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Brett und Stift

Wacom Bamboo Pen & Touch CTH-460 unter Linux einrichten

Arbeiten mit xsetwacom

Als Nächstes möchten Sie nun vermutlich endlich die Buttons des Zeichentablets und des Stiftes einrichten oder die Druckempfindlichkeit einstellen. Halten Sie das Tablet so vor sich hin, dass sich die rote Schlaufe für den Stift auf der rechten Seite und die Buttons zur linken befinden, dann ist die oberste Taste Button1, die nächste Button2 und so weiter. Beim Stift fungiert die Spitze als Button1, Button2 und Button3 befinden sich auf der Wippe. Auch der Radierer bringt einen Button1 mit. Mit dem Touch-Bereich des Wacom-Tablets können Sie auch mit zwei Fingern scrollen oder über das Spreizen von zwei Fingern zoomen.

Möchten Sie mehr über die Fähigkeiten eines bestimmten Eingabegerätes erfahren, dann rufen Sie einfach xinput list-props Geräte-ID auf. Auch mit xsetwacom können Sie einige Details über das benutzte Tablet erfahren. So gibt zum Beispiel xsetwacom list param Gerätename eine umfangreiche Liste von möglichen Einstellungen und den aktuellen Werten aus. Gerätename müssen Sie hier (und bei allen xsetwacom-Befehlen) durch den kompletten Namen aus xsetwacom list ersetzen (Listing 4, Zeile 1).

Damit erhalten Sie eine Liste der möglichen Einstellungen. Um Informationen zu einem bestimmten Wert zu erhalten, nutzen Sie den Befehl xsetwacom get Gerätename Parameter. Möchten Sie zum Beispiel wissen, ob das Tablet korrekt ausgerichtet ist, geben Sie folgenden Befehl ein:

$ xsetwacom get "Wacom BambooFun 2FG 4x5 Finger pad" Rotate

Die Ausgabe sollte NONE anzeigen, das Tablet befindet sich somit im Normalmodus für Rechtshänder. Möchten Sie es als Linkshänder benutzen, können Sie es nicht einfach um 180° drehen, da sonst Aufwärtsstriche abwärts verlaufen und rechts und links vertauscht sind. Abhilfe schaffen Sie über den Befehl xsetwacom set (Listing 4, Zeilen 3 und 4).

Zu den ersten Einstellungen gehört meist auch der Bewegungsmodus. In der Grundeinstellung verwendet das Touchpad auf einen relativen Modus, das Zeichentablet einen absoluten. Das bedeutet, dass sich der Stift immer dort auf dem Bildschirm befindet, wo sie ihn auf dem Tablet ansetzen. Tippen Sie auf die rechte obere Ecke, dann landet der Stift auch auf dem Bildschirm genau dort.

Beim Touchpad im relativen Modus verändert sich der Mauszeiger immer relativ zur aktuellen Position: Befindet sich der Mauszeiger in der Mitte des Bildschirms und Sie tippen mit dem Finger in die obere rechte Ecke, bleibt der Mauszeiger in der Mitte des Bildschirms stehen. Die Touch-Oberfläche verhält sich also wie ein gewöhnliches Touchpad bei Notebooks.

Manche Nutzer bevorzugen auch beim Zeichnen mit dem Stift den relativen Modus. Umgekehrt möchten Sie vielleicht mit dem Finger zeichnen und das Pad dazu in den absoluten Modus umstellen. Für beide Aufgaben gibt es entsprechende Xsetwacom-Befehle (Listing 4, Zeilen 6 und 7).

Persistente Einstellungen

Sämtliche Xsetwacom-Befehle gelten nur für die aktuelle Sitzung. Das hat den Vorteil, dass Sie bei einer Fehlkonfiguration das Gerät durch einfaches Aus- und Einstecken zurücksetzen können. Möchten Sie eine bestimmte Einstellung permanent speichern, schreiben Sie die passenden Befehle ans Ende der Datei ~/.bashrc, sodass das System sie bei jedem Login ausführt.

Druckempfindlichkeit

Ebenfalls über Xsetwacom bestimmen Sie die Druckempfindlichkeit des Stifts und des Radierers (Abbildung 2). Die aktuellen Werte lesen Sie über den Befehl xsetwacom get aus (Listing 4, Zeile 9), die Standardwerte lauten 0 0 100 100. Um erst bei sehr starkem Druck einen satten Strich zu erhalten, ändern Sie die Standardwerte zu 50 0 100 50 (Listing 4, Zeile 10). Mögen Sie es lieber etwas leichter, dann stellen Sie die Werte auf 0 20 80 100. Die Werte des ersten und letzten Parameters zusammen müssen immer 100 ergeben, ebenso die Werte in der Mitte.

Abbildung 2: Solche "Kinderzeichnungen" lassen sich nur mit einem Grafiktablet mit druckempfindlichem Stift erstellen.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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