Ab ins Web

Neben den grafischen Tools und dem Befehl cupsctl gibt es eine dritte Möglichkeit, auf das Drucksystem zuzugreifen: Mithilfe eines Webbrowsers gelangen Sie unter http://Rechnername:631 in die Webadministration (Abbildung 7). Über die Registerkarten am oberen Bildschirmrand navigieren Sie zu den verschiedenen Funktionen. Ein Klick auf Verwaltung zeigt Ihnen unter Grundlegende Servereinstellungen auf der rechten Seite die Optionen, die Sie kurz zuvor per cupsctl eingestellt haben. Auch hier gilt also wieder: Egal, über welches Tool Sie Einstellungen vornehmen – CUPS speichert alles zentral. Deaktivieren Sie beispielsweise via Web die Freigabe, hat dies denselben Effekt wie mit cupsctl.

Abbildung 7: Auch im Web macht CUPS eine gute Figur.

Die Weboberfläche bietet neben einem schnellen Zugriff auf Konfigurationsdateien und Protokolle auch eine Übersicht der aktuell anstehenden Aufträge sowie der verfügbaren Drucker, wobei sie auch die auf entfernten Systemen erkannten Geräte anzeigt. Die Funktionen ähneln dabei sehr den Möglichkeiten, die auch das Gnome-Druckertool bietet: Diverser Wartungsaufgaben, Freigeben oder Stoppen von Druckern und Ändern der Einstellungen. Für Administratoren bietet CUPS im Web zahlreiche Möglichkeiten, den aktuellen Druckerstatus abzufragen und den Printserver zu warten – selbst dann, wenn auf dem Server kein grafisches System installiert ist. So wurde in unserem Test hier auch korrekt angezeigt, wenn der per USB angeschlossene Drucker ausgeschaltet war.

Anwender sollten nach Möglichkeit hingegen auf die grafischen Tools ausweichen. Zwar bietet das Webinterface ebenfalls Installationsassistenten an, die Arbeit mit den Gnome- bzw. KDE-Tools geht jedoch viel einfacher von der Hand. Übrigens können Sie mit dem Gnome-Tool ebenfalls auf einen entfernen CUPS-Server zugreifen, indem Sie unter Server | Verbinden dessen Hostnamen oder IP-Adresse eingeben.

Tiefenkenntnis

CUPS kann noch weitaus mehr. Die komplette Konfiguration lagert in Form von Textdateien im Verzeichnis /etc/cups. Eingerichtete Drucker führt beispielsweise die Datei printers.conf auf, die Konfiguration für CUPS selbst findet sich in cupsd.conf. Details zu den möglichen Konfigurationsoptionen finden Sie in der Online-Hilfe oder über man cupsd.conf. Einige nützliche Beispiele: Abgearbeitete Druckdaten entfernen Sie mittels

$ sudo cupsctl AutoPurgeJobs=Yes PreserveJobFiles=No PreserveJobHistory=No

Um zu jedem Drucker den Servernamen anzuzeigen, nutzen Sie sudo cupsctl BrowseShortNames=No, und eigene SSL-Zertifikate binden Sie über folgenden Befehl ein:

$ sudo cupsctl ServerKey=/etc/ssl/private/printserver.key ServerCertificate=/etc/ssl/certs/printserver.crt

Nach allen Konfigurationsänderungen sollten Sie CUPS mittels sudo restart cups neu starten.

Besonders in größeren Netzwerken kommt häufig die Möglichkeit zum Einsatz, das Drucken nur bestimmten Benutzern zu erlauben und ein sogenanntes Accounting zu betreiben. So kann an Universitäten beispielsweise der teure Plotter nur den Professoren offenstehen, wobei CUPS die Druckkosten seitengenau erfasst. Ebenso unterstützt CUPS dank ACLs verschiedene Berechtigungsstufen. Im Beispiel der Universität könnte so der jeweilige IT-Verantwortliche alle Drucker der eigenen Fakultät konfigurieren, hätte jedoch keinen Zugriff auf Geräte in anderen Gebäuden.

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