim Prüfen der Rechtschreibung und bei der Silbentrennung die Sprachen Deutsch (reformiert), Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Andere Sprachmodule liefert das Unternehmen auf Anfrage.

In der Free Edition beherrscht das Programm die Farbmodelle RGB und CMYK. Die kostenpflichtigen Ausgaben haben zusätzlich Pantone sowie HKS mit an Bord und bieten die Möglichkeit, eigene Paletten einzubinden. Der Import von Bildern beschränkt sich bei der Free Edition mit Ausnahme von EPS auf die Bitmap-Formate TIFF, JPEG, BMP und PNG. Die Personal und Commercial Editions importieren zusätzlich native Adobe Illustrator Dateien ab Version 10.

Beim Export erweist sich die Commercial Edition am flexibelsten: Hier speichern Sie Dokumente bei Bedarf als Postscript, PDF, EPS, JPEG oder PNG. Dagegen unterstützt die Personal Edition nur Postscript und PDF, die Free Edition nur Postscript. Das Drucken hat der Hersteller allerdings bei allen Versionen freigeschaltet, so dass über ein mögliches PDF-Backend des Drucker-Servers unter Umständen doch ein akzeptables Ergebnis gelingt.

Bedienkonzept

Das Interface der Software bietet wenig Überraschungen: Neben der Hauptarbeitsfläche befindet sich bei der Konfiguration ab Hersteller einige Paletten, darunter die Stilvorlagen für Text, Bild und Grafik, die Seiten sowie die kontextabhängige Modulpalette für das jeweils gewählte Werkzeug. Maßlinien oben und links erleichtern das Positionieren von Objekten, bei Bedarf unter Einsatz von Hilfslinien.

Das Arbeiten mit dem Vivadesigner folgt den klassischen Gewohnheiten für Grafik- und DTP-Programme: Nach dem Starten der Applikation öffnet sich ein Dialog zum Einrichten der Seite. Hier wählen Sie Format, Ränder sowie einige weitere Parameter – unter anderem, ob Sie einfache oder Doppelseiten anlegen wollen und wie Sie die Abfolge haben möchten. Danach stehen Sie vor der berühmten leeren Seite, die sich aber dank Kreativität und einfachen Werkzeugen schnell mit Leben füllt.

Abbildung 1: Vivadesigner beherrscht den Umgang mit Text, Bild und Grafik, die die Software in jeweils eigenen Objekten verwaltet.

Das Programm arbeitet rahmen- und objektbasiert, wie die Mehrzahl der Vertreter in dieser Gattung. Das bedeutet, Sie ziehen mit der Maus einen Rahmen auf, weisen diesem bestimmte Eigenschaften zu und füllen diesen dann mit Inhalt. Dabei unterscheidet die Applikation drei Arten von Rahmen: Text, Grafik und Bild. Sie ermöglicht es aber, diese Eigenschaft nachträglich zu ändern.

Die Arbeit mit Text erfolgt nach dem bekannten Prinzip: Passt der komplette Text nicht in einen Rahmen, gilt es, diesen entweder aufzuziehen oder den ersten Kasten mit weiteren zu verknüpfen. Um diese sowie andere Objekte punktgenau zu platzieren, bietet die Anwendung Hilfslinien an. Alles in einem also nicht viel Neues.

Keine Ebenen

In der aktuellen Version 5.1 verfügt die Software über keine Ebenen. Dies bleibt auch so in der kommenden Version 7. Erst für die darauf folgende Minor-Release plant das Unternehmen aus Koblenz den Support für diese Funktion.

Das Programm bietet die Möglichkeit, Objekte zu Gruppen zusammenzufassen. Allerdings verfügt es nicht über eine Bibliothek, mit der Sie diese kombinierten Elemente dann über mehrere Dokumente hinweg verwalten könnten. Auch die Tatsache, dass Vivadesigner das Spaltenraster beim Mehrspaltensatz mittels Linien implementiert, scheint nicht optimal, da es möglich ist, diese einfach per Klick anzuwählen und zu löschen.

Beim Import der Grafik- und Bildformate fällt ins Auge, dass die klassischen Vektorformate außen vor bleiben und der Schwerpunkt auf Bitmap-Dateien liegt. Laut Auskunft der Hersteller zählen diese zu den am häufigsten nachgefragten. Beim für den professionellen Druck interessanten PDF unter stützt die Software die Versionen 1.3 bis 1.6 (aktuell: 1.7).

Der Hersteller Viva Technology stellt auf seiner Website Pakete in den Formaten RPM und DEB bereit. Darüber hinaus existiert ein Tar-Archiv, das die generische Installation erlaubt. Das Programm bringt alle benötigten Bestandteile mit, darunter einige Qt-Bibliotheken. Das erklärt die teilweise großen Unterschiede in der Größe des Programmarchivs zwischen Windows und Linux. Das Setup installiert die Software nach /opt, alternative Pfade sieht es nicht vor.

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Kommentare
Unterschiede zu Scribus?
Gelegenheitsleser (unangemeldet), Samstag, 30. April 2011 22:10:00
Ein/Ausklappen

Hallo allerseits,

genauer, was spricht für VIVA-Designer und lässt Scribus schlecht aussehen? Alleine die Einfachheit kann es für mich nicht sein.

Danke euch

Gl


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