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© vancity197, sxc.hu

Flexibler Archivierer Peazip

Sauber verpackt

Wer häufig mit Dateiarchiven aus verschiedenen Quellen zu tun hat, der weiß ein Archivierungsprogramm zu schätzen, das mehr als nur ein Format versteht. Peazip setzt hier Maßstäbe.

Der Umgang mit Dateiarchiven gehört unter Linux zur täglichen Arbeit. Zu dumm nur, dass es mehrere Dutzend verschiedener Archivierungsformate gibt und manche Archive auch noch verschlüsselt daherkommen. Bei exotischen Vertretern der Gattung helfen da oft die Bordprogramme von Gnome und KDE nicht mehr weiter.

Abhilfe naht in Gestalt einer wahrhaft eierlegende Wollmilchsau in Sachen Dateiarchivierung Peazip [1], das wir in einer älteren Variante schon einmal begutachteten [2], hat inzwischen durch heftige Weiterentwicklung nicht nur eine moderne Oberfläche erhalten, sondern kommt in der aktuellen Version 3.3 auch mit noch mehr Formaten zurecht.

Installation

Peazip findet sich noch nicht in den Repositories der gängigen Distributionen, Sie müssen es also über die Projekt-Homepage herunterladen. Dort stehen vorkompilierte Pakete für Mandriva, OpenSuse, Slax und Puppy Linux bereit. Daneben gibt es universelle Pakete – getrennt nach GTK2- und Qt-basierten Desktop-Umgebungen – in RPM- und DEB-Varianten. Sie eignen sich für die 32-Bit-Ausgaben entsprechender Linux-Distributionen.

Unter den 64-Bit-Varianten von Debian und dessen Ablegern, wie etwa Ubuntu oder Linux Mint, nutzen Sie Peazip mithilfe der IA32-Bibliotheken. Unter Mandriva brach die universelle RPM-Variante die Installation wegen einer fehlenden Libgmp3-Bibliothek ab. Um Peazip trotzdem installieren zu können, müssen Sie hier zunächst das etwas ältere Paket libgmp3-4.3.1-1mdv2010.0.i586.rpm [3] auf die Platte packen.

Der Installer legt unter Gnome im Menü Anwendungen | Werkzeuge | Systemwerkzeuge den Starter PeaZip an. Nach einem Klick darauf präsentiert sich die Software sehr zügig mit einem aufgeräumten und in frischem Design gehaltenen Programmfenster (Abbildung 1).

Abbildung 1: Sieht aus wie ein Dateimanager: Das Hauptfenster von Peazip.

Erster Einsatz

Die Oberfläche von Peazip erinnert an eine Dateimanager, die Grundfunktionen erschließen sich intuitiv: Links im Programmfenster listet das Tool Verzeichnisse auf, rechts im großen Fenster deren jeweiligen Inhalte, wobei es auch versteckte Dateien und Verzeichnisse visualisiert. Der obere Bereich des Arbeitsfensters dient der eigentlichen Arbeiten mit Dateien und Archiven, wobei Sie hier sogenannte Archiv-Layouts ebenso angelegen wie bestehende Dateisammlungen entpacken oder Dateien konvertieren können. Dabei kennzeichnen große Schaltflächen mit eingängigen Symbolen die einzelnen Funktionen, beim Darüberfahren mit der Maus erläutern ergänzende Tooltipps den Zweck.

Dieses sogenannte Browserfenster eröffnet jedoch keine Möglichkeit, Archive direkt anzulegen, sondern dient – wie der Name bereits andeutet – lediglich zum Navigieren in den Dateibeständen. Immerhin erlaubt es, Dateien unbekannten Inhalts mithilfe externer Applikationen anzusehen. Dazu markieren Sie das betreffende File und öffnen anschließend mit einem Rechtsklick ein Kontextmenü. Dort finden Sie unter Öffnen mit... mehrere Programme zur Auswahl, mit denen Sie die markierte Datei öffnen können. Peazip gestattet es dabei, mehrere im selben Format gespeicherte Dateien gleichzeitig zu markieren und in einem Durchgang zu betrachten.

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