Aktuelle Software

Angetestet

Dmidecode gibt den Blick auf das Innenleben des Rechners frei

Das Werkzeugpaket Dmidecode bietet die Möglichkeit, mehr über das Innenleben eines Systems zu erfahren, ohne dazu den Schraubenzieher bemühen zu müssen. Nach dem Kompilieren des Quellcodes stehen die drei Tools biosdecode, dmidecode und vpddecode parat. Biosdecode liest grundlegende BIOS-Daten aus. Neben der aktuellen SMBIOS- und PNP-BIOS-Version ermittelt es die verschiedenen Adressbereiche, welche die jeweiligen Versionen verwenden. Auch Daten zu BIOS32 und ACPI gibt Biosdecode preis. Vpddecode hingegen liefert die sogenannten vitalen Produktdaten, darunter die Build-Version des BIOS, die Seriennummer des Mainboards sowie Typ- und Modell-Bezeichnung des Rechners. Laut Manpage stattet vornehmlich Lenovo seine Geräte mit diesen Daten aus. Das Tool Dmidecode ermittelt schließlich alle DMI- bzw. SMBIOS-Parameter und gibt die Ergebnisse strukturiert auf die Standardausgabe aus. Zu den erfassten Daten zählen beispielsweise Informationen über den verbauten Prozessor sowie dessen Taktung und anliegende Spannung. Aber auch über Anzahl und Größe der Cache-Speicher, Anzahl und Größe der enthalten Speicherriegel sowie Art und Leistung des Akkus bei mobilen Geräten gibt Dmidecode Auskunft. Darüber hinaus ermittelt es zahlreiche weitere Informationen. Durch Angabe eines von 20 Schlüsselworten lassen sich die ermittelten Daten auf einen bestimmte Bereiche eingrenzen, die unter anderem BIOS, System, Baseboard, Chassis und Prozessor abdecken. Zur späteren Analyse lässt sich die Ausgabe in einer Datei ablegen und mit dem Parameter --from-dump wieder via Dmidecode ausgeben. Da Dmidecode viele Informationen über das Device /dev/mem bezieht, müssen Sie es mit Root-Rechten ausführen.

Dmidecode 2.11

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.nongnu.org/dmidecode/

Wertung

Wer wissen möchte, was wirklich in seinem Rechner steckt, erhält mit Dmidecode schnell alle wichtigen Informationen, ohne einen Schraubenzieher bemühen zu müssen. @KE:

Netzwerkverbindungen und Datendurchsatz im Blick mit Etherape

Wer wissen möchte, welche Verbindungen sein Rechner im Netz aufbaut, hat unter Linux zahlreiche Möglichkeiten. Paket-Sniffer wie Tcpdump schneiden den Netzwerkverkehr primär mit, Etherape dagegen bereitet ihn direkt optisch auf. Ursprünglich als Klon von Etherman, Interape und Konsorten konzipiert, bietet Etherape mittlerweile zahlreiche eigene Funktionen, die es von den Vorbildern abheben. Über den Konsolenparameter -m bietet es aber noch immer die Möglichkeit, im Interape- oder Tcpape-Modus zu arbeiten. Zum Erfassen des Netzwerkverkehrs greift Etherape auf die Funktionen der Pcap-Bibliothek zurück, was administrative Rechte voraussetzt. Dank Libpcap unterstützt das Programm alle wichtigen Protokolle von IPv4 und v6 bis hin zu Application-Level-Protokollen wie HTTP und SSH. Nach dem Start dauert es einige Augenblicke, bis Etherape die ersten Verbindungen anzeigt. Diese Zeit nutzt das Tool, um Daten zu erheben. Die Gesamtübersicht stellt jeden Rechner, hier Knoten ("Node") genannt, als Kreis dar. Der Durchmesser des Kreises symbolisiert dabei die Datenmenge, die der Knoten umsetzt. Farbige Linien symbolisieren Verbindungen zu anderen Rechnern. Hier gibt die Dicke der Linie Auskunft über das Datenvolumen. An der Farbe erkennt man außerdem, welches Protokoll die Verbindung nutzt. Die Zuordnung von Protokoll und Farbe und Protokoll definieren Sie frei. Durchmesser und Radius von Linien und Kreisen passt Etherape im Betrieb dynamisch gemäß der Auslastung der Verbindung und des Nodes an. Die Intervalle, in denen die Anpassung erfolgt, legen Sie beliebig fest. Über Start- und Stop-Symbole in der Symbolleiste halten Sie die Protokollierung jederzeit an, etwa um eine bestimmte Situation einzufrieren. Daneben lässt sich der Datendurchsatz auch in einer Node- und einer Protokollansicht verfolgen. Über Kommandozeilenparameter grenzen Sie bei Bedarf den von Etherape erfassten Datenbereich ein. Beispielsweise beschränken verschiedene Parameter und Filteroption Etherape auf einzelne Protokolle oder legen die maximale Anzahl der erfassten Nodes fest.

Etherape 0.9.10

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://etherape.sourceforge.net/

Wertung

Etherape stellt die Netzwerkverbindungen und den Datenverkehr des eigenen Rechners übersichtlich grafisch dar.

JBackpack hilft bei der Datensicherung

Auf Arbeitsplatzrechnern werden aus Bequemlichkeit Sicherungskonzepte gerne vernachlässigt und Sicherungen eher sporadisch vorgenommen. Hier will JBackpack Abhilfe schaffen: Das Java-Tool animiert zur Datensicherung mit einer gut strukturieren Oberfläche, die beim Erstellen von Sicherungsprofilen und dem Verwalten von Backups zur Hand geht. Sicherungsprofile enthalten alle relevanten Informationen zu einem Backup-Satz, wie die zu sichernden Daten, den Speicherort und Angaben zu früheren Sicherungsläufen. Vor dem ersten Backup müssen Sie ein derartiges Profil anlegen. JBackpack speichert die gesicherten Daten wahlweise auf der lokalen Platte oder im Netzwerk. Das Speichern der Daten auf entfernte Rechner erfolgt wahlweise via SMB oder SSH. Bei Letzterem greift JBackpack auf FUSE und SSHFS zurück. Um die gesicherten Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen, können Sie diese mittels EncFS verschlüsseln. Auf Wunsch komprimiert JBackpack die Daten oder schließt einzelne Dateien und Verzeichnisse von der Sicherung aus. Vergessliche Anwender weist das Tool beim Öffnen des Sicherungsprofils auch darauf hin, dass die letzte Sicherung schon länger zurück liegt; das Erinnungsintervall lässt sich frei definieren. Per Vorgabe bewahrt JBackpack die letzten hundert Sicherungen auf und entfernt nach Überschreiten dieser Altersgrenze obsolete Sicherungen. Für das Restore listet JBackpack alle verfügbaren Sicherungen übersichtlich auf. Aus dem passenden Backup-Satz stellen Sie dann einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisbäume wieder her. Gegebenenfalls restauriert JBackpack die Daten auch in einem anderen als dem ursprünglichen Quellverzeichnis. Alles in allem bietet JBackpack damit alle Funktionen, die man von einer guten Sicherungslösung erwarten darf.

jBackpack 0.9.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.nongnu.org/jbackpack/

Wertung

JBackpack erleichtert mit einer übersichtlichen Oberfläche das Erstellen, Verwalten und Wiederherstellen von Datensicherungen.

Trupax2 sperrt Dateien in einen verschlüsselten Container

Wer sensible Daten über das Internet verschicken oder in der Cloud lagern möchte, kommt um verschlüsselte Container nicht herum. Für viele Anwender stellt Truecrypt dabei das Mittel der Wahl dar. Mit dem unfreien, aber kostenlos verfügbaren Java-Programm Trupax fassen Sie nun noch einfacher und schneller einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse zu Truecrypt-Containern zusammen, auch ohne dazu Truecrypt selbst auf dem Rechner zu installieren. Das Trupax-Archiv enthält sowohl eine Kommandozeilenversion des Programms als auch eine Variante mit grafischer Oberfläche. Beide benötigen eine Java-Laufzeitumgebung. Die CLI-Version eignet sich für den Einsatz in automatisierten Abläufen oder eigenen Skripten. Beim Aufruf geben Sie die zu verschlüsselnden Daten an und legen einen Blockverschlüsselungsalgorithmus sowie eine Hash-Funktion fest. Auf Wunsch ignoriert das Tool leere Verzeichnisse oder fügt bei Namenskonflikten zwischen Verzeichnissen deren Inhalt geschickt zusammen. Falls benötigt, fügt Trupax die Dateien auch mit Ihren vollen Pfad in den Container ein. Ohne weitere Angaben trimmt Trupax den entstehenden Container auf die Größe der enthaltenen Dateien. Benötigen Sie mehr Speicherplatz, geben Sie das beim Aufruf über den Parameter --free-space an. Um Trupax interaktiv zu nutzen, greifen Sie auf Truxpaxgui zurück, die Version mit grafischer Benutzeroberfläche. Über die Symbole Add Files und Add Directories stellen Sie den Inhalt eines Truecrypt-Containers bequem zusammen. Im Optionsmenü finden sich Einstellungsmöglichkeiten wie das Ignorieren leerer Unterverzeichnisse. Zum Erzeugen eines Containers geben Sie abschließend lediglich noch ein Passwort an.

Trupax2

Lizenz: unfrei, kostenlose Nutzung

Quelle: http://www.trupax.com/home.html

Wertung

Dank Trupax2 müssen Sie nicht einmal Truecrypt auf dem System haben, um Daten in einem verschlüsselten Container zusammenzufassen. Mit der Kommandozeilenvariante des Tools erweitern Sie darüber hinaus eigene Skripte um Container-Funktionen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Desktop-Backup mit SSH, SMB und Verschlüsselung

    JBackpack, ein GUI-Programm zum Sichern und Wiederherstellen persönlicher Daten, ist in Version 0.9 verfügbar.
  • Eingepackt
    Für das Verschlüsseln kleiner Datenbestände erweisen sich herkömmliche Tools oft als Overkill. Das kleine Werkzeug Trupax springt hier in die Bresche und sichert kleinere Datenmengen einfach vor neugierigen Blicken.
  • Dateien und Ordner verschlüsseln mit TruPax
    Zum Verschlüsseln einzelner Dateien und Ordner bietet Linux viele Kommandozeilenprogramme. TruPax verbirgt deren Details hinter einer komfortablen grafischen Oberfläche und bietet damit flexiblen Zugriff auf die Daten.
  • News und Programme rund um GNOME
    GNOME und GTK als Programmbasis von GNOME haben in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden. Inzwischen gibt es Programme für fast jede Aufgabe und täglich kommen neue hinzu. In der Rubrik Gnomogram wollen wir jeden Monat die Perlen unter den GNOME-Tools vorstellen und über die neuesten Gerüchte und Informationen zu GNOME berichten.
  • Datenverschlüsselung mit Truecrypt
    Sensible Daten gehören in den Datensafe: Truecrypt verschlüsselt nicht nur ganze Partitionen, sondern verbirgt sogar deren Existenz.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...