AA_zeichnen-auf-glas_123rf_7151021_tombaky.jpg

© 123rc.com, Tombaky

Einfach planen

Prozesse visualisieren mit Dia

09.12.2010
,
Das Erstellen von Diagrammen und Flowcharts gestaltet sich mit herkömmlichen Grafikprogrammen wie Gimp oder Inkscape außerordentlich mühsam. Einfacher geht es mit Dia.

Zum Bearbeiten von Fotos kommt meist eine Bildbearbeitung wie Gimp oder Photoshop zum Einsatz, zum Erstellen von Zeichnungen oder Illustrationen eignen sich Vektorgrafikprogramme wie Inkscape, Adobe Illustrator oder Corel Draw. Doch was machen Sie, wenn Sie strukturierte Grafiken oder Diagramme mit standardisierten und immer wiederkehrenden Objekten erstellen wollen? Dafür gibt es spezielle Visualisierungsprogramme wie etwa Microsoft Visio oder das unter der GPL lizenzierte Pendant Dia [1].

Multitalent

Dia bietet sich generell zum Darstellen von Fluss-, Datenbank- oder UML-Diagrammen an, aber auch zum Abbilden von Abläufen oder Strukturen in Prozessen. Für diese Aufgaben bringt Dia von Haus aus geeignete Grafikobjekte mit. Zusätzlich ermöglicht es im begrenzten Umfang auch das Erstellen freihändig gezeichneter Elemente. Objekte ziehen Sie aus der Toolbox auf das Arbeitsblatt, wo Sie diese nach Bedarf frei anordnen und miteinander verknüpfen. So passt sich beispielsweise ein Pfeil beim Verschieben eines Objekts automatisch an. Ein lästiges Nachjustieren aller Objekte bei einer kleinen Änderung entfällt daher.

Installation

Dia steht für Linux, Mac OS X und Windows zum Download breit. Die Linux-Version finden Sie im Repository jeder größeren Linux-Distribution. Nutzer von Ubuntu und Debian müssen hier auf gewisse Versionsunterschiede achten – Näheres erläutert der Kasten "Eine Version extra für Gnome?"). Für Windows finden Sie auf der Webseite des Projekts auch eine portable Version, die den Start ohne Installation ermöglicht, beispielsweise über einen USB-Stick.

Zwar fällt die Linux-Variante technisch weitgehend gleich mit denen der anderen Betriebssysteme aus, allerdings teilt sie den Anwendungsbereich in zwei Fenster: Ähnlich wie etwa Gimp trennt das Programm die Toolbox vom Arbeitsblatt ab. Um beide Bereiche in einem Fenster zu vereinen (Abbildung 1), rufen Sie Dia mit der Option --integrated auf. Die Möglichkeit, mehrere Dia-Dokumente zur selben Zeit zu aufzurufen, bleibt dabei erhalten. Weitere Arbeitsblätter öffnet das Programm in diesem Modus in Tabs.

Abbildung 1: Mit der Option --integrated startet Dia auch unter Linux die Ansicht in nur einem Fenster (oben).

Eine Version extra für Gnome?

Debian und Ubuntu unterscheiden zwei verschiedene Versionen von Dia: In den Paketverwaltungen dieser Distributionen finden Sie die Metapakete dia und dia-gnome. Letzteres sollten Sie nur als Nutzer des Gnome-Desktops installieren. Verwenden Sie hingegen KDE oder XFCE, installieren Sie mit diesem Paket zahlreiche unnötige Abhängigkeiten. Verwenden Sie stattdessen das Paket dia, welches das gleiche Programm ohne die Abhängigkeiten enthält.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • News und Programme rund um Gnome
  • Das Flow-Chart-Programm Kivio
    Kivio ist ein besonderes Mitglied der KOffice-Familie: Es eignet sich ausgezeichnet zum Erstellen von Organigrammen, Datenablaufplänen, Flussdiagrammen, Geschäftsprozessen und Netzwerkplänen. Seine Benutzerschnittstelle ähnelt der Oberfläche von Microsoft Visio, und die Zeichenobjekte werden genau so gehandhabt.
  • OpenOffice und LibreOffice im Vergleich
    2010 trennten sich die Entwicklungswege von OpenOffice und LibreOffice. Welche der beiden Bürosuiten hat inzwischen die Nase vorn?
  • QCAD
    Wenn es darum geht, millimetergenaue technische Zeichnungen anzufertigen, benötigen Sie ein CAD-Programm. QCAD ist ein freier Vertreter dieser Programmgattung.
  • Vektorgrafiken mit Dia und Xfig
    Netzwerk-Skizzen, Fluss- und UML-Diagramme zeichnen Sie am besten mit einem Vektorgrafik-Programm. Wir stellen Dia und Xfig vor und zeigen die kleinen aber feinen Unterschiede in der Bedienung.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...