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Linux Mint Debian Edition 201012

Frische Minze

Der breite Zuspruch der Anwender hat die Linux-Mint-Entwickler dazu gebracht, ihre auf "Testing" basierende Debian Edition funktional voll auszubauen und jetzt auch für 64-Bit-Rechner anzubieten.

Das komfortable, unkomplizierte und elegante Linux Mint [1] hat sich zu einer nicht nur unter Linux-Einsteigern äußerst beliebten Distribution entwickelt. Es glänzt vor allem durch das unverkrampfte Einbinden proprietärer Treiber und Programme, aktuelle Multimedia-Extensions sowie eigene brauchbare Tools. Der Hauptzweig von Mint setzt auf Ubuntu auf, und so findet man auch hier den Gnome-Desktop, den die Entwickler allerdings um einige Zusätze wie ein verbessertes Menü mit Suchfunktion erweitert haben. Daneben gibt es auch Versionen mit KDE, XFCE oder dem besonders leichtgewichtigen Fluxbox als Desktop. Das als Live-System ausgelieferte Mint lässt sich aus dem laufenden Betrieb auf die Festplatte installieren.

Seit Anfang September 2010 vertreiben die Entwickler auch eine Linux Mint Debian Edition (LMDE, [2]), die statt auf Ubuntu auf dem Testing-Zweig von Debian basiert. Ursprünglich existierte nur eine 32-Bit-Version, die zudem gegenüber dem auf Ubuntu aufsetzenden Mint einige funktionelle Lücken aufwies. Diesen Rückstand holt das aktuelle LMDE-Release 201012 [3] nun zügig auf und liegt auch als 64-Bit-Variante vor. Zusätzlich machen eine Reihe von Verbesserungen bei der Performance, dem Installer, dem Hardware-Support, den Verbindungsmanagern, dem Sound-System sowie den Schriften LMDE noch interessanter.

Technische Daten

Name Linux Mint Debian Edition
Version 201012
Basis Debian Testing
Kernel 2.6.32
Desktop Gnome 2.30.2
X-Server X.org 7.5
Anwendungen Firefox 3.6.13, Gimp 2.6.10, OOo 3.2.1
Architektur i686, amd64
Besonderheiten Rolling Release, eigenes Menü und Tools

Rock'n'Roll

Die Stable-Releases von Debian basieren auf dem Testing-Zweig der Distribution. Allerdings friert Stable einen gewissen Stand ein und erhält nach der Fertigstellung nur noch Fehlerkorrekturen und Sicherheitsaktualisierungen. Neuen Software-Versionen jedoch fließen grundsätzlich nicht mehr ein. Die bringt erst ein Upgrade auf die nächsthöhere Stable-Version auf die Platte.

Dagegen aktualisieren die Entwickler den Testing-Zweig laufend weiter, sodass es sich bei einer darauf basierenden Distribution wie LMDE um ein sogenanntes Rolling Release handelt: Damit bleibt man unkompliziert und dauerhaft sehr nah an den aktuellsten Entwicklungen, ohne in regelmäßigen Abständen eine neue Distributionsversion installieren zu müssen.

Hierbei stellt sich aber die grundsätzliche Frage, wie viel Instabilität dabei droht, und ob man eventuell ein Abenteuer damit eingeht. Tatsächlich fängt der Testing vorgeschaltete Debian-Zweig Unstable aber die meisten Mängel bereits im Vorfeld ab, sodass der Workflow mit Testing weitgehend ungestört bleibt. Auch Sicherheitsaktualisierungen gibt es hier schon laufend.

Neben den Standard-Paketquellen findet sich bei LMDE in /etc/apt/sources.list neben dem beliebten, aber inoffiziellen www.debian-multimedia.org auch das Mint-eigene Repository packages.linuxmint.com. Es umfasst neben distributionsspezifischen Paketen unter anderem auch Software wie Firefox (Debian selbst beinhaltet stattdessen Iceweasel), Dropbox und die unfreie Version von Oracle Virtualbox.

Da sich die Debian-Repositories vor allem von Testing laufend verändern, fordert LMDE bei der Aktualisierung nach der Neuinstallation eine ganze Menge Pakete an – zum Testzeitpunkt waren es 232 Pakete mit 348 MByte Umfang. Ähnliches gilt für den laufenden Betrieb, in dem LMDE häufiger Updates offeriert, als man es von Ubuntu und insbesondere Debian Stable gewohnt ist.

Fazit

Mit der Debian Edition, die mit dem neuesten Release qualitativ zur Ubuntu-basierten Fassung aufschließt und auch als 64-Bit-Version vorliegt, untermauert Linux Mint seinen Anspruch auf einen Platz unter den internationalen Top-Distributionen. Vor allem Ubuntu muss damit rechnen, dass immer mehr Anwender mehr als nur einen Seitenblick auf Linux Mint werfen. Speziell LMDE trägt sicherlich auch zur weiteren Verbreitung von Debian bei, einem der ausgereiftesten und umfangreichsten Linux-Systeme. 

Infos

[1] Linux Mint: http://www.linuxmint.com

[2] Kurzvorstellung LMDE: Christoph Langner, "Ungebremst", LU 11/2010, S. 8, http://www.linux-community.de/22173

[3] Release Notes zu LMDE 201012: http://blog.linuxmint.com/?p=1604

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