In der Praxis

Wir testeten Turboprint mit einem Multifunktionsgerät vom Typ Canon MP640. Zwar stellt Canon auf seiner Webseite Treiber für diese Baureihe zur Verfügung, die sich allerdings als äußerst kapriziös erweisen: Unter Mandriva Spring 2010.1 beispielsweise war der Drucker mit den Canon-Treibern nicht zur Mitarbeit zu bewegen. Turboprint hingegen erkannte das Gerät bei der Installation sofort und richtete das Kontrollzentrum entsprechend den Fähigkeiten des Druckers ein. Auch auf einem Testsystem mit dem älteren Ubuntu 8.04.1 gab es an Turboprint nichts zu bemängeln.

Neben Text- und Farbdrucken auf herkömmlichem Papier prüften wir die Treiber zusätzlich mit großformatigen Fotoausdrucken. Dabei kam sowohl spezielles Glossy- als auch herkömmliches Normalpapier zum Einsatz. Den jeweils genutzten Papiertyp passten wir im Konfigurationsmenü des Turboprint-Kontrollzentrums unter dem Reiter Druck entsprechend an. Die Ausdrucke erfüllten dabei unsere Erwartungen voll und ganz. Ein gleichmäßiger Tintenauftrag sowie eine naturgetreue Farbwiedergabe erbrachten insbesondere bei den Fotoausdrucken Ergebnisse, wie man sie sonst nur von speziell für diesen Zweck konstruierten Thermosublimationsdruckern her kennt.

Da das Canon-Testgerät Treiber für andere Betriebssysteme mitbringt, nahmen wir uns des Fotoausdrucks auch unter MS-Windows mit den Originaltreibern an. Hier zeigte sich bei Einstellung der gleichen Testparameter ein sichtbarer Qualitätsverlust gegenüber den Turboprint-Ausdrucken. Der Tintenauftrag beim Fotodruck erfolgte deutlich zu stark, sodass es einige Zeit dauerte, bis die Ausdrucke auf dem Glossy-Papier getrocknet waren. Auch die Konturenschärfe ließ zu wünschen übrig. Turboprint kann somit zumindest bei diesem Gerätetyp eindeutig die besseren Treiber vorweisen.

Fazit

Mit Turboprint macht der Einsatz aktueller Drucker unter Linux richtig Spaß. Die Software glänzt schon äußerlich durch ihre aufgeräumten Oberflächen und ansprechend gestaltete Fenster. Ganz besonders die inneren Werte können sich aber sehen lassen: Das Kontrollzentrum und der Druckermonitor lassen bei der Konfiguration und Überwachung von Farbtintenstrahldruckern keine Wünsche offen. Selbst herstellereigene Druckertreiber unter anderen Betriebssystemen bieten oft weder die Druckqualität noch den Funktionsumfang von Turboprint.

Die unterschiedlichen Funktionen vor allem zum Farbmanagement in der "Pro"-Version kommen Anwendern sehr entgegen, die gern Fotos naturgetreu reproduzieren. Auch für die professionelle Druckvorstufe und für Media-Agenturen hat Hersteller Zedonet ein Eisen im Feuer: Die "Studio"-Variante von Turboprint bietet ein noch höheren Funktionsumfang.

Ärgerlich an der "Pro"-Version ist allerdings die Beschränkung auf einen Einzelplatz und maximal zwei Drucker. Dieses Manko lässt sich jedoch angesichts der gebotenen hervorragenden Gesamtleistung für die meisten Nutzer verschmerzen. 

Infos

[1] Turboprint: http://www.turboprint.de

[2] Unterstützte Drucker: http://www.turboprint.de/printers.html

[3] 30-Tage-Testversion: http://www.turboprint.de/download.html

[4] CUPS-Grundlagen: Florian Effenberger, "Knopf-Druck", LU 03/2011, S. 32, http://www.linux-community.de/22933

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