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CUPS lässt sich nicht nur unter Linux benutzen, sondern dient seit einiger Zeit auch als Drucksystem für Mac OS X. Allerdings zeigt das Apple-Betriebssystem standardmäßig keine Freigaben an, da eine wichtige Einstellung fehlt – diese holen Sie im Mac-Terminal mittels cupsctl BrowseRemoteProtocols=cups aber einfach nach.

Anschließend sehen Sie die von Linux freigegebenen Drucker automatisch unter Systemsteuerung | Drucken & Faxen (Abbildung 8). In unserem Test war anschließend noch ein weiterer Schritt nötig, um auch in Anwendungen auf den Drucker zuzugreifen: Wir mussten ihn durch einen Klick auf das Plus-Zeichen hinzufügen [2].

Abbildung 8: Auch unter Mac OS X lassen sich die Drucker mit einem kleinen Kniff automatisch einbinden.

Auch Microsoft-Clients unterstützt CUPS. Ältere Windows-Versionen binden Sie am besten über die Samba-Schnittstelle an, da sie das genutzte Protokoll IPP entweder gar nicht oder nur unzureichend unterstützen. Aktuellere Windows-Versionen hingegen greifen auch direkt auf CUPS zu. Mehr Informationen dazu liefert ein Artikel bei Ubuntuusers.de [3].

Das Treiberproblem

Bis hierhin hat sich CUPS wacker geschlagen. Allerdings: So problemlos wie mit unseren Testgeräten geht es nicht immer vonstatten, denn ähnlich wie bei anderer Hardware unterstützt noch lange nicht jeder Drucker das freie Betriebssystem.

Bei zu neuen Geräten, die CUPS noch nicht erkennt, kann es helfen, einfach den Treiber des Vorgängers auszuwählen, auch wenn dann mitunter einzelne Funktionen verloren gehen. Oft bietet der Hersteller glücklicherweise auch so genannte PPD-Dateien an, die CUPS sagen, wie es den Drucker ansteuern muss und die Sie einfach im letzten Schritt des grafischen Assistenten angeben.

Auf der Seite OpenPrinting.org [4] gibt es zudem eine laufend aktualisierte Zusammenstellung von Druckern und Angaben zu deren Linux-Unterstützung. Jedoch gibt es auch immer wieder Geräte, die man nur auf Umwegen überhaupt zum Laufen bekommt: Bei den sogenannten GDI-Druckern haben Sie ohne Windows oft keine Chance [5]. Es empfiehlt sich daher, vor dem Kauf einen Blick auf die Kompatibilitätslisten zu werfen. 

Glossar

CUPS

Common Unix Printing System. Nach dem Client-Server-Prinzip struktutiertes Drucksystem für unixoide OS; lässt sich sowohl unter der GPL als auch unter proprietären Lizenzen nutzen.

IPP

Internet Printing Protocol (RFC 2910/2911). Stellt Druckdienste über TCP/IP-Netze zur Verfügung, basiert auf HTTP 1.1 mit bidirektionalen Erweiterungen.

ACLs

Access Control Lists. Solche Zugriffsteuerungslisten erlauben eine gegenüber einfachen Zugriffsrechten erweiterte Kontrolle, wie etwa unterschiedliche Rechte für verschiedene Benutzer und Gruppen.

Apple

Mitte 2007 stellte Apple den CUPS-Hauptentwickler Michael Sweet ein und erwarb dabei parallel auch die Rechte am Quellcode des Unix-Drucksystems.

Der Autor

Florian Effenberger engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für freie Software. Er ist Gründungsmitglied und Mitglied des Steering Committee der Document Foundation. Zuvor war er fast sieben Jahre bei OpenOffice.org aktiv, zuletzt als Marketing Project Lead. Zudem schreibt er regelmäßig für zahlreiche deutsch- und englischsprachige Fachpublikationen.

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