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Vollautomatik

Computer überwachen und ereignisbasiert steuern

14.04.2011
Dank Sentinella überwachen Sie einen Rechner diskret im Hintergrund und reagieren prompt, falls das System die vorgegebenen Parameter überschreitet.

Unter Linux ist es üblich, regelmäßig wiederkehrende Aufgaben automatisch und zeitgesteuert auszuführen. Dazu definieren Sie beispielsweise Cronjobs. Wenn Sie jedoch bestimmte Aufgaben abhängig von fest definierten Systemzuständen des Rechners erledigen wollen, helfen Ihnen solche Cronjobs nicht weiter. Stattdessen nutzen Sie Sentinella mit dessen komfortabler Oberfläche.

Sentinella befindet sich bei vielen Distributionen bereits in den Repositories. Daher reicht bei den meisten ein Mausklick, um die Software zu installieren. Für jene Distributionen, die noch nicht über ein entsprechendes Binärpaket verfügen, bietet sich die manuelle Installation mithilfe der Archive von der Website des Projektes [1] an. Hier finden Sie zudem detaillierte Anweisungen zur Konfiguration des kleinen Programms.

Sentinella ist für KDE optimiert. Sofern Sie einen anderen Desktop verwenden, zieht das System bei der Installation in der Regel die benötigten Abhängigkeiten automatisch nach, so dass das Programm unter Gnome, XFCE oder LXDE problemlos und ohne funktionelle Einschränkungen seinen Dienst versieht. Das Setup legt zusätzlich in den Desktop-Menüs entsprechende Einträge ab, so dass Sie Sentinella unter Ubuntu 10.10 beispielsweise im Menü Anwendungen | Systemwerkzeuge finden.

Los geht's

Sentinella wartet nach dem Start mit einem spartanisch wirkenden Programmfenster auf. Eine Menü- oder Schalterleiste suchen Sie vergeblich. Stattdessen führt das zweigeteilte Programmfenster im oberen Bereich lediglich einige Bedingungen auf, die Sie bei Bedarf per Radiobutton auswählen, und im unteren Bereich einige Aktionen, die Sie abhängig von den getroffenen Bedingungen ebenfalls per Radiobutton aktivieren (Abbildung 1).

Abbildung 1: Dank einer eingängigen Oberfläche lässt sich das Programm einfach bedienen.

Möchten Sie die Bedingungen, die eine Aktion auslösen, noch feiner justieren, erledigen Sie dies mithilfe von Eingabe- und Auswahlfeldern, wobei Sie hier anstelle der vorgegebenen Werte bei Bedarf individuelle Einträge vornehmen. Je nachdem, welche Bedingung Sie aktivieren, ändern sich kontextsensitiv die Einstellmöglichkeiten.

Als Grundkategorien stehen die CPU-Last, der genutzten Speicher, den Netzwerkverkehr sowie Datum und Uhrzeit zur Auswahl. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, ein Programm zu definieren, dessen Ende eine Aktion auslöst. Hierzu öffnet Sentinella ein Fenster mit einer Liste aller laufenden Prozesse, wobei die Applikation die CPU-Last der einzelnen Programme in kurzen Intervallen aktualisiert. Dabei bietet die Software verschiedene Ansichten auf die Liste an, zum Beispiel, um bei laufenden Prozessen nur die Prozesse Benutzerprozesse hervorzuheben (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Prozessfenster wählen Sie ein aktives Programm aus.

Im unteren Bereich des Programmfensters ordnen Sie den Bedingungen sechs unterschiedliche Aktionen zu. In einem ersten Schritt wählen Sie zunächst aus, ob Sentinella beim Eintreten des Ereignisses einen Rechnerneustart oder das komplette Herunterfahren des Systems veranlasst beziehungsweise den Rechner in den Sleep-Modus versetzt.

Möchten Sie, dass die Software Sie bei Eintritt eines Ereignisses akustisch warnt, erreichen Sie das, indem Sie den Radiobuttons Alarm abspielen: aktivieren. Dazu wählen Sie anschließend im rechten unteren Bereich des Fensters einen von drei verschiedenen Alarmtönen. Deutlich flexibler als eine der vordefinierten Aktionen ist die Möglichkeit, bei Eintritt eines Ereignisses einen Befehl auszuführen oder alternativ ein Programm zu beenden, wobei Sie erneut die Liste der laufenden Prozesse angezeigt bekommen und dort eines der aufgeführten Programme auswählen.

Haben Sie Ihre Einstellungen getroffen, so aktivieren Sie das Überwachen durch einen Klick auf die Schaltfläche Start unten mittig im Programmfenster. Danach deaktiviert Sentinella die Kontrollelemente und nimmt keine weiteren Eingaben mehr an. Sie erreichen das Tool ab jetzt über ein Benachrichtigungssymbol im Panel, über das Sie mittels Linksklick das Programmfenster wieder auf den Desktop holen. Zum endgültigen Beenden des Programms müssen Sie mit einem Rechtsklick auf das Panelsymbol von Sentinella ein Menü öffnen und in diesem mit der linken Maustaste auf den untersten Eintrag Beenden klicken.

Gefahrenpotenzial

Da Sentinella ohne Rücksicht auf Datensicherungen beispielsweise bei einer CPU-Last von weniger als fünf Prozent den Rechner herunterfährt, gilt es, bei der Definition von Aktionen genau zu überlegen, was Sie mit der Software erreichen möchten. Fehlerhafte Einstellungen führen ansonsten zu unerwünschten bis ärgerlichen Effekten, die unter Umständen Datenverluste nach sich ziehen. Ein Schaden der Hardware durch unbedachte Einstellungen in Sentinella ist jedoch ausgeschlossen.

Richtig eingesetzt hilft Ihnen Sentinella zum Beispiel beim Energiesparen, wenn Sie die Software mit Ihrem Note- oder Netbook nutzen. Wählen Sie dazu als Bedingung die CPU-Last aus, definieren daneben im rechten Bereich des Fensters die gewünschte minimale Last wahlfrei in Prozentwerten. Damit Ihr Rechner nicht sofort nach Eintreten des Ereignisses die entsprechende Aktion ausführt, empfiehlt es sich, eine Zeitspanne zu definieren, während der sich die CPU-Last unter dem angegebenen Richtwert befinden muss. Tragen Sie hier einen sinnvollen Wert in Minuten und Sekunden ein.

Anschließend aktivieren Sie im unteren Bereich des Programmfensters die Aktion Sleep und wählen rechts entweder Suspend oder Hibernate aus. Achten Sie darauf, dass bei Auswahl des Hibernation-Befehls ausreichend freier Platz auf der Festplatte bereit steht, da der Laptop beim Eintreten des Events den aktuellen Inhalt des Arbeitsspeichers auf die Festplatte schreibt und den Mobilrechner anschließend ausschaltet. Fehlender freier Speicher führt bei Auswahl dieser Aktion ebenfalls zu Datenverlusten (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit diesen Einstellungen spart Sentinella auf einem Laptop Energie.

Das Programm überwacht bei Bedarf den Netzwerkverkehr und kann Unregelmäßigkeiten in Echtzeit entdecken und zu melden. So haben Sie die Möglichkeit, für jede aktive Netzwerkschnittstelle den aus- wie eingehenden Datendurchsatz durch die Software beobachten und beim Über- oder Unterschreiten eines definierten Wertes innerhalb einer ebenfalls vorgegebenen Zeitspanne einen Alarm auszulösen.

Insbesondere in heterogenen Umgebungen, in denen Betriebssysteme auf Client-Computern zum Einsatz kommen, die aufgrund ihrer mangelhaften Konzeption Sicherheitslöcher aufweisen, stellen Sie so Einflüsse von Schadsoftware leicht fest. Sie aktivieren dazu als Bedingung lediglich den Radiobutton Netzwerkverkehr:, definieren anschließend die systemspezifischen Schnittstellen und Datenmengen, und schalten im Aktionsbereich die Option Alarm abspielen: ein. Anschließend können Sie rechts im Fenster noch eine Alarmmelodie festlegen (Abbildung 4).

Abbildung 4: So leistet Sentinella einen Beitrag zur Systemsicherheit.

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