AA_moonos4.png

Was bin ich?

MoonOS 4 "Neak" im Kurztest

17.03.2011
MoonOS 4 imitiert durch einige interessante Anpassungen äußerlich wie innerlich Mac OS X. Bei genauem Hinsehen steckt dann aber doch Ubuntu dahinter.

Wie so viele andere Distributionen fußt auch das neue MoonOS 4 [1] auf Ubuntu 10.10. Sein Codename "Neak" könnte sich dabei auf das bekannte Bauwerk Neak Pean der Khmer beziehen, stammt doch der MoonOS-Entwickler Chanrithy Thim aus Kambodscha. Wahrscheinlicher ist aber eine Wortschöpfung aus new und freak. MoonOS 4 liegt als 832 MByte große Imagedatei zum Herunterladen [2] bereit.

Der Live-Desktop offenbart eine recht ungewöhnliche Benutzerführung und teilt den Arbeitsbereich quasi in zwei Bereiche: Am oberen Bildschirmrand residiert das gängige Gnome-Menü, unten gemahnt ein Anwendungsstarter an das Dock aus Mac OS X. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Leiste, wölben sich deren Symbole nach oben. Noch näher an Apples Dock rückt MoonOS aber mit dem leuchtenden Punkt für laufende Anwendungen unterhalb des jeweiligen Programm-Icons. Dahinter steckt die kleine Anwendung Docky [3].

Technische Daten

Name MoonOS 4 "Neak"
Entwickler Chanrithy Thim
Basis Ubuntu 10.10
Kernel 2.6.35-24
Desktop Gnome 2.32
Architektur i686
Besonderes New MoonOS File Hierarchy System, Appshell Framework, Docky

Apple outside

Allerdings verfolgt Docky den fruchtigen Ansatz nicht konsequent. So verbirgt sich hinter dem ständig aktiven Anker-Symbol nicht etwa ein Dateimanager, sondern lediglich Dockys Einstellungsdialog. Um ein Programm in den Hintergrund zu schicken, bemühen Sie den Minus-Knopf in der Fensterleiste. Unter dem Programmsymbol im Dock bleibt dabei der leuchtende Punkt erhalten und signalisiert so Aktivität. Über Plugins binden Sie Funktionen wie eine Uhr oder Abspielknöpfe für Medienprogramme ein.

MoonOS bedient sich aber noch ein zweites Mal gehörig im Obstladen: Mit dem New MoonOS File Hierarchy System bildet die Distribution im Kern die Ordnerhierarchie des Mac-OS-Systems nach. Man darf getrost bezweifeln, dass eingefleischte Debianer daran Gefallen finden, hier den /usr-Ordner zu suchen. Neuen Benutzern gerade aus der Apfel-Welt erleichtert MoonOS damit aber durchaus den Einstieg.

Ebenfalls vom kalifornischen Stamm gefallen ist die Idee, eine Anwendung in eine einzige Datei zu packen und diese an einem zentralen Ort zu verwalten.In MoonOS heißt das ganze Appshell Framework und gilt als eher experimentell. Lediglich drei Anwendungen nutzen derzeit vorinstalliert dieses ausbaufähige Feature.

Ubuntu inside

Wollen Sie MoonOS 4 auf die Festplatte bringen, wählen Sie aus dem Gnome-typischen Menü am oberen Bildschirmrand System | Administration | Install MoonOS 4. Zwar gibt es auf dem Desktop auch einen Link zur Installationsroutine, doch der funktioniert nicht. Der Installer richtet das System Ubuntu-typisch in wenigen Schritten ein und verlangt dazu lediglich die Angabe eines Benutzernamens und Passworts. Optional erlaubt er noch das manuelle Partitionieren der Festplatte. Bei einer funktionierenden Internet-Verbindung lädt MoonOS nach dem Festlegen der Zeitzone und des Tastaturlayouts sofort die deutschen Sprachpakete nach und startet dann neu.

Sieht man von dem vorinstallierten Docky und der gewöhnungsbedürftigen Dateibaumhierachie einmal ab, unterscheidet sich MoonOS 4 nicht grundlegend vom Ubuntu-Vorbild. Die Software-Auswahl folgt dem Ubuntu-Grundsatz "Jeder Arbeit eine Anwendung". Die Büroarbeit erledigen Sie mit OpenOffice 3.2.1, mit Firefox 3.6 surfen Sie im Internet. Evolution, Pidgin und das Social-Network-Werkzeug Gwibber sorgen für ausreichend Online-Kontakt. Der Videoplayer Totem und die Musikbox Banshee bedienen den Multimediabereich, Codecs und den Allesspieler VLC installieren Sie problemlos über die Ubuntu-Quellen nach.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_10

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...