Künftig ohne Siesta

SysV-Init und seine Skripte starten die einzelnen Dienste strikt sequenziell: Erst wenn der zugehörige Prozess seine komplette Einsatzbereitschaft zeigt, darf das nächste Skript anlaufen. Folglich kommt Cups erst an die Reihe, wenn das Netzwerk bereits steht – ähnlich wie im Wartezimmer eines Arztes. Je mehr Dienste starten wollen, desto länger dauert deshalb der gesamte Startvorgang.

Aus diesen Grund steht das betagte SysV-Init bei fast allen großen Distributionen mittlerweile vor der Ausmusterung. Fedora und OpenSuse liebäugeln derzeit mit der Alternative Systemd, Ubuntu setzt schon seit längerem Upstart ein. Beide Nachfolger beschleunigen den Systemstart, indem sie Dienste parallel starten. Wie das genau funktioniert, zeigt der dritte Teil dieser Serie in der nächsten Ausgabe. 

Glossar

PID

Process Identifier. Jeder laufende Prozess (also jedes gestartete Programm) erhält unter Linux eine eindeutige Identifikationsnummer. Diese PID nutzt unter anderem der Befehl kill.

Infos

[1] Chkconfig: Hans-Georg Esser, "Mit den Dienern reden", EasyLinux 01/2007, http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/EasyLinux/2007/01/Mit-den-Dienern-reden

[2] Init-Infoblock: http://wiki.debian.org/LSBInitScripts

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