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© Vieloryb, 123RF

Fix ein Fax

Einfach und schnell faxen mit Efax-Gtk

04.02.2011
Das pfiffige kleine Skript Efax bietet im Prinzip alles, was man zum Faxen braucht. Das grafische Frontend Efax-gtk ergänzt das Ganze zu einer komfortablen Fax-Lösung, die kaum noch Wünsche offen lässt.

Trotz E-Mail und PDF sind Faxe für viele Anwender immer noch ein unverzichtbares Kommunikationsmittel, auch wenn sich die Technologie erkennbar dem Ende ihrer Lebensdauer nähert. Viele Vertragspartner halten Fernkopien im Vergleich zu E-Mails für sicherer und akzeptieren sie daher lieber. So verwundert es nicht, dass man auch heute noch gelegentlich in die Verlegenheit kommt, ein Fax versenden oder annehmen zu müssen.

Auf der Suche nach einer dafür geeigneten Lösung stößt man unter Linux schnell auf das kleine Paket Efax [1] von Ed Casas, das dieser bereits seit 1999 entwickelt. Efax besteht im Wesentlichen aus drei Teilen: Es umfasst ein Programm zum Aufbereiten und Senden von Faxen (efax), eines zum Empfangen und Umwandeln empfangener Daten in Bilddateien (efix) und ein Skript (fax), das als Anwenderschnittstelle dient und die beiden erstgenannten Befehle nutzt.

Als Schnittstelle zur Telefonleitung verwendet das Programm aufgrund seines quasi biblischen Alters ein ganz normales analoges Faxmodem der Klassen 1, 2 oder 2.0.

Efax konfigurieren

Die Konfiguration von Efax wirft keine großen Probleme auf. Die meisten Einstellungen hängen ohnehin nur von den Wünschen des Anwenders ab. Alle Einstellungen nehmen Sie in einer der Konfigurationsdateien vor, typischerweise /etc/efax.rc für systemweite und ~/.efaxrc für private Einstellungen. Die Bedeutung der dort eingetragenen Konfigurationsvariablen erläutert die Tabelle "Wichtige Konfigurationsvariablen".

Lediglich das Ermitteln der Schnittstellen für das Faxmodem kann eine gewisse Hürde darstellen – insbesondere bei Laptops, die ja normalerweise über keine seriellen Schnittstellen verfügen. In allen Fällen hilft das zum Paket wvdial gehörende Werkzeug wvdialconf, die richtige Gerätedatei für das Modem zu ermitteln: Das Programm testet systematisch die vorhandenen Schnittstellen durch, bis es das Modem findet.

Speziell für Laptops gibt es für wenig Geld einfache USB-Adapter, die eine serielle Schnittstelle bereitstellen, sodass Sie auch hier passende Modems noch nutzen können.

Wichtige Konfigurationsvariablen

Variable Funktion
DEV=Gerätedatei stellt das Modem-Device ein
FROM="Nummer" setzt die Absendernummer im Fax-Header
NAME="Absender" Absendername in Fax-Header
PAGE=Format Format für Fax-Ausdrucke
PRTYPE=Typ Typ des Druckers, pcl oder ps
PRCMD="Druckbefehl" lpr, lp oder ein anderer
VIEWCMD="Viewer" Anzeigeprogramm, liest von Standardeingabe
GS=gs Ghostscript-Programm
LOCK='-x /var/lock/LCK..$DEV' Lock-Datei
TSTAMP='date +%m%d%H%M%S' Datumsbefehl für Namen empfangener Faxe
LOOKUP='Code' Befehlszeile zum Bereinigen von Telefonnummern
DIRFILES="${HOME:-.}/.faxdir" Suchpfad für Telefonbücher
TELCVT='Code' Befehlszeile zur Umwandlung langer Telefonnummern
RES=204x196 voreingestellte, feine Auflösung (196 lpi)
PRINT='Code' Befehlszeile zur Druckaufbereitung
VIEW='Code' Befehlszeile zur Bildschirmdarstellung
DATECMD='date "+%Y/%m/%d %H:%M"' Befehlszeile zum Erstellen der Datums im Fax-Header
HDR='Code' Befehlszeile zum Erzeugen des Fax-Headers
BUSYRETRIES="Sekunden" Pausen bei besetzt in Sekunden
FAILRETRIES="Sekunden" Wiederholungen in Sekunden
NICE="Code" Befehlszeile für nice
RM="Code" Code zum Löschen von Dateien in Warteschlangen
LS="Code" Code zum Listen von Dateien in Warteschlangen
CONSOLE=/dev/console Konsolengerät
FaxDIR=/var/spool/fax beschreibbares Verzeichnis für eingehende Faxe
LOGDIR=/var/log/efax beschreibbares Verzeichnis für Fax-Protokolle
ANSFNAME="Code" Code für den Namen empfangener Faxe
SENDMAIL=Code Befehl zum Senden von E-Mails
NOTIFY='Code' Code zum E-Mail-Versand empfangener Faxe
ANSRINGS=Anzahl Klingelzeichen bis zum Anheben des Fax-Geräts
DATAOPT="Code" Code für "adaptive answers"
DCMD="Code" Getty-Code
FONE=Code Programm als Anrufbeantworter
VCMD="Code" Code zum Starten des Anrufbeantworters
OWNER=Eigentümer Eigentümer für Fax-answers-Faxe
MODE=dezimaler Modus Modus für für Fax-answers-Faxe
NOLOG='[Codes]' Codes für nicht protokollierte Ereignisse

Efax im Einsatz

Sobald es um das Versenden oder Empfangen von Faxen geht, haben Sie es üblicherweise hauptsächlich mit dem Skript fax zu tun. Sie rufen es auf der Kommandozeile meist in einer der beiden Formen fax s Nummer Datei zum Senden oder als fax r beziehungsweise fax answer zum Empfangen auf.

Das Skript kann aber noch mehr: So lassen sich damit schnell neue (Text-)Faxe erstellen (fax new) oder empfangene Faxe anzeigen (fax view), ausdrucken (fax print) und löschen (fax rm). Eventuell notwendige Einstellungen geben Sie fax in Form temporärer Shell-Variablen mit. So setzt beispielsweise fax s NAME='Karsten' ... den Namenseintrag im Fax-Header entsprechend, ohne die Konfigurationsdateien zu verändern. Viele weitere Einstellungen – etwa die Fax-Auflösung – steuern Sie bei Bedarf über Optionen in der Befehlszeile (siehe Tabelle "Optionen des Fax-Skripts").

Optionen des Fax-Skripts

Befehl Kurzform Funktion
fax help Kurzhilfe
fax make Datei m TIFF-G3-Zwischengrafiken erzeugen
fax send {-m|Nummer} Datei... s senden
fax receive [Prefix] r Fax entgegennehmen
fax {print|view|rm} Datei... Fax drucken, anzeigen, löschen
fax {queue|status|start|stop } Fax-Queue verwalten
fax answer auf Faxe warten und empfangen, Automatikmodus
... -l ... "low resolution" für Faxe
... -v ... "verbose" für umfangreichere Fehlermeldungen

Eine Einschränkung gilt es bei der Nutzung zu beachten: efax akzeptiert als Eingabe nur reine Textdateien oder Postscript-Files. Letztere dürfen dann auch beliebige Bilder enthalten. Gibt es beim Versand einmal Probleme, lassen sich mittels fax m Datei die für den Faxversand normalerweise automatisch erzeugten TIFF-G3-Zwischengrafiken manuell anlegen und anschließend inspizieren.

Freilich lässt sich die Beschränkung auf Postscript-Eingabedateien leicht umgehen: Zum einen bieten viele Textverarbeitungen und Editoren den Ausdruck in eine Postscript-Datei an, zum anderen gibt es ja auch noch die genialen ImageMagick-Suite. Mit deren Hilfe lässt sich so ziemlich Alles in Jedes konvertieren, basierend auf dem Befehl convert. Eine grafische Variante dieses Konverters gibt in Form von Converseen [2].

Auch Ghostscript akzeptiert bereits eine Anzahl von Eingabeformaten, einschließlich mehrseitige TIF-Bilder ("multipage TIFFs"), die das Programm dann nach Postscript umwandelt oder besser gesagt entsprechend "verpackt".

Das fax-Skript ist wirklich vorbildlich dokumentiert und sehr ordentlich aufgebaut. Allein schon deshalb empfiehlt es sich, unbedingt einmal einen Blick darauf zu werfen – man kann einiges lernen. Die zum Programm gehörenden Man-Pages sind sehr informativ und enthüllen viele spannende Details.

Ein Problem tritt bei einigen Programmversionen auf: Dort liefert der Versuch, Postscript-Files zu senden, eine Fehlermeldung ähnlich wie in Listing 1 zu sehen. Als Workaround reicht es aber aus, Ghostscript mit der zusätzlichen Option -dMaxStripSize=0 aufzurufen, um das Problem zu beheben.

Listing 1

efax: 38:50 Error: can't read multi-strip TIFF files
efax: 38:50 Error: missing offset to TIFF data
efax: 38:50 done, returning 2 (unrecoverable error)

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Kommentare
Re:
ArtieM (unangemeldet), Dienstag, 08. Januar 2013 11:57:04
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Ich wusste nichts über Efax. Aber wenn es etwas änlich wie http://www.popfax.com ist dann finde ich es sehr gut. Die Fax Online Lösung finde ich am besten, wenn man kein Faxgerät in der Nehe ist.


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