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Neues rund um Linux

17.03.2011

HP stellt WebOS-Tablet vor

Mit dem auf Linux basierenden WebOS 3.0 wagt HP jetzt den Sprung vom Smartphone (siehe Test Palm Pre in LU 05/2010) auf das Tablet: Das Anfang Februar vorgestellte HP Touchpad (http://tinyurl.com/lu1104-touchpad) mit 9,7-Zoll-Display, Qualcomm-Snapdragon-Dualcore-CPU (APQ8060, 1200 MHz) und 1 GByte Arbeitsspeicher platziert sich als direkter Konkurrent zu Apples iPad.

Dank echtem Multitasking lassen sich auf dem Multitouch-Display mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln mehrere Anwendungen parallel ausführen, wobei das Betriebssystem zusammengehörige Anwendungen in einem Kartenstapel zusammenfasst. Das Umschalten zwischen den Programmen funktioniert per Wisch über den Bildschirm, nicht mehr benötigte Applikationen schließt man durch "Hinausschubsen" aus dem Screen. Der Webkit-basierte Browser unterstützt Flash 10.1 und ermöglicht so den Zugriff auf entsprechende Webinhalte.

Als Massenspeicher stehen 16 oder wahlweise 32 GByte Flash zur Verfügung, ebenfalls optional ist eine 3G-Ausstattung (UMTS/HSDPA, A-GPS). Allen Touchpad-Modellen gemeinsam ist dagegen die Ausstattung mit internen Stereolautsprechern, 3,5mm-Anschluss für Kopfhörer und Mikro sowie einer 1,3-Megapixel-Webcam auf der Vorderseite. Desgleichen bringen alle Modelle einen Licht- und einen Beschleunigungssensor sowie einen Kompass (Magnetometer) und ein Gyroskop mit. Für die Verbindung mit der Außenwelt sorgen Bluetooth (2.1+EDR, A2DP) und WLAN (802.11b/g/n), wobei die 3G-fähige Variante des Touchpad sich als mobiler WLAN-Router für bis zu fünf WLAN-fähige Geräte betätigt.

Das etwa im A4-Format gehaltene Touchpad (190 x 242 x 13,7 mm) wiegt 740 Gramm und bringt einen 6300-mAh-Akku mit. Aufladen lässt es sich entweder über einen Micro-USB-2.0-Anschluss, der auch der Verbindung zum PC dient, oder ohne Einstecken rein induktiv durch Auflegen auf ein sogenanntes Touchstone-Ladegerät, das es allerdings separat zu erwerben gilt. Das HP Touchpad soll ab Frühsommer verfügbar sein, der Preis für das Gerät steht noch nicht fest. (jlu)

Mit Dual-Core-Snapdragon, vollem Multitasking, 3G, WLAN und einem Flash-fähigen Webbrowser macht das HP Touchpad dem Apple-Pendant iPad Konkurrenz. (Bild: HP)

Video-Editor Openshot in Version 1.3.0

Openshot (http://www.openshot.org) gilt als einer der vielversprechendsten Video-Editoren unter Linux. Die frisch erschienene Version 1.3.0 bringt zahlreiche Neuerungen mit. Optisch fällt zunächst das neue Theme namens "Fresh" auf, zudem verwendet der Editor nun die Icons des zugrunde liegenden Desktop-Systems. Die Vorschaubilder für die eingefügten Clips erscheinen mit abgerundeten Ecken. In der neuen Version von Openshot lassen sich mehrere Clips auf einen Streich in die Timeline integrieren, die auch mehr Animationen anbietet. Das Projekt verspricht zudem aufregende 3-D-Effekte, darunter Schnee, Spiegelungen, Partikeleffekte und animierte Weltkarten. An der Videorotation arbeiteten die Entwickler ebenfalls, Bildsequenzen erkennt die Software automatisch. Die Übergänge zwischen zwei Clips lassen sich optimaler positionieren. Das Zoomen und Skalieren von Bildern erledigt Openshot nun flüssiger und Dateien lassen sich besser organisieren, also filtern und finden. Insgesamt soll die Software nach Angaben des Projekts stabiler laufen und zügiger arbeiten. (kki)

Im Hauptfenster von Openshot fügen Sie Audio- und Video-Clips ein – in der neuesten Version 1.3.0 auch mehrere gleichzeitig – und arrangieren sie auf der Zeitleiste. (Bild: Openshot.org)

"Honeycomb"-Tablet von LG

Mit 3D- und Full-HD-Fähigkeiten kokettiert das Tablet V900 Optimus von LG, das auf Android 3.0 "Honeycomb" basiert. Das mit einer Dualcore-CPU Tegra 2 von Nvidia ausgestattete Gerät bringt auf der Gehäuserückseite eine Kamera mit zwei Linsen (je 5 Megapixel) für Fotos und Videos in 3D mit. Die kann das V900 über eine HDMI-Schnittstelle auch auf ein Fernsehgerät durchreichen, wobei 1080p-Decodierung laut Hersteller für ruckelfreie Darstellung sorgen soll. Eine zusätzliche 2-Megapixel-Kamera an der Vorderseite ist unter anderem für Videotelefonie gedacht. Der 8,9-Zoll-Touchscreen des Geräts bietet einer Auflösung von 1280 x 768 Pixeln, Verbindung zur Außenwelt nimmt das 660 Gramm leichte V900 Optimus via 802.11b/g/n-WLAN und UMTS auf. Als Schnittstellen bietet es daneben einen Mini-USB-Port und 3,5mm-Klinke für Kopfhörer und Mikro an. A-GPS und diverse Sensoren sind ebenfalls mit an Bord. Über die Standzeit des 6400-mAh-Akkus des Geräts machte der Hersteller bis Redaktionsschluss keine Angaben. Das V900 Optimus soll laut LG ab April zum Preis von 899 Euro in den Handel kommen. (uba/jlu)

Handliches "Honeycomb"-Tablet mit 3D-Fähigkeiten: Das LG V900 Optimus ist ab April im Handel. (Bild: LG Electronics)

Debian 6.0 "Squeeze" erschienen

Am 6. Februar hat das Debian-Projekt hat Version 6.0 "Squeeze" der freien Linux-Distribution veröffentlicht. Erstmals gesellt sich zum GNU/Linux-System die Variante Debian GNU/kFreeBSD mit dem vertrautem Debian-Userland, aber einem BSD-Kernel. Die BSD-Ausgabe hat derzeit noch den Status einer Technology Preview.

In Sachen Linux präsentieren die Debianer nach eigenen Worten den "ersten ganz freien" Kernel, der keinerlei proprietäre Firmware mehr enthält und auf dem offiziellen Kernel 2.6.32 basiert. Bei Bedarf lässt sich die Firmware nachträglich aus dem Non-Free-Repository der Distribution ergänzen (http://wiki.debian.org/Firmware). Durch neue PATA-Treiber können sich die Gerätenamen von Platten, optischen Laufwerken und Bandlaufwerken ändern. Das Debian-Team empfiehlt daher, in Konfigurationsdateien für solche Geräte statt des Device-Namens die UUID zu verwenden. Das Paket linux-base bietet bei der Installation an, diese Änderung in den wichtigsten Dateien automatisch vorzunehmen.

Aktualisierte Software für Serverdienste umfasst beispielsweise Apache 2.2.16, PHP 5.3.3, MySQL 5.1.49, PostgreSQL 8.4.6, Tomcat 6.0.18 und Asterisk 1.6.2.9. Für den Desktop gibt es unter anderem die Umgebungen KDE SC 4.4.5, Gnome 2.30, XFCE 4.6 und LXDE 0.5.0 sowie die Bürosuite OpenOffice 3.2.1, den Browser Iceweasel 3.5.16 und den Mailclient Icedove 3.0.11. Insgesamt stehen mehr als 29 000 Debian-Pakete zur Installation bereit, darunter rund 10 000 neue wie Chromium, Icinga, LXC und Corosync.

Die Debian-Live-DVD (32 Bit) sowie die Install-DVDs der 32- und 64-Bit-PC-Varianten finden Sie auf den Datenträgern zu diesem Heft, eine Kurzvorstellung von Debian 6.0 "Squeeze" lesen Sie auf Seite 6. (mhu) ->DVD

Debian zum Naschen: Auch im Haushalt des Debian-Sprechers Alexander Reichle-Schmehl erfolgte das Release von "Squeeze" ganz ohne proprietäre Komponenten. (Bild: Tolimar)

Neue Führung bei OpenOffice.org

Die deutschsprachige OpenOffice.org-Community hat Mitte Februar eine neue Führung gewählt. Als sogenannte Co-Leads für das deutschsprachige Projekt im Allgemeinen fungieren Eric Hoch und Günter Feierabend, die deutsche und internationale Öffentlichkeitsarbeit hat Peter Junge übernommen. Auch Anfang März wies die Liste der OOo-Ansprechpartner (http://de.openoffice.org/dev/ansprechpartner.html) aber noch etliche Lücken auf, so etwa bei den Kontakten für neue Mitglieder, Dokumentation, die Website und die PrOOo-Box.

In der Tat hätten viele der Freiwilligen dem Projekt den Rücken gekehrt, ließ der neue Marketing Co-Lead Peter Junge LinuxUser wissen, einige seien aber noch da. Junge, früher selbst im OOo-Team von Sun beschäftigt, sieht in Oracle nicht die Ursache für die Spaltung des freien Büroprojekts, sondern lediglich einen Katalysator: Schon zwischen Sun und der OOo-Community gab es oft Meinungsverschiedenheiten. Oracles schlechter Ruf in anderen Open-Source-Projekten habe alten Problemen dann eine neue Dimension gegeben, so Junge.

Python-IDE Eric 5.1 mit neuen Modulen

Die integrierte Python-3-Entwicklungsumgebung Eric5 (http://eric-ide.python-projects.org) bringt in Version 5.1.0 etliche Neuerungen mit. So erhielt die als Qt4-Anwendung geschriebene IDE (http://www.linux-community.de/22390) einige neue Module, darunter einen Symbols-Viewer, der auf Mausklick das ausgewählte Symbol in den Quelltext einsetzt, sowie einen Numbers-Viewer, der Zahlen in verschiedene Formate umwandelt. Daneben verbesserten die Entwickler das Plugin für die Versionskontrolle Mercurial. Ein neues Checker-Modul überprüft die Übereinstimmung des geschrieben Codes mit dem Python Style Guide. Der Editor kann nun auf Wunsch auch ins Open-Document-Format ODT exportieren und in Inline-Kommentaren auf Syntax-Fehler aufmerksam machen. Der Suchen-und-Ersetzen-Dialog berücksichtigt auch Änderungen an Quelltext-Dateien, die außerhalb des Editors erfolgt sind. Der eingebaute Webbrowser unterstützt nun auch FTP-URLs und zeigt Vorschaubilder der Tabs. Wer Qt ab Version 4.6 einsetzt, kann HTML-5-Features im Browser nutzen. Auf der Eric-Homepage gibt es weitere Informationen sowie den Quelltext der neuen Release und Lokalisierungsdateien für Deutsch und weitere Sprachen. (mhu)

Spendenaktion der Document Foundation erfolgreich

Die Document Foundation (http://www.documentfoundation.org), treibende Kraft hinter dem freien Office-Paket LibreOffice, hat Ende Februar innerhalb von nur acht Tagen ihr für die Stiftungsgründung notwendiges Spendenziel von 50 000 Euro erreicht. Rund 2000 Spender waren bereit, sich zu beteiligen, teilte Florian Effenberger vom Steering-Komitee der Document Foundation mit. Das Spendenergebnis soll den Kapitalstock für die noch zu gründende Stiftung bilden. "Daher kann dieses Geld nicht ausgegeben werden, sondern steht für die tägliche Arbeit nur in Form von Zinsen zur Verfügung", so Effenberger weiter. Die Foundation ruft nun zu weiteren Spenden auf, die für Marketing, Infrastruktur und Entwicklung benötigt werden (http://challenge.documentfoundation.org/de/). (uba)

Kurz notiert

Die deutsche LibreOffice-Community hat ihre freie Bürosoftware in der Version 3.3 zusammen mit zahlreichem Zubehör auf eine DVD namens LibreOffice-Box gepackt (http://www.libreofficebox.org). Sie enthält neben der Programmsuite für Linux, Windows und Mac OS X-Varianten auch den Quellcode samt SDK. Dazu kommen zahlreiche Vorlagen, Erweiterungen, Offline-Wörterbücher sowie Clipart-Grafiken und Gallery-Themen.

Das frisch erschienene Python 3.2 bringt ein stabiles Application Binary Interface (ABI) mit, sodass sich damit entwickelte Python-Extensions ohne Neukompilation in Version 3.3 und höher einsetzen lassen (http://tinyurl.com/lu1104-python). Eine weitere wichtige Neuerung stellt das Kommandozeilen-Parser-Modul dar, das gegenüber dem bisherigen Optparse mehr Funktionen bietet.

Unter http://www.ubuntu.com/certification/catalog stellt Canonical jetzt eine Liste Ubuntu-zertifizierter Hardware zur Einsicht bereit. Die wahlweise nach gesuchter Hardware oder Hersteller zu durchstöbernde Sammlung umfasst rund 1350 Komponenten von 165 Anbietern.

Die Entwickler und Paketverwalter des schlanken Linux-Desktops XFCE haben sich zur gemeinnützigen Xfce Foundation e.V. zusammengeschlossen (http://tinyurl.com/lu1104-xfce). Formalien wie eine Vereinssatzung und die Vorstandswahl erledigten die acht Gründungsmitglieder auf der Entwicklerkonferenz Fosdem. Erster Vorstand ist demnach Jannis Pohlmann, zweiter Nick Schermer und einen weiteren Vorstandssitz nebst dem Amt des Schatzmeisters besetzt Jérôme Guelfucci. Die Finanzierung erfolgt nach Angabe der Gründer über ein Spendenkonto.

Mit einem gründlich bereinigten Codebestand und vollem D-Bus-Support wartet das freie GUI-Toolkit GTK+ 3.0 auf (http://tinyurl.com/lu1104-gtk3). Das veraltete X11-Drawing-API ist verschwunden, stattdessen kommt durchgehend Cairo zum Einsatz. Xinput 2 (XI2) unterstützt mehrere Zeigegeräte und Tastaturen gleichzeitig, eine neue Theming-API verschönert Anwendungen mithilfe von CSS-Syntax inklusive animierter Übergänge.

Mitte Februar haben die Novell-Aktionäre auf einer eigens einberufenen Aktionärsversammlung der Übernahme durch Attachmate und den damit verbundenen Vertragsbestandteilen zugestimmt. Damit ist der Deal allerdings noch nicht abgeschlossen, da bislang hinsichtlich des damit verbundenen Verkaufs von Novell-Patenten an die von Microsoft angeführte CPTN Holding noch die Meinungen der Kartellbehörden in den USA und in Deutschland ausstehen.

Die neu gegründete Freedom Box Foundation (http://www.freedomboxfoundation.org) will mit einem Kompaktserver zum Schutz der Privatsphäre im Internet beitragen. Der Heim-Server mit freier Software soll als Basis für anonymen Zugang zum Internet, sichere Kommunikation über soziale Netzwerke und verschlüsselte E-Mail dienen. Die Software ist so abgespeckt, dass sie auf sogenannten Plug-PCs läuft.

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