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© Bertvthul, sxc.hu

Struktur im Fokus

Vektorgrafik mit Sketsa SVG Editor

01.12.2010 SVGs erlauben das verlustfreie Skalieren von Grafiken. Mit Sketsa erstellen Sie diese Grafiken auf einfache Weise.

Beim Erstellen von SVG-Grafiken unter Linux drängt sich in erster Linie der Open-Source-Platzhirsch Inkscape als Werkzeug der Wahl auf. Das Programm mit seinen umfangreichen Funktionen sowie übersichtlicher grafischer Benutzeroberfläche kommt auch in der Windows-Welt gerne zum Einsatz, wenn keine kommerzielle Variante bereit steht oder deren Lizenz zu kostspielig für den gedachten Zweck wäre. Trotz der Vorteile gibt es durchaus kommerzielle Konkurrenz zu Inkscape.

Zu den weniger bekannten Vertretern aus der SVG-Zunft gehört der Sketsa SVG Editor aus dem fernen Asien [1], kurz Sketsa genannt. Die Macher hinter Sketsa arbeiten für das indonesische Unternehmen Kiyut Software aus der 2,3-Millionen-Stadt Surabaya auf der Insel Java [2]. Die liegt weit weg, und das mag ein Grund dafür sein, dass diese Software in unseren Breiten bislang wenig Bekanntheit erlangt hat.

Im Gegensatz zu Inkscape [3] gilt es, Sketsa käuflich zu erwerben. Die Software kostet derzeit 89 US-Dollar, was nach aktuellem Umrechnungskurs ungefähr 66 Euro entspricht. Sie finden Sketsa direkt auf den Internetseiten von Kiyut. Für Testzwecke steht dort eine Probeversion bereit [4], die dann regelmäßig daran erinnert, dass Sie keine Vollversion installiert haben. Kiyut bietet zudem eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie an.

Download und Installation

Die kostenlose Testversion laden Sie direkt als Zip-Archiv herunter und entpacken dieses im Anschluss. Wie von einer kommerziellen Software zu erwarten, erfolgt die Installation komfortabel über einen Assistenten. Gegebenenfalls müssen Sie Rechte der Datei setup über den Befehl chmod +x setup modifizieren, bevor Sie den Assistenten über den Befehl ./setup oder per Doppelklick in einem Dateimanager starten.

Der Assistent steht nur auf Englisch bereit, erfüllt aber seinen Dienst, indem er ohne Überraschungen durch die Installation führt. Im Anschluss können Sie Sketsa wie gewohnt über das Startmenü ausführen.

Die derzeit aktuelle Version 6.4 startet mit einer aufgeräumten Oberfläche, in der Sie sich sehr schnell zurecht finden. Kleiner Wermutstropfen: Die Oberfläche steht nur in einer englischen Lokalisierung bereit. Die Werkzeuge befinden sich in der Toolbox auf der linken Fensterseite, die geöffneten Grafiken platziert die Applikation in der Fenstermitte (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Sketsas Oberfläche bleibt trotz des Funktionsumfangs übersichtlich.

Bei mehreren geöffneten Grafiken wechseln Sie mittels entsprechender Reiter komfortabel zwischen den Dateien hin und her. Weitere wichtige Ansichten, die Sie zum Bearbeiten benötigen, finden Sie unter dem Menüpunkt Window – so zum Beispiel das Eigenschaftsfenster Properties, mit dem Sie sich die Objekteigenschaften ansehen. Zu diesen gehören Parameter wie die Objektgeometrie (Geom), Umriss (Stroke) oder die Objektfüllung (Fill).

Die Toolbox fasst die Werkzeuge für allerlei Formen und Linien zusammen, auch Funktionen zum Drehen und Transformieren von erstellten Formen finden sich hier. Wenn Sie eine Form gezeichnet haben, versehen Sie diese bei Bedarf anschließend mit Farbe. Dazu öffnen Sie das Dialogfenster Properties (Abbildung 2) und wählen den Reiter Fill aus.

Abbildung 2

Abbildung 2: Über den Reiter Fill färben Sie bei Bedarf Objekte ein oder weisen diesen zuvor definierte Farbverläufe zu.

Über Color öffnen Sie einen Dialog für die Farbauswahl oder nutzen alternativ die danebenliegende Pipettenfunktion. Den Umriss passen Sie über den Reiter Stroke an. Da die Feldbezeichnungen nicht unbedingt sprechend sind, heißt es irgendwann: Ausprobieren.

Über die Toolbox (Abbildung 3) stehen wie gewohnt die wichtigsten Werkzeuge bereit. Neben dem Auswahlwerkzeug und dem Lasso finden Sie dort die üblichen Standardformen wie Rechteck, Ellipse und Linien. Komplexe Formen legen Sie mit dem Poly Tool an. Sobald Sie dieses ausgewählt haben, markieren Sie einfach jeden Eckpunkt der komplexen Form, Sketsa zeichnet die Linien komplett automatisch. Falls Sie im Nachhinein die Punkte ändern möchten, wählen Sie einfach das Werkzeug Move Point aus und ziehen dann die Eckpunkte nachträglich an die gewünschte Position.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Toolbox fasst die wichtigsten Sketsa-Werkzeuge zusammen. Über das Menü Window können Sie die Toolbox und andere wichtige Dialoge aufrufen.

Farbverläufe

Während andere Programme das Einfärben von Objekten über ein entsprechendes Werkzeug ermöglichen, findet sich diese Funktion wie bereits angemerkt bei Sketsa in einem separaten Dialogfenster. Was auf den ersten Blick umständlich erscheint, wandelt sich bei Farbverläufen zu einer Stärke: So definieren Sie auf diese Weise ganz einfach Farbverläufe und weisen diese dann ganz einfach gleich mehreren Objekten zu. Auf diesem Weg stellen Sie sicher, dass Sie stets die gleichen Farben und Verlaufseinstellungen verwenden. Über die umfangreichen Einstellmöglichkeiten haben Sie die volle Kontrolle über die Farbverläufe und verwenden diese bei Bedarf durch Zuweisen wieder.

Um einen linearen Farbverlauf zu generieren, müssen Sie diesen über den Defs Editor definieren (Abbildung 4), den Sie über das Menü Window aufrufen. Über das Symbol Add mit dem kleinen Plus-Symbol öffnen Sie ein Kontextmenü, aus dem Sie den Eintrag Linear Gradient auswählen, um den entsprechenden Dialog zu öffnen. Dieser Dialog (Abbildung 5) wartet nun auf Ihre Eingaben. Unter id sollten Sie einen sprechenden Namen für diesen Farbverlauf vergeben.

Abbildung 4

Abbildung 4: Der Defs Editor dient zum Definieren von Farbverläufen, die Sie mit diesem zentral verwalten.

Abbildung 5

Abbildung 5: Um einen Farbverlauf zu definieren, fügen Sie Farben einzeln hinzu und geben den Abstand ("offset") in Prozent an.

Die Farben selbst fügen Sie über das Plus-Symbol hinzu. Standardmäßig gibt die Applikation zunächst Schwarz vor und zeigt dieses im Dialog an. Für weitere Farben klicken Sie nochmals auf das Symbol. Sie passen die Farbe an, indem Sie doppelt auf die hinzugefügte Farbe klicken und im Farbauswahldialog die Wunschfarbe auswählen. Unterhalb der Farbauswahl sehen Sie eine kleine Vorschau.

Um den tatsächlichen Verlauf zu definieren, geben Sie nun unter Offset den Abstand der Farben in Prozent an. So legen Sie fest, wann eine neue Farbe einsetzt. Bei zwei Farben geben Sie idealerweise 0% für die erste und 100% für die zweite ein. Eine dritte Farbe könnte zum Beispiel bei 50% einsetzen. Je nach Bedarf definieren Sie auf diese Weise sehr komplexe Farbverläufe.

Sobald die Einstellungen ihre Vorstellungen treffen, Schließen Sie den Dialog Linear Gradient über den Schalter Apply schließen. Der Farbverlauf steht nun über die Properties eines gezeichneten Objekts bereit. Um im letzten Schritt den Farbverlauf einem Objekt zuzuweisen, wechseln Sie zu dem Dialog Properties, den Sie über den Menüeintrag Window | Properties erreichen.

Im Reiter Fill bestimmen Sie, wie Sie das ausgewählte Objekt einfärben möchten. Für ein einfarbiges Objekt wählen Sie über color eine Farbe aus. Für den Farbverlauf müssen Sie dagegen den entsprechenden Farbverlauf aus der Auswahlliste URI auswählen (Abbildung 2). Das Objekt erscheint dann entsprechend eingefärbt.

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LinuxUser 05/2014

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