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Neues rund um Linux

16.12.2010

Excito B3: Schwedisches Edel-NAS auf Debian-Basis

Mit dem B3 offeriert der schwedische Hersteller Excito (http://www.excito.com) jetzt die dritte Generation seines multimedialen NAS-Servers. Das Betriebssystem des B3 basiert auf Debian "Squeeze" bringt einen kompletten LAMP-Stack mit. Da es auf auf der wahlweise 500 MByte, 1 oder 2 TByte großen, Ext3-formatierten Festplatte des Systems lagert, lässt es sich problemlos um Debian-Pakete erweitern. Schon im Lieferzustand fungiert der Excito B3 unter anderem als File- und Print-Server (Samba, AFP), Webserver (Apache), (WLAN-)Router, Firewall, Download-Manager (HTTP, FTP) sowie Audio/Video-Streaming-Server (Squeezebox). Die Verwaltung des Geräts erfolgt dabei über ein intuitiv bedienbares, voll mehrbenutzerfähiges Web-Interface mit kontextsensitiven Hilfefunktionen.

Der B3 basiert auf einem Kirkwood-ARM-SoC mit 1,2 GHz Taktrate und bringt 512 MByte DDR2-800-Arbeitsspeicher mit. Externe Massenspeicher finden über zwei USB-2.0-Ports sowie ein eSATA-Interface Anschluss, Verbindung nach außen nimmt das Gerät über zwei Gigabit-Ethernet-Ports auf. Wahlweise gibt es den B3 auch mit integriertem WLAN-Access-Point nach 801.11b/g/n-Standard. Über ein optionales eSATA-Storage-Modul lässt sich die Speicherkapazität des B3 auf bis zu 4 TByte ausbauen, alternativ fungiert die externes Erweiterung als RAID-1. Als typische Leistungsaufnahme für den B3 gibt der Hersteller 8 bis 13 Watt je nach Konfiguration und Last an.

Das dickwandige Alu-Gehäuse des Excito B3 führt über Wärmeleitpads die von der Festplatte erzeugte Abwärme ab, wodurch das Gerät ohne Lüfter auskommt. Als Massenspeicher verbaut der Hersteller ausschließlich Western-Digital-Festplatten der stromsparenden Caviar-Green-Serie. Derartige Qualitätsmerkmale und die Fertigung des kompletten Systems in Schweden verlangen allerdings buchstäblich ihren Preis: Für die 500-GByte-Version des Excito B3 wandern 348 Euro über den Ladentisch, die Version mit 1 TByte Plattenkapazität kostet 399 Euro. Stolze 448 Euro müssen Sie für die 2-TByte-Variante ausgeben. Mit Wireless-Option fällt nochmal ein Aufpreis von jeweils rund 150 Euro an. Einen ausführlichen Test der Excito B3 lesen Sie im nächsten Heft.

Der Excito B3 (hier in der WLAN-Spielart) vereint alle seine Anschlüsse auf der Rückseite des stabilen Alu-Gehäuses.

Acer macht Aspire One mit Android happy

Seinen neuen 10,1-Zoll-Netbooks der Serie Aspire One Happy (http://www.acer.com/aspireonehappy) spendiert Acer eine Dualboot-Installation mit Android und Windows 7. Die 2,4 Zentimeter flachen und 1250 Gramm leichten Rechner basieren auf Intel-Atom-CPUs in Single- und Dual-Core-Varianten (N450/N550). Die Grafik mit 1024 x 600 Pixel Auflösung zaubert ein GMA-3150-Chipsatz desselben Herstellers auf den per LED hintergrundbeleuchteten Bildschirm. Mit 1 GByte Arbeitsspeicher und wahlweise 160 oder 250 GByte Plattenkapazität orientiert sich Acer bei der Ausstattung am Klassenüblichen. Das gilt auch für die Netzwerkanschlüsse (Fast Ethernet, 802.11b/g/n, Bluetooth 3.0), Schnittstellen (3 x USB 2.0, VGA) und Audio-Ports (Line-out, Mic-in). Mit an Bord sind außerdem ein Cardreader und eine Webcam. Mit einem 6-Zellen-Akku (4,4 Ah) erreichen die Happy-Notebooks laut Hersteller bis zu acht Stunden Laufzeit, bevor sie wieder ans extrakleine Netzteil müssen, das man ohne separates Ladekabel direkt in die Dose steckt. Acer offeriert den Aspire One Happy in vier quietschbunten Farben (Rosa, Grün, Blau, Violett) je nach Ausstattung zu Preisen ab 329 Euro.

Bunt und in Farbe (hier "Lime Green"): Das Acer Aspire One Happy bootet ab Werk wahlweise Android oder Windows 7.

Attachmate kauft Novell, Microsoft kauft Patente

Das schon seit längerem als Übernahmekandidat gehandelte Novell hat jetzt einen potenziellen Käufer gefunden: Am 22. November gab die Attachmate Corporation bekannt, den Netzwerkriesen zum Preis von rund 2,2 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen (http://tinyurl.com/lu0111-attachmate). Bei Attachmate, das sich im Besitz einer Finanzinvestorengruppe befindet, handelt es sich um Softwarefirma, die sich vor allem mit Terminalemulationen im Großrechner-Umfeld sowie mit System- und Security-Management beschäftigt. Die Übernahme von Novell soll noch im ersten Quartal 2011 abgeschlossen werden, wozu jedoch die Novell-Anteilseigner sowie die US-Finanzaufsicht noch ihre Zustimmung erteilen müssen. Nach der Übernahme sollen, soweit derzeit bekannt, Novell und Suse eigene Geschäftszweige von Attachmate werden. Das Verhältnis zwischen Suse und dem OpenSuse-Projekt werde der Merger jedoch nicht berühren, beeilte sich Attachmate zu versichern (http://tinyurl.com/lu0111-suse).

Für Verunsicherung im Linux-Umfeld sorgte jedoch weniger das künftige Schicksal von OpenSuse als vielmehr die Tatsache, dass als integraler Teil des Deals ein erhebliches Portfolio an Novell-Patenten – es soll sich um knapp 900 handeln – für etwa 450 Milliarden US-Dollar an die Investorengesellschaft CPTN Holdings LLC geht. Hinter der offensichtlich erst kurz vor dem Handel gegründeten CPTN Holdings steht wiederum niemand anderes als Microsoft, möglicherweise zusammen mit anderen (jedoch nicht bekannten) Investoren. Wie Novells Chief Marketing Officer zwei Tage nach Bekanntwerden des Handels versicherte, wird aber zumindest das Copyright für Unix nicht veräußert und verbleibt weiterhin bei Novell beziehungsweise Attachmate (http://tinyurl.com/lu0111-cpunix).

LibreOffice hat keine Zukunftsangst

Auf absehbare Zeit wird es keine großen Unterschiede zu Oracles OpenOffice geben, aber erste neue Features in der aktuellen Beta-Version von LibreOffice deuten es bereits an: Die beiden Büropakete gehen unwiderruflich getrennte Wege. Wie die LibreOffice-Stiftung TDF (http://www.documentfoundation.org) Mitte November auf der OpenOffice-Konferenz OOKfWV wissen ließ, hat LibreOffice mittlerweile rund 70 neue Kontributoren gewonnen und bringt damit nicht weniger Entwickler auf die Beine als Oracle für OpenOffice. Viele namhafte Firmen, darunter auch Canonical, Google, Novell und Red Hat haben ohnehin schon ihre Unterstützung für LibreOffice bekundet. Eine Libre Office Foundation soll künftig als Dachorganisation nationaler Unterorganisationen (wie des OpenOffice.org Deutschland e.V.) fungieren und die Besitzstände des freien Office verwalten, wie etwa Namens- und Markenrechte, Code und Copyright. Von Libre Office, das derzeit als Beta 3 vorliegt, soll es künftig einen stabilen Zweig mit jährlichen Releasewechseln und einen Developer-Zweig mit halbjährlichem Zyklus geben.

Open Source Forum auf der CeBIT 2011

Auf der CeBIT 2011, die vom 1. bis 5. März in Hannover stattfindet, wird es wieder eine Vortragsbühne unter der organisatorischen Leitung der Linux New Media AG geben. Dieses "Open Source Forum" sucht ab sofort bis zum 9. Januar Beiträge. Besonders gute Chancen auf einen Platz im Programm haben Vorträge mit den Themenschwerpunkten Cloud Computing und Virtualisierung, Security, Desktop und Mobile Solutions. Interessierte schicken ihre Vorschläge mit Vortragstitel, Informationen zum Sprecher und einer Kurzbeschreibung des Inhalts bis zum 9. Januar an mailto:events@linuxnewmedia.de. Wie schon in den Vorjahren wird der Ausstellungsschwerpunkt Open-Source-Software in Halle 2 auf der CeBIT 2011 auch von der "Open Source Project Lounge" begleitet: Dort präsentieren freie Software-Projekte ihre Arbeit der CeBIT-Öffentlichkeit, ohne Kosten für einen Stand aufwenden zu müssen.

Kurz notiert

Der brasilianische Ableger des internationalen Elektrogeräte-Giganten Electrolux bringt mit i-kitchen jetzt einen Linux-Touchscreen-PC in den Kühlschrank (http://tinyurl.com/lu0111-ikitchen). Die Benutzeroberfläche des ARM-basierten Geräts basiert auf den Enlightenment Foundation Libraries.

Der neue KDE-Bluetooth-Stack Bluedevil hat Version 1.0 erreicht (http://blog.ereslibre.es/?p=281). Damit greifen KDE-Benutzer nun deutlich einfacher und intuitiver auf Bluetooth-Devices aller Art zu, auch via KIO.

Die Neofonie GmbH und die 4tiitoo AG haben ihr Joint-Venture aufgelöst, unter dem das Linux-Tablet WeTab (http://wetab.mobi) seinen Marktstart erlebte. Die 4tiitoo AG entwickelt das Internet-Tablet jetzt mit geänderter Strategie alleine weiter. Als Grund für den Rückzug nannte Neofonie Schwierigkeiten mit der für das WeTab geplanten E-Publishing-Software für Verlage.

Die Mono-Entwickler um Miguel de Icaza wollen jetzt auch die von Microsoft unter einer Open-Source-Lizenz veröffentliche Programmiersprache F# unter Linux verfügbar machen. Ein entsprechendes Plugin für die Entwicklungsumgebung MonoDevelop existiert bereits (http://tinyurl.com/lu0111-fsharp).

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