AA_rescue.png

© LNM

Drei auf einen Streich

Rettungs-CD nicht nur für den Notfall

17.02.2011
Geht es darum, die Ursache eines PC-Fehlers zu diagnostizieren oder ihn zu beheben, leistet die LinuxUser Rescue CD ganze Arbeit.

Gerade Linux-Anwender gelten bei Freunden und Bekannten als ausgewiesene Computer-Spezialisten – und werden entsprechend häufig bei Problemen am PC konsultiert. Wem das nicht fremd ist, tut gut daran, die richtigen Werkzeuge für den nächsten "Ernstfall" parat zu haben. Ganze Arbeit leistet hier die LinuxUser Rescue CD: Sie vereint drei wichtige Rettungs- und Konfigurationsdistributionen und bringt damit für beinahe jeden erdenklichen Schadens- oder Diagnosefall die richtigen Tools mit.

System Rescue CD

Ein alter Bekannter unter den Wartungs- und Rettungsdistributionen ist die System Rescue CD, kurz: SysRescCD [1]. Das auf Gentoo basierende System erreichte Anfang dieses Jahres erstmalig die Major-Version 2. Im Boot-Menü stehen vier verschiedene Kernel zur Auswahl. Als Standard kommt Version 2.6.35 mit Long Term Support in der 32- und 64-Bit-Version zum Einsatz. Der alternative Kernel liegt in Version 2.6.36.2 vor und bringt entsprechend aktuellere Treiber mit. Die grafische Oberfläche starten Sie nach dem Booten mit der Eingabe von wizard. Im Dialog wählen Sie im Normalfall den ersten Eintrag Xorg-run. Der Helfer erkennt dabei automatisch die Systemumgebung und startet X.org mit den passenden Einstellungen. Danach öffnet sich der schlanke Desktop XFCE.

Da das System jedoch in erster Linie für den Konsoleneinsatz konzipiert wurde, fällt der an die GUI gebundene Funktionsumfang entsprechend spärlich aus. Neben einem Dateimanager Emelfm2 und dem Hardware-Lister Lshw bietet die Distribution auf der Oberfläche nicht viel. Anders sieht es unter der Haube aus: Hier klotzt die SysRescCD mit einer umfassenden Unterstützung zahlreicher Dateisysteme, darunter auch NTFS schreibend und lesend. Zum Reparieren und Wiederherstellen von Boot-Einträgen und Partitionszuordnungen bietet die Distribution unter anderem Grub, Lilo, GParted und Gnu-Parted. Zum Erkennen von Malware kommen Clamav und Chkrootkit zum Einsatz. Die vollständige Paketliste finden Sie unter [2].

Neben der eigentlichen Distribution bringt SysRescCD noch eine Reihe an bootbaren Floppy-Images mit, die Sie über das Boot-Menü starten. Dazu zählen der grafische Bootloader GAG, der Ranish Partition Manager sowie Aida zur Hardware-Diagnose.

Grml-medium

Der nächste Vertreter des Trios heißt Grml-medium 2010.12 [3] und kommt aus Österreich. Die auf Debian basierende Rettungsdistribution mit dem Codenamen "Gebrüder Grml" setzt auf den Kernel 2.6.32, als grafische Oberfläche bietet sie wahlweise Fluxbox oder Wm-ng. Das Setup der Distribution erreichen Sie über die Desktop-Icons grml-config-user und grml-config-root. Zum Verwalten des Netzwerks klicken Sie auf configure network. Das Programmauswahlmenü erreichen Sie darin über einen Rechtsklick auf den Desktop. Reicht die Paketauswahl nicht aus, installieren Sie via apt-get zusätzliche Software nach. Der Distributor bietet dafür ein eigenes Repository an. Auch Grml setzt vorzugsweise auf Konsolenprogramme und bringt als Grundlage neben der Z-Shell unter anderem die Bash, Dash und Ksh mit. Zum schnellen Einrichten bietet das System diverse Skripte an: So etablieren Sie mit grml-vpn im Handumdrehen einen OpenVPN-Tunnel, grml-terminalserver startet den gleichnamigen Dienst.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2015_02

Digitale Ausgabe: Preis € 5,49
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 2 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Rootpasswort
Jutta Naumann, 29.01.2015 09:14, 1 Antworten
Ich habe OpenSuse 13.2 installiert und leider nur das Systempasswort eingerichtet. Um Änderungen,...
Neue SuSE-Literatur
Roland Welcker, 14.01.2015 14:10, 1 Antworten
Verehrte Linux-Freunde, seit Hans-Georg Essers Buch "LINUX" und Stefanie Teufels "Jetzt lerne ich...
DVD abspielen unter openSUSE 13.1
Michael Pfaffe, 12.01.2015 11:48, 6 Antworten
Hallo Linuxer, Bisher habe ich meine DVD´s mit linDVD unter openSUSE abgespielt. Mit der Versi...
Kontrollleiste SuSE 12.3 gestalten
Roland Welcker, 31.12.2014 14:06, 1 Antworten
Wie bekomme ich das Icon eines beliebigen Programms (aktuell DUDEN) in die Kontrollleiste und kan...
flash-player
roland reiner, 27.12.2014 15:24, 7 Antworten
Mein Flashplayer funktioniert nicht mehr-Plug in wird nicht mehr unterstütz,auch über google chro...