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© Sergio Hayashi, 123rf.com

Sichere Bank

Finanzen im Griff mit Moneyplex

08.12.2010
Online-Banking-Programme gibt es wie Sand am Meer. Moneyplex sticht durch viele Zusatzfunktionen aus der Masse hervor.

Das Online-Banking vom heimischen PC aus ist bequem, zeit- und gebührensparend. Wenn Sie jedoch mehr als nur Konten mit dem Computer verwalten wollen, geraten viele herkömmliche, von Sparkassen und Banken angebotene Programme schnell an ihre Grenzen. Deutlich mehr kann das Finanzverwaltungsprogramm Moneyplex aus der Frankfurter Softwareschmiede Matrica GmbH: Hier finden Sie auch für exotische Anforderungen die nötigen Funktionen, weil Moneyplex sich nicht an den Bedürfnissen eines Kreditinstitutes, sondern an den Wünschen der Kunden orientiert.

Moneyplex-Versionen

Matrica offeriert Moneyplex neben der Basisversion für 49,90 Euro in zwei erweiterten Varianten. Moneyplex Pro für 59,90 Euro unterstützt zwei statt nur einen einzelnen Mandaten und bietet wesentlich ausgefeiltere Funktionen zum Verwalten von Aktiendepots. Das für 139,90 Euro erhältliche Moneyplex Business unterstützt neben beliebig vielen Mandanten umfangreiche Optionen für den geschäftlichen Zahlungsverkehr, darunter DTAUS, EU-Sammelüberweisungen, terminierte Lastschriften und den Datev-Export.

Alle drei Moneyplex-Versionen gibt es zu identischen Preisen auch für Windows zu kaufen. Für Anwender, die Moneyplex auf beiden Betriebssystemen einsetzen möchten, offeriert der Hersteller obendrein entsprechende Bundles von Moneyplex (74,90 Euro), Moneyplex Pro (89,90 Euro) sowie Moneyplex Business (199,90 Euro).

Auf die Platte

Moneyplex in der aktuellen Version 11 [1] und kommt nach der Bestellung im kompakten Karton, in dem sich neben einer CD auch ein gedrucktes Handbuch befindet. Auf der CD-Hülle befindet sich ein Lizenzschlüssel, mit dem Sie den vollen Funktionsumfang des Programms nutzen. Ohne Eingabe dieses Schlüssels können Sie lediglich die "free&easy"-Variante zum Kennenlernen der Software nutzen.

Nach Einlegen der Programm-CD und Öffnen des Dateibrowsers finden Sie im Unterverzeichnis linux die Binärdatei setup, die eine grafische Installationsroutine startet. Sofern Sie den Standard-Pfad übernehmen, packt der Installer Moneyplex mit drei Mausklicks auf die Festplatte. Die Installationsroutine legt unter Gnome im Menü Anwendungen | Büro einen Eintrag moneyplex an und erzeugt einen gleichnamigen Starter auf der Arbeitsoberfläche.

Beim ersten Aufruf der Software fragt Moneyplex zunächst den Lizenzschlüssel sowie einige persönliche Daten ab. Bei diesem Prozedere ist zu bemängeln, dass es auch statistische Daten zum Rechnersystem mit abfragt und gemeinsam mit den erhobenen persönlichen Daten des Käufers online an den Hersteller Matrica übermittelt. Eine Datenschutzerklärung, welche die Verwendung der so zwangsweise erhobenen Daten erläutern würde, fehlt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Registrierungsdialog lässt einige Fragen zum Datenschutz offen.

Zeichensalat

Moneyplex zeigt nach der Installation auf vielen Linux-Distributionen, die mittlerweile nahezu alle den Standard-Zeichensatz UTF-8 unterstützen, fehlerhafte Umlaute und Sonderzeichen an. Dieses zwar nicht funktionsmindernde, jedoch hässliche Verhalten ändern Sie, indem Sie Ihrem Linux-System den von Moneyplex genutzten älteren ISO-8859-Zeichensatz beibringen.

Dazu gehen Sie wie folgt vor: Unter Ubuntu und Debian öffnen Sie ein Terminal mit Root-Rechten und geben in der Datei /var/lib/locales/supported.d/local die beiden Zeilen de_DE@euro ISO-8859-15 und de_DE ISO-8859-1 ein. Anschließend ergänzen Sie die Datei /var/lib/locales/supported.d/de um den Eintrag de_DE@euro ISO-8859-15. Achten Sie dabei bitte auf das Leerzeichen. Als letzten Schritt müssen Sie die neuen Zeichensätze aktivieren, was mit einem sudo dpkg-reconfigure locales geschieht.

Unter Mandriva, Fedora und OpenSuse öffnen Sie ein Terminal mit Root-Rechten und wechseln in das Verzeichnis ~/moneyplex. Hier öffnen Sie die Datei start und suchen den Eintrag export LC_ALL=. Diesen ersetzen Sie durch export LC_ALL=de_DE.ISO-8859-15@euro. Die nachfolgende Zeile ersetzen Sie durch export Lang=de_DE.ISO-8859-15@euro.

Nach einem anschließenden Neustart von Moneyplex sollten Umlaute und Sonderzeichen nun korrekt angezeigt werden.

Erster Kontakt

Gleich im Anschluss daran können Sie Benutzer und Konten erstmals anlegen. Moneyplex präsentiert sich in einem aufgeräumten und in erfrischenden Pastellfarben gehaltenen Programmfenster. Wichtigste Elemente sind die rechts vertikal angeordnete Schaltflächenleiste des Hauptmenüs, die in Untermenüs verzweigt und logisch zusammengehörende Vorgänge bündelt, und im linken Bereich die entsprechenden Eingabe- und Übersichtsfenster. Da die einzelnen Optionen weitgehend selbsterklärend ausfallen und Eingabemasken oft den herkömmlichen Papierformularen ähnlich sehen, hält sich der Aufwand zur Einarbeitung in engen Grenzen.

Bei der Ersteinrichtung konfigurieren Sie zunächst die Kontodaten und Zugänge. Moneyplex zeigt sich hier überaus flexibel: Neben dem verbreiteten PIN/TAN-Verfahren beherrscht es auch den Kontozugang per Sicherheitsdatei auf Diskette oder USB-Stick sowie das Nutzen eines Kartenlesers mit einer dazugehörigen Chipkarte. Beim Einrichten von Kontozugängen mithilfe eines Kartenlesers unterstützt Moneyplex Geräte der Hersteller Kobil und Reiner SCT, die teilweise auch für den Einsatz in Notebooks vorgesehen sind und alle problemlos unter Linux funktionieren. Ausführliche Installationsanleitungen für die Einrichtung von Kartenlesern unter Moneyplex stellt Hersteller Matrica unter [2] bereit.

Sofern Sie mehrere Konten mithilfe einer Chipkarte administrieren möchten, bietet Matrica zudem eine spezielle Karte an, die sich für maximal fünf Zugänge nutzen lässt. Sie ersetzt die bankenspezifischen Chipkarten für das HBCI-Banking. Zudem unterstützt Moneyplex die gängigen SECCOS- und DES-Chipkarten vollständig. Auch der einzurichtende Internet-Zugriff ist nicht zwingend an eine schnelle DSL-Leitung gebunden: Die Software gibt sich aufgrund der meist geringen zu übertragenden Datenbestände noch mit analogen Fax-Modems zufrieden, die über eine Einwahlverbindung an einem herkömmlichen Telefonanschluss betrieben werden.

Nach dem Schaffen der hardwaretechnischen Voraussetzungen gehen Sie an die Einrichtung von Mandanten und deren Konten. Mandanten entsprechen hierbei Benutzerprofilen der Konteninhaber. Die einzelnen Bankzugänge ordnen Sie anschließend dem jeweiligen Mandanten zu. Die Software verwaltet dabei nicht nur Giro- und Sparkonten, sondern bietet eine sehr fein granulierte Auswahl an verschiedenen Kontotypen bis hin zum Bargeldkonto, mit dessen Hilfe Sie Ihre Bargeldbestände zuhause im Auge behalten. Bei der Anlage von Konten unterstützt Sie das Programm zusätzlich mit Prüfziffern, die Banknamen, Bankleitzahlen und Kontonummern abgleichen und dadurch Eingabefehler vermeiden helfen.

Während der Konteneinrichtung müssen Sie bei neuen Sicherheitsmedien (Chipkarten, USB-Sticks) zunächst noch in manchen Fällen eine Erstinitialisierung vornehmen, um diese zur verschlüsselten Kommunikation mit dem Kreditinstitut vorzubereiten. Bei diesem aus Sicherheitsgründen etwas umständlichen Prozedere hilft Moneyplex tatkräftig, indem Sie ein entsprechender Assistent Schritt für Schritt durch die Erstinitialisierung des Mediums führt. Sofern Sie am PIN/TAN-Verfahren teilnehmen oder ein bereits zuvor genutztes Sicherheitsmedium weiter einsetzen möchten, melden Sie sich direkt im Programm an, eine neuerliche Initialisierung entfällt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Moneyplex macht die Erstinitialisierung zu einer einfachen Sache.

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Kommentare
Zuverlässiges Programm
Ulf B., Donnerstag, 09. Dezember 2010 22:10:02
Ein/Ausklappen

Benutze Moneyplex schon seit OS/2 Zeiten (vor Jahrtausendwende). Dabei war es immer in Verbindung mit einen HBCI Kartenlser (heute ein ReinerSCT) im Einsatz. Bis auf ganz wenige ausnahmen (Einrichtung des Kartenlesers mit den openSUSE Treibern), gab es keine Probleme. Mittlerweile kann ich bei meiner Volksbank sogar alle Konten zumindest Überwachen (auch Kredite und Sonderkonten), was sehr angenehm ist.

Auch wenn ich sonst 100% OSS bevorzuge, ist dieses Programm zur Zeit die einzige Ausnahme (die die Regel bestätigt ;-) ).


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