AMD setzt auf Fusion
Acer Aspire 5253 mit AMDs neuen Fusion-Chips
Seit AMD vor fünf Jahren Jahren ATI aufkaufte, spricht der Chiphersteller von Fusion, der Vereinigung von CPU und Grafikchip. Nun legt AMD endlich seinen ersten Vertreter dieser Gattung vor – Erzkonkurrent Intel hat diese Vereinigung quasi im Vorbeilaufen schon letztes Jahr mit seinen Core i3/i5 "Clarkdale" und den "Pinetrail"-Atoms vollzogen.
Doch AMD verfolgt einen anderen Ansatz als Intel: Beim grünen Team ist die Grafik stärker als die CPU, bei Intels Chips der Reihen "Clarkdale" und "Sandy Bridge" trifft genau das Gegenteil zu. Im Vergleich zu Intels Atom hingegen soll bei Fusion laut AMD die CPU etwas stärker und die Grafik deutlich leistungsfähiger ausfallen. Dann bliebe nur noch offen, ob AMD auch in Sachen Preis und Stromverbrauch Intel Konkurrenz machen kann.
Kern-Fusion
Die neuen Fusion-Chips setzen auf Radeon-HD6xx0-Chipsatzgrafik und "Bobcat"-CPU-Kerne. Bei "Bobcat" handelt es sich um ein rigoros auf Stromverbrauch optimiertes Redesign der K8-Athlon-Generation, das bei deutlich gesenktem Stromverbrauch nur minimal geringere Leistung bringen soll.
AMD liefert die in 40 Nanometer Strukturbreite gefertigten Chips der "Brazos" genannten Generation aktuell in zwei Varianten aus: Beim mit nur 9 Watt TDP spezifizierten C-50 (Codename "Ontario") handelt es sich um einen 1-GHz-Dualcore mit 256 KByte L2-Cache, den AMD mit einem Grafikchipsatz Radeon HD6250 (80 Shader-Units, 280 MHz Kerntakt) kombiniert. Der E-350 mit 18 Watt TDP ("Zacate") verfügt ebenfalls über zwei Kerne mit 256 KByte L2-Cache, läuft aber mit 1,6 GHz Taktrate. Sein Radeon-HD6310-Grafikkern hat zwar genau so viele Shader-Units wie der des "Ontario", taktet aber mit 500 MHz.
Beide Chips soll es auch in Singlecore-Varianten mit gleichem Stromverbrauch geben, die allerdings noch nicht in freier Wildbahn gesichtet wurden. Alle "Brazos"-Chips zwacken 256 MByte vom Hauptspeicher als VRAM ab und integrieren zusätzlich einen Speichercontroller für DDR3 bis 1066 MHz, was einen weiteren Grafik-Chip überflüssig macht.
Acer entscheidet sich für Leistung und setzt für sein günstiges Notebook Aspire 5253 primär auf den E-350, während das Netbook Aspire One 522 nur mit dem C-50 erhältlich ist.
Ausstattung
Die Ausstattung des Aspire 5253 fällt etwas spartanisch aus, bietet aber alles Nötige: 4 GByte RAM, eine 500-GByte-Festplatte, einen spiegelnden 15,6-Zoll-Bildschirm (1366x768 Pixel), einen 6-Zellen-Akku (4400 mAh, 48 Wh), DVD-Brenner, 1,3-Megapixel-Webcam und 802.11b/g/n-WLAN. An Anschlüssen gibt es dreimal USB 2.0, Gigabit-Ethernet, VGA, HDMI, Kopfhörer-Klinke und einen SD/MMC-Kartenleser. Wie üblich offeriert Acer zahlreiche Varianten des Geräts mit unterschiedlicher Ausstattung, bis zu 8 GByte RAM und 750-GByte-Festplatten. Auch mit C-50 (zum gleichen Preis, aber mit längerer Akkulaufzeit), Bluetooth und in den Farben braun und rot liefert der Hersteller das Gerät.
Acer bietet den 381 x 250 x 253 mm großen und 2,6 kg schweren Mobilrechner mit Windows 7 Home Premium (64 Bit) zum Preis von 500 Euro an. Die haptisch wie optisch wenig ansprechende Oberfläche des Aspire*5253 besteht aus geriffeltem Plastik und trägt dasselbe fingerabdruckaffine Muster (Abbildung 1) wie das Aspire One 721 [1]. Ärgerlich: Acer verbaut nur einen Lautsprecher – bei den winzigen Netbooks ist diese Unsitte recht verbreitet, aber bei einem großen 15-Zoll-Gerät darf man eigentlich zwei Lautsprecher erwarten.



