Modular

Grundsätzliche basiert Gpredict auf einem modularen Konzept. Jedes Modul enthält dabei eine beliebige Anzahl an Satelliten sowie eine Bodenstation. Jedes Modul ordnet das Programm dann als Reiter an, zwischen denen Sie jederzeit rasch wechseln können. Dieses Konzept ermöglicht beispielsweise, zu überwachenden Satelliten nach Themen (Astronomie, Erdbeobachtung, Wetter, etc.) zu gruppieren (Abbildung 1) oder Listen für unterschiedliche Bodenstationen (Wohnort, Urlaubsorte, …) vorzuhalten.

Beim Anlegen eines neuen Moduls geben Sie diesem zunächst einen Namen, wählen die Bodenstation aus und anschließend den oder die Satelliten (Abbildung 2). Die Auswahl nehmen Sie dabei entweder aus der kompletten alphabetisch sortierten Auswahlliste vor oder suchen einen Satelliten durch Eintippen seines Namens direkt. Allerdings arbeitet der Suchalgorithmus etwas seltsam: Gpredict sucht die eingetippte Zeichenkette nicht am Namensanfang, sondern gibt den ersten Namen aus, der den String an irgendeiner Stelle enthält. So springt die Markierung beispielsweise bei Eingabe von IRA (um den Infrarotsatelliten IRAS zu suchen) erst einmal auf ARIRANG 1 und erst beim vollständigen Namen auf IRAS. Außerdem arbeitet die Erkennung auch noch schreibweisenabhängig, was aber kaum einer Rolle spielt, da die Satellitennamen in der Liste ohnehin nur in Großbuchstaben vorliegen.

Abbildung 2: Zur Auswahl stehen 1200 wahlweise gruppierte Satelliten.

Als sehr hilfreich bei der Suche erweist sich die Möglichkeit, die Auswahlliste nur für eine bestimmten Kategorie anzeigen zu lassen, etwa Space & Earth Science (Weltraum- und Erderkundung) oder Geostationary. Es gibt aber auch Kategorien (Groups) wie etwa Latest Launches, also die zuletzt gestarteten Satelliten.

Jedes neue angelegte Modul findet seinen Platz in einem eigenen Reiter. Die zugeordneten Satelliten erscheinen in der Weltkarte mit ihrer jeweiligen Ausleuchtzone. Positionieren Sie den Mauszeiger über einem Satelliten, erscheint (zumindest bei Versionen nach Gpredict 0.9) eine kleine Info mit den aktuellen Koordinaten und der verbleibenden Zeit in Minuten bis zum nächsten Aufgang (AOS) über dem Horizont des Beobachtungsortes. Ist der Satellit gerade über dem Beobachtungsort zu sehen, gibt Gpredict stattdessen die Anzahl der Minuten bis zum Untergang (LOS). Um für einen Satelliten dessen Bahnkurve (Ground track) zu sehen, aktivieren sie die Funktion über das Kontextmenü mittels rechter Maustaste.

Bahndaten

Mit dem Menüpunkt Future passes erhalten Sie eine Tabelle mit den in den nächsten drei Tagen stattfindenden Passagen. Die rechte Spalte Vis ("Visibility") zeigt an, ob Sie die Passage auch beobachten können (V). Ein E ("eclipsed") weist darauf hin, dass der Satellit vermutlich verfinstert ist: Ein Satellit lässt sich dann am besten als Lichtpunkt erkennen, wenn die Sonne ihn noch bescheint, während am Beobachterstandort bereits Nacht oder zumindest fortgeschrittene Dämmerung herrscht.

Um diese Spalte zu aktivieren, setzen Sie unter Edit | Preferences in der Hauptgruppe Predict des Reiters Multiple Passes das Häkchen bei Visibility during pass. Diese Einstellung hat Gpredict übrigens dem bereits erwähnten Heavens Above voraus, das nur sichtbare Passagen liefert. Das kann (unter anderem) auch ein Grund sein, wenn sich die Angaben der beiden Anwendungen zu Satellitendurchläufen unterscheiden.

Der Doppelklick auf eine Zeile der Satellitenliste zeigt dann eine detaillierte Aufstellung mit Informationen über die Passage (Abbildung 3), wobei der erste Reiter eine Tabelle mit Daten einzelner Positionen auf der Bahn am Himmel enthält. Dazu zählen unter anderem Datum und Uhrzeit sowie die Koordinaten in Form von Azimut (Az) und Elevation (El). Die Gradangaben in der Spalte El zeigen, wie hoch sich der Satellit zu einem bestimmten Zeitpunkt über dem lokalen Horizont befindet (größter positiver Wert). Je nach maximaler Elevation und Höhe der Umlaufbahn zieht der jeweilige Satellit schneller oder langsamer über den Himmel.

Abbildung 3: Die Passage-Details für den Infrarot-Teleskop-Satelliten WISE ("Wide-field Infrared Survey Explorer") am 7. Dezember 2010 morgens.

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