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Satelliten verfolgen mit Gpredict

17.01.2011 Eine Vielzahl unterschiedlichster Satelliten umkreist mittlerweile unseren Planeten. Welche davon Sie wo am nächtlichen Himmel als Lichtpunkt beobachten können, sagt ihnen Gpredict.

Seit dem Start des ersten Erdsatelliten, des sowjetischen Sputnik im Jahre 1957, umkreist eine große Zahl unterschiedlichster Raumflugkörper die Erde. Vom einfachen Kommunikationssatelliten über mit komplexen Instrumenten ausgestatteten Erdbeobachtungssonden bis hin zur Internationalen Raumstation ISS reicht hier das Spektrum. Die meisten dieser künstlichen Erdbegleiter befinden sich in erdnahen Umlaufbahnen (LEO) von wenigen hundert Kilometern Höhe. TV- und Wettersatelliten dagegen nutzen den geostationären Orbit (GEO). Viele dieser Satelliten kann man in einer klaren Nacht als sich am Himmel bewegenden Lichtpunkt erkennen – ungeübte Beobachter verwechseln sie gerne mit Flugzeugen.

Um Satelliten zu identifizieren und – noch besser – ihre Bahnen vorherzusagen, gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten. Zu den weithin bekannten zählt die Internetseite Heavens Above [1], die solche Vorhersagen bereits seit vielen Jahren anbietet und die Satellitenbahnen auch in Sternkarten einzeichnet. Daneben unterstützen immer mehr Planetariumsprogramme das Satelliten-Tracking und stellen die künstlichen Erdbegleiter in ihren Sternkarten dar.

Gnome Predict (oder kurz: Gpredict, [2]) dagegen konzentriert sich ganz auf die Satelliten und bietet daher in dieser Hinsicht wesentlich mehr Möglichkeiten als Heavens Above. Doch vor dem Vergnügen steht die Installation – und hier gibt es, wie so oft bei Linux, mehrere Möglichkeiten.

Installationsvarianten

Viele Distributionen stellen Gpredict in ihren Repositories bereit, so auch das im Test verwendete Ubuntu. Während sich im Universe-Zweig von Ubuntu 9.04 nur das ältere Paket Gpredict 0.90 vorliegt, bietet Ubuntu 10.04 bereits die aktuellere Version 1.10 an. Aktuell ist allerdings Gpredict 1.20. Um es zu installieren, laden Sie über die Gpredict-Homepage oder von der Heft-DVD den Quellcode [3] herunter und übersetzen ihn. Hier gibt es allerdings so manche Hürde zu meistern: Manche Abhängigkeiten von Gpredict 1.20 lassen sich unter Ubuntu 9.04 nicht auflösen, da hier unter anderem die neueren Versionen für GTK+ und Glib nicht als Pakete zur Verfügung stehen.

Trotz der Fehlermeldung, dass Intltool zu alt sei, ließ sich Gpredict 1.20 jedoch unter Ubuntu 10.04 kompilieren. Die benötigten Libfreetype6-Pakete, obwohl in der Paketverwaltung aufgeführt, ließen sich allerdings nicht herunterladen. Sie fanden sich jedoch auf der Packages-Search-Seite [4] von Ubuntu. Vor dem Übersetzen des Quellcodes müssen noch die Devel-Pakete der benötigten Libraries installieren. Das betrifft GTK+ 2.12, Glib 2.16, Libcurl 7.16.0, Goocanvas 0.9, Libfreetype6, Hamlib (nur die Laufzeitumgebung) sowie – je nach Distribution – eventuell weitere Abhängigkeiten.

Kontrollzentrum

Nach dem Start von Gpredict fühlt man sich an ein Raumfahrt-Kontrollzentrum erinnert, dessen riesiger Bildschirm die Bahnen von Raumstationen in Kurvenform über einer Karte der Erde darstellt (Abbildung 1). In der Grundkonfiguration teilt sich das Fenster in drei Bereiche: die erwähnte Weltkarte, den Infobereiches eines Satelliten sowie die Polar View. Auf der Weltkarte tummeln sich alle ausgewählten Satelliten inklusive ihres jeweiligen Footprint.

Abbildung 1

Abbildung 1: Das Hauptfenster von Gpredict mit der (durch das maximierte Fenster stark verzerrten) Weltkarte, Infos zum Weltraumteleskop Hubble und der Polar View.

Im ersten Schritt legen Sie den eigene Standort fest, den Gpredict als Bodenstation (Ground Station) bezeichnet. Meist können Sie diesen aus einer umfangreichen Liste von Orten auswählen, die Gpredict unter Edit | Preferences im Reiter Ground Stations der Hauptgruppe General vorhält. Zur besseren Übersicht sortiert das Programm die Aufstellung nach Regionen wie Europa, Asien, USA, und so weiter.

Befindet sich keine der angebotenen Städte in der Nähe Ihres Wohnortes, legen Sie diesen selbst an. Dazu müssen Sie lediglich den Namen des Orts sowie dessen geografischen Koordinaten angeben, alle anderen Angaben sind optional. Mithilfe der Angabe der Höhe über dem Meeresspiegel (Altitude) berücksichtigt Gpredict bei der genauen Berechnung der Bahn am Himmel die Lichtbrechung in der Atmosphäre. Der QTH-Locator brauchen Sie nicht anzugeben, da das Programm ihn selbst berechnet.

Im Preferences-Fenster legen Sie außerdem die zu verwendenden Zahlenformate, die Aufteilung der Module, den Inhalt der Vorhersage-Listen, die Zeitauflösung und vieles andere mehr fest. Hier konfigurieren Sie daneben gegebenenfalls auch vorhandene Funkanlagen und Antennenantriebe. Achtung: Bei Number Formats sollten Sie auf jeden Fall das Häkchen bei Show local time instead of UTC setzen, da Gpredict ansonsten alle Zeiten in den Vorhersagelisten in Weltzeit (UTC) statt in Ortszeit angibt.

Sofern Gpredict nicht ohnehin schon selbst darauf hinweist, sollten Sie die Bahnelemente der Satelliten direkt nach der Installation und später jeweils nach wenigen Tagen aktualisieren: Bei erdumkreisenden Satelliten ändert sich die Bahn unter anderem aufgrund der Abbremsung in der Restatmosphäre mit der Zeit. Der Effekt fällt zwar relativ geringfügig aus, hat aber doch deutliche Auswirkungen auf die Vorhersagegenauigkeit. Die Datenauffrischung erledigen Sie via Edit | Update TLE | from network schnell und unkompliziert über das Internet. Die Aktualisierung lädt für alle Satelliten deren aktuelle TLE-Bahnelemente.

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