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© Luke-sz, sxc.hu

Mobiler Hotspot

WLAN, WWAN und Server im Handyformat

18.01.2011
Mit dem E5 offeriert der chinesische Anbieter Huawei einen kombinierten UMTS-WLAN-Router, der Sie von überall aus innerhalb von Sekunden ins Internet bringt.

Welcher echte Road Warrior träumt nicht davon, mit seinem Notebook drahtlos überall im Internet zu surfen? Dazu bräuchte es einen mobilen Hotspot mit UMTS-Anbindung, der vielleicht zusätzlich als Server dient und trotzdem kleiner ausfällt als die meisten Handys. Gibt's nicht? Doch, der Huawei E5 [1] macht's möglich.

Das Design des E5 erinnert sowohl in der Form als auch der Größe an ein etwas geschrumpftes Smartphone (Abbildung 1). Eine dezente silberfarbene Oberseite mit schwarz spiegelndem Display ergänzt den abgerundeten, weißen Gehäusekorpus. Die Bedienelemente fallen spartanisch aus: An der rechten Seite des E5 finden sich drei kleine Tasten mit spürbarem Druckpunkt. Eine dient dem Ein- und Ausschalten des Geräts, die mittlere dem schnellen Verbindungsaufbau ohne Konfiguration von Sicherheitsparametern über das WPS-Protokoll und die dritte dem Abmelden im manuellen Modus dient.

Abbildung 1: Klein, leicht und elegant präsentiert sich der Huawei E5.

An der linken Seite befindet sich ein Kartenslot für eine MicroSD-Karte. Neben dem eigentlichen UMTS-WLAN-Router purzeln beim Auspacken ein USB-Kabel, ein Lithium-Polymer-Akku, ein weltweit einsetzbares Netzteil mit Eurostecker sowie eine rund 30 Seiten umfassende Kurzanleitung in fehlerfreiem Deutsch aus dem Karton. Ein Hinweis auf die GNU General Public License in dem Handbuch macht lässt schon vermuten, was sich bei genauerem Hinsehen bestätigt: Im E5 versieht ein Embedded Linux als Betriebssystem den Dienst.

UMTS-WLAN-Router Huawei E5

WLAN 802.11b/g (WEP, WPA-PSK, WPA2-PSK)
WWAN GSM/GPRS/EDGE (850/900/1800/1900 MHz), UMTS/HSPA (2100 MHz)
Uplink max. 5,76 MBit/s (HSUPA)
Downlink max. 7,2 MBit/s (HSDPA)
Funktionen
Hotspot Max. fünf Clients
Netzwerk Firewall, DHCP-Server, DNS-Relay, NAT
Fileserver Zugriff vom WLAN auf die Daten einer optionalen MicroSD-Karte
Betriebszeiten
Akku 3,3 Watt, 4,2 Volt, 1500 mAh (Lithium-Polymer)
Standby 100 Stunden
Betrieb 4 Stunden
Extras MicroSD-Kartenslot (32 GByte)
Anschlüsse Mini-USB
Größe und Gewicht
Größe 95,5 x 48,6 x 13,7 Millimeter
Gewicht 90 Gramm
Preis
Preis ca. 110 Euro (Amazon)
1 Herstellerangabe

Erster Kontakt

Im Gegensatz zu vielen stationären UMTS-WLAN-Routern, die einen USB-Surfstick zum Betrieb benötigen, verfügt das Huawei-Gerät über ein eingebautes UMTS-Modem und kommt daher ohne zusätzliche Hilfsmittel aus. Um den UMTS-WLAN-Router einsatzbereit zu machen, öffnen Sie zunächst das Gehäuse, indem Sie an der Oberseite des Geräts eine kleine Taste gedrückt halten und gleichzeitig die Unterschale von der Oberschale trennen. Dann schieben Sie in den mit einem Metallrahmen versehenen Kartenslot die SIM-Karte ihres Providers. Nach dem Einlegen der Karte fixieren Sie den Akku darüber und verschließen das Gehäuse wieder.

Den Akku laden Sie über den Mini-USB-Anschluss an der Unterseite des Routers auf. Betreiben Sie den E5 stationär, bietet es sich an, das mitgelieferte Netzteil mit Mini-USB-Stecker zu verbinden. Beim mobilem Einsatz bezieht der Router vorzugsweise über eine herkömmliche USB-Verbindung die erforderliche Energie. Haben Sie den Router ausgeschaltet, lädt sich der Akku bei bestehendem Anschluss an ein eingeschaltetes Notebook oder das Netzteil automatisch. Im Akkubetrieb bietet das Gerät laut Hersteller bis zu 4 Stunden Betriebszeit und maximal 100 Stunden Standby. Diese Daten bestätigten sich im Test.

Nach dem ersten Einschalten erscheinen auf dem hell leuchtenden LED-Display gut sichtbar einige Statusmeldungen. Neben dem gewählten Netz zeigt das Display die Signalstärke, den WWAN-Modus (2G für GPRS oder EDGE, 3G für UMTS oder HSPA), die Anzahl der aktiven WLAN-Clients, den gewählten Betriebsmodus des Routers (automatisch oder manuell), den Akkuzustand und – mit einem kleinen symbolisierten Globus – den Zugang ins Internet an.

Der Router ermöglicht maximal fünf WLAN-Clients den Internet-Zugriff. Der E5 unterstützt dazu die Standards 802.11b und 802.11g, was eine maximale Datenrate von 54 Mbit/s ermöglicht. Auf der WWAN-Seite bietet der UMTS-WLAN-Router dank HSPA eine maximale Downlink-Geschwindigkeit von 7,2 Mbit/s und eine Uplink-Transferrate von bis zu 5,76 Mbit/s. Allerdings stehen entsprechende Verbindungen in Deutschland noch nicht flächendeckend zur Verfügung.

Konfiguration

Die Konfiguration des E5 nehmen Sie – wie bei vielen DSL- und WLAN-Routern üblich – über ein Webinterface vor. Dazu geben Sie bei bestehender WLAN-Verbindung im Webbrowser die Adresse http://192.168.1.1 oder alternativ http://e5.home ein. So gelangen Sie umgehend auf die Startseite des Konfigurationsmenüs, wo Sie sich beim erstmaligen Anmelden mit dem Standardpasswort admin authentifizieren. Das sehr aufgeräumt wirkende Interface gliedert sich nach in drei Bereiche: Die oben im Management-Portal befindliche Reiterleiste mit vier großen, horizontal angeordneten Reitern dient dem Aufruf der entsprechenden Menüs.

Der rechts angeordnete Reiter Einstellungen ermöglicht das Einrichten eines Internet- und WLAN-Zugangs entweder durch wenige Mausklicks mithilfe eines Assistenten oder manuell durch Anklicken der vertikal angeordneten Schaltflächen im linken Bereich des Fensters. Der links daneben befindliche Reiter microSD-Karte verzweigt in ein Menü, mit dessen Hilfe Sie Dateien verwalten und im Netz bereitstellen, die Sie auf einer in den Router eingeschobenen MicroSD-Karte abgespeichert haben.

Der zweite Reiter von links erlaubt es, bis zu 250 SMS über das Webinterface zu empfangen und zu versenden, während der ganz links angeordnete Reiter Verbindung den aktuellen Status des Routers visualisiert. Diese Seite hilft bei Problemen im Netz, weil sie Verbindungsmängel sowohl im WLAN als auch im WWAN sofort aufzeigt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der webbasierte Manager zeigt alle wichtigen Infos zur Funktion des E5 an.

Der Hauptbereich des Fensters bietet links Verzweigungen in Untermenüs an, während der größte Teil des Fensters den eigentlichen Einstelloptionen vorbehalten bleibt. In den Untermenüs tragen Sie kontextsensitiv Adressen und Ports ein, verwalten die Einstellungen zur SIM-Karte und konfigurieren die eingebaute Firewall sowie die Serverdienste.

Zwar arbeitet die im E5 eingebaute Firewall als reiner Paketfilter anhand von IP- und MAC-Adressen und erlaubt keine Stateful Packet Inspection, doch fallen einige protokollabhängige Einstellungen ungewöhnlich detailliert aus. So erlaubt es die Software des Huawei-Geräts, SIP-ALG-Einstellungen zu konfigurieren, die Sie zum Aufbau einer Voice-over-IP-Verbindung benötigen.

Für Anwendungen, die fest definierte Ports verwenden, wie Online-Spiele oder Programme zum Aufbau von Videokonferenzen, steht im Huawei-Router eine eigene Konfigurationsseite bereit. Auch virtuelle Serverports aktivieren Sie problemlos, so dass der UMTS-WLAN-Router für unterschiedlichste Anwendungen im Client-Bereich vorbereitet ist.

Weltweiter Einsatz

Wer oft im Ausland einen Zugang zum Internet benötigt, beschafft sich dazu aus Kostengründen in aller Regel am Zielort eine Prepaid-SIM-Karte eines lokalen Anbieters. Der Huawei E5 bietet eine passende Option, um unterschiedliche Profile anzulegen. Da er verschiedene Netze unterstützt (Quad-Band für weltweiten Einsatz im 2G-Bereich, Dualband im 2100-MHz-Band des 3G-Segments), eignet sich die Hardware für den Einsatz auf allen Kontinenten. Im Untermenü Verbindungsaufbau | Profilverwaltung legen Sie ein neues Profil an oder verwalten bestehende. Auf diese Weise stellen Sie durch einfachen Wechsel der SIM-Karte und Aktivieren des entsprechenden Profils die Funktion des E5 auch im Ausland sicher.

Qualitätsmanagement

Im Vergleich zu mehreren dedizierten UMTS-HSPA-Karten und USB-Surfsticks für den Einsatz mit dem Notebook zeigte der Huawei E5 im Test ein erfreulich konstantes Leistungsverhalten. So beeindruckte das Gerät mit gleichbleibend hohen Datenübertragungsraten ohne unmotivierte Verbindungsabbrüche, und das sowohl im EDGE- als auch im HSPA-Betriebsmodus.

Die zum direkten Leistungsvergleich herangezogenen und im gleichen Netz betriebenen Option-Cardbus-Karten zeigten selbst mit einem angeschlossenen externen Rundstrahler keine nur annähernd so ausgeglichene Leistung beim Senden und Empfangen wie der Huawei E5. Zudem fielen die Ping-Zeiten bei dem kleinen UMTS-WLAN-Router deutlich besser aus als bei Cardbus-Karten und Sticks, so dass der E5 durchaus als ernstzunehmende Alternative für handelsübliche USB-Surfsticks und UMTS-Karten in Betracht kommt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Erstklassige und konstante Empfangsleistung – hier unter Mandriva 2010.1 – bietet der Huawei E5.

Datenspeicher

USB-Speichersticks haben sich als Medium für den Datenaustausch und das Backup mittlerweile fest etabliert. Mobile Anwender jedoch sind froh über jede Komponente, die sie nicht mit herumtragen müssen. Der Huawei E5 entlastet den Road Warrior von den kleinen Speichermedien, indem er durch den einfachen Einschub einer handelsüblichen MicroSD-Karte zum Flash-Speicher mutiert.

Den MicroSD-Speicher nutzen Sie dann entweder lokal via USB oder rechnerübergreifend im WLAN. Dazu schieben Sie lediglich eine handelsübliche MicroSD-Karte in den dafür vorgesehenen Slot an der linken Seite des E5 und wählen anschließend im Konfigurationsmenü des Routers den Reiter microSD-Karte an. Ein nachfolgender Klick auf die Schaltfläche SD-Karten-Einstellungen oben rechts im Fenster öffnet den Konfigurationsdialog.

Hier legen Sie zunächst fest, ob Sie den Speicher über den Webbrowser für alle im Netz des Huawei-Gerätes befindlichen Computer freigegeben möchten oder ob Sie ausschließlich über die USB-Schnittstelle des Routers auf die Speicherkarte zugreifen wollen. Haben Sie die Freigabe des Speichers aktiviert, dürfen Sie im Falle mehrerer Partitionen auf der MicroSD-Karte den freizugebende Bereich festlegen. Last but not least müssen Sie noch definieren, ob die Anwender im Netz nur eine Leseberechtigung erhalten oder den Wechselspeicher auch beschreiben dürfen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Auch die Betriebsmodi für die Speicherkarte legen Sie im Webmanager fest.

Die Software erlaubt keine simultanen Zugriff auf die Speicherkarte sowohl über eine lokale USB-Schnittstelle als auch mithilfe des Web-Managers. Ein weiteres Manko der Serverfunktion besteht in der mangelnden Flexibilität der Browserschnittstelle. So ist es nicht möglich, komplette Ordnerhierarchien in einem Durchgang zu kopieren, was die Funktionalität des E5 als Backup-Medium bei mehreren angeschlossenen Clients stark einschränkt.

Das Löschen von mehreren Dateien, die auf dem Huawei E5 liegen, gestaltet sich per Webinterface eher umständlich: Nach dem Wechsel in den entsprechenden Ordner wählen Sie die zu löschenden Daten einzeln durch Setzen eines Häkchens vor jeder zu entfernenden Datei aus. Befinden sich einige hundert Dateien in einem Ordner, artet dieses Prozedere schnell zu einer Geduldsprobe aus.

Daher empfiehlt es sich bei großen zu sichernden und freizugebenden Datenbeständen, den Huawei E5 zunächst als lokalen Datenträger an der USB-Schnittstelle einzurichten, um dann ganze Verzeichnisbäume per Drag & Drop zu kopieren. Anschließend stehen diese Datenbestände nach Aktivieren der Freigabe allen angeschlossenen Rechnern bereit.

Fazit

Beim Huawei E5 stimmt fast alles: das einfaches Bedienkonzept, die durchdachte Konfiguration, das solide Gehäuse und der nahezu perfekt auf den Einsatzbereich abgestimmter Funktionsumfang. Lediglich das etwas umständliche Interface des Dateiservers und die daraus resultierenden Einschränkungen beim Verwalten größerer Datenarchive fallen unangenehm auf. Mobilen Anwender, die den Netzzugriff bislang mithilfe eines USB-Surfsticks oder einer Cardbus-UMTS-Karte realisiert haben, bietet der Huawei E5 zudem aufgrund seines ausgeglichenen Leistungsverhaltens eine ernsthafte Alternative. 

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Kommentare
Nichts neues...
flo (unangemeldet), Dienstag, 18. Januar 2011 21:44:47
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Geht auch mit den meisten Symbian/Android-Phones und der passenden (kostenlosen...) Software! Trotzdem sicherlich nützlich.


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