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Kleine Robots

Teamviewer 6 für Linux und Android

28.11.2010
Mit der Teamviewer-App für Android greifen Sie jetzt bequem auch von Unterwegs auf Ihren heimischen Rechner zu.

Viele Betriebssysteme bieten von Haus aus Möglichkeiten, den Desktop des angemeldeten Benutzers für andere Rechner im Netzwerk freizugeben. Das erlaubt nicht nur Wartungsarbeiten an verschiedenen Rechnern, ohne dabei den Arbeitsplatz verlassen zu müssen, sondern auch Online-Präsentationen, bei denen der Gesprächspartner auf den Rechner des Präsentierenden sieht.

Zu den bekanntesten Lösungen dieser Art zählen Microsofts Remote Desktop Protocol RDP, Apples Remote Desktop oder auch verschiedenen Implementierungen des VNC-Protokolls, die vor allem auf Linux-Desktops zum Einsatz kommen. Alle funktionieren sehr gut im lokalen Netzwerk. Anwender, die übers Internet auf entfernte Rechner zugreifen möchten, bekommen allerdings oft Probleme: Hier gilt es, NAT-Router oder Firewalls zu überwinden, was in aller Regel Eingriffe in deren Konfiguration voraussetzt.

Durch die Firewall

Hier hebt sich die proprietäre Software Teamviewer [1] deutlich von der teils freien Konkurrenz ab. Das Programm überwindet Router und Firewalls ebenso zuverlässig wie beispielsweise Skype. Teamviewer erlaubt es Ihnen, zuverlässig Fernwartungen, Online-Präsentationen oder Dateitransfers über Firewalls, NAT-Router sowie Proxy-Server hinweg zu praktizieren. Im Idealfall baut die Software die Verbindung direkt von Rechner zu Rechner auf, sodass die Daten nicht über einen zentralen Server fließen. Nur wenn ein Proxy-Server oder eine Firewall mit Content-Filter das verhindern, agiert ein zentraler Teamviewer-Server als Vermittler.

Verschlüsselung?

Das Protokoll von Teamviewer arbeitet mit einer starken Verschlüsselung. Sie basiert auf einem 1024-Bit-RSA-Private/Public-Key-Exchange und einer 256-Bit-AES-Sitzungsverschlüsselung. Dadurch ist die Verbindung zwar sehr sicher, allerdings verhindert die Chiffrierung auch erfolgreich das Entstehen freier und quelloffener Alternativen, die zu Teamviewer kompatibel wären.

Lange Zeit gab es Teamviewer nur für Windows und Mac OS, erst mit der im Juli 2010 vorgestellten Version 5 stellte das Unternehmen erstmals eine Linux-Variante vor. Das im Dezember vorgestellte Release 6 [2] bot der Hersteller fast zeitgleich für alle Plattformen an. Zudem erweitert er auch das Angebot für mobile Geräte. Teamviewer steht jetzt nicht mehr nur für iPhone und iPad bereit, sondern nun auch für Android-Geräte. Nach wie vor gestattet das Unternehmen das kostenfreie private Nutzen der Software, kommerzielle Lizenzen kosten ab 499 Euro.

Das geänderte Protokoll der neuen Version erlaubt zwar den Zugriff auf Rechner mit einer älteren Teamviewer-Version, etwa von Release 6 zu 5, jedoch nicht umgekehrt. Teamviewer pflegt daher ein Archiv [4] mit älteren Releases, die im Notfall helfen.

Unter Linux installieren Sie Teamviewer über die Paketverwaltung. RPM- und DEB-Pakete stehen für alle gängigen Distributionen in 32- und 64-Bit Versionen zum Download [3] bereit. Allerdings enthalten diese Pakete keine native Linux-Software sondern lediglich eine für die Windows-kompatible Laufzeitumgebung Wine [5] optimierte Windows-Version. Diese richtet das Paket mit einer ebenfalls angepassten Wine-Version auf dem Rechner ein. Das tut der Funktionalität an sich jedoch keinen Abbruch.

Einsatz unter Linux

Nach der Installation des Pakets finden Sie einen Eintrag für das Programm im Anwendungsmenü. Warum das Programm unter Opensuse 11.2 im K-Menü jedoch den Pfad Internet | Webseiten-Erstellung wählt, bleibt schleierhaft.

Sobald Sie das Programm starten, öffnet sich das aus der Windows-Version bekannte Anwendungsfenster (Abbildung 1). In diesem finden sie ihre individuelle ID und ein Kennwort, das sie ihrem Partner mitteilen, der auf ihren Desktop zugreifen soll. Alternativ geben Sie die ID und das Passwort der Gegenstelle ein, zu der Sie eine Verbindung aufbauen möchten.

Abbildung 1: Bei Teamviewer für Linux handelt es sich um eine angepasste Windows-Software, die in einer ebenfalls angepassten Wine-Umgebung startet.

Anhand der zur Verfügung stehenden Bandbreite regelt die Anwendung automatisch die Qualität des übertragenen Bilds. Im so genannten Low-Quality-Modus bietet Teamviewer selbst bei einer recht dünnen Modem- oder ISDN-Leitung eine brauchbare Übertragungsgeschwindigkeit (Abbildung 2).

Abbildung 2: Dank des Low-Quality-Modus eignet sich Teamviewer auch zum Einsatz in schmalbandigen Netzen.

Neben dem Darstellen und Steuern eines Desktops über das Internet bietet Teamviewer noch weitere Funktionen. So starten Sie bei Bedarf einen Chat, nutzen VoIP für Unterhaltungen oder tauschen Dateien zwischen den Rechnern aus. Die Software bedient sich bei VoIP-Gesprächen sauber an den im System eingestellten Audiogeräten.

Allerdings besitzt die Linux-Version gegenüber der Windows-Variante einige Einschränkungen. Sie beherrscht weder die Whiteboard-Funktion, mit der User gemeinsam auf einer Tafel zeichnen, noch ermöglicht sie das Einrichten eines VPN-Tunnels zwischen den verbundenen Rechnern. Außerdem funktionieren Videochats nur von Windows zu Linux, umgekehrt aber nicht. Die Linux-Version empfängt entsprechend den Videochat, ohne selbst einen senden zu können.

Dank cleverer Kompression funktioniert Teamviewer dabei auch mit relativ geringen Bandbreiten, allerdings erweist sich dabei die CPU des gesteuerten Rechner bisweilen als Nadelöhr. Auf einem Netbook mit Intel Atom N270 (1,6GHz) CPU und einer Grafikkarte mit Nvidia-ION-Chipsatz lastet Teamviewer den Prozessor während der Verbindung fast komplett aus. Bei noch schwächeren Rechner kommt es daher sehr wahrscheinlich zu Verzögerungen im Betrieb.

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Kommentare
Information?
skinnie (unangemeldet), Sonntag, 26. Dezember 2010 15:37:21
Ein/Ausklappen

Sorry Leute, aber ich kann diesem Artikel keinerlei relevante Information entnehmen. Wie hat denn nun der Verzicht auf die Adobe-Fessel geklappt? Wer hat welche Aufgaben denn nun mit welchem Programm wie bewekstelligt und mit welchem Erfolg? Was ging vielleicht überhaupt nicht, oder was ging vielleicht besser als mit den Programmen des Platzhirsches? Diese Informationen wären zumindest für mich viel interessanter als nur, wer wann mit welcher Begründung ausgestiegen ist - oder auch nicht und wer am Ende was gewonnen hat. Unter einem "Abschlussbericht" stelle ich mir jedenfalls etwas anderes vor.


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