Platz da!

Generell arbeitet die Fotobuchsoftware ähnlich wie ein DTP-Programm, etwa Scribus. Sie definieren Bild- und Textboxen an einer beliebigen Stelle und füllen diese mit Inhalten. Klicken Sie auf eine Box, erscheinen an deren Ecken Anfasser in Form schwarzer Kreise. Damit ziehen Sie die Box in die gewünschte Größe, der Inhalt passt sich automatisch an. Zur besseren Orientierung blendet das Programm dabei die Längsachse der Seite sowie eine Markierungslinie zum Ausrichten am benachbarten Bild ein. Mit dem weißen Kreis am oberen Ende der Box drehen Sie diese in beliebige Richtungen. Um sie an einer anderen Stelle zu platzieren, klicken Sie mit der linken Maustaste auf die Box und schieben Sie an die gewünschte Stelle.

Bildboxen besitzen auf der linken Seite eine Leiste mit farbigen Quadraten von Grün über Gelb bis Rot. Diese dienen als Indikatoren für die Auflösung des enthaltenen Bildes in der gewählten Boxengröße. Platziert die Software beispielsweise das Häkchen im roten Feld, müssen Sie im späteren Ausdruck mit erheblichen Qualitätsverlusten rechnen. Grün bedeutet, dass das Bild groß genug für den hochauflösenden Ausdruck ausfällt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Zum exakteren Ausrichten blendet die Software beim Verschieben der Bilder Orientierungslinien ein. Die Farbsymbole links zeigen die Qualität des Bilds in der gewählten Größe an.

Um ein Bild in eine Box zu laden, ziehen Sie es einfach per Drag & Drop aus der Übersicht links in die entsprechende Box. Die Software passt das Bild automatisch ein und versieht jedes Aufnahme versieht mit einem Zähler. Auf diese Weise behalten Sie stets im Blick, ob und wie oft das Bild im Album auftaucht.

Umständlicher gibt sich das Programm beim Löschen von Bildern. Zwar lassen sich mithilfe von [Strg] mehrere Aufnahmen per Mausklick auswählen, doch die Software löscht stets nur eine davon. Wer es – wie von anderen Programmen gewohnt – mit [Entf] versucht, sieht sich ebenfalls enttäuscht. Ausschließlich ein Klick auf das Abfalleimersymbol aus dem Kontextmenü oder der Schaltersammlung rechts löscht alle Aufnahmen. Generell scheint es DSP nicht so mit Tastatureingaben zu haben: Auch Copy & Paste via Tastenkürzel funktioniert nicht.

Wie erwähnt aktiviert ein Klick auf die Box deren Konfiguration. Ein nochmaliger Klick schaltet den Größenänderungsmodus für das Bild selbst ein. Das Bild erscheint daraufhin klar, was die genaue Wahl des Bildausschnitts ermöglicht. Ein schneller Doppelklick auf die Aufnahme öffnet diese im Bildeditor (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Funktionen des integrierten Bildeditors lassen sich an einer Hand abzählen, wichtige Features wie der nachträgliche Weißabgleich fehlen.

Dessen Fähigkeiten beschränken sich allerdings aufs Allernotwendigste. So erlaubt er das (hier eigentlich überflüssige) Zuschneiden und Drehen des Bilds sowie das Angleichen von Helligkeit und Kontrast. Andere wichtige Funktionen fehlen, so etwa das Einstellen der Farbtemperatur. Ein Klick auf das Icon Bild optimieren zeigte im Test kaum Auswirkungen auf die Aufnahme.

Bilder ausrichten

Wie erwähnt lehnt sich die Funktionalität von DPS an jene von DTP-Programmen an. So arbeitet die Software auch mit Ebenen. Jedes Objekt erhält einen eigenen Layer und lässt sich so ganz nach Wunsch über oder unter einem anderen platzieren. Dafür genügt es, das gewünschte Objekt zu markieren und anschließend einen der Schalter in der Werkzeugleiste rechts zu drücken. Zur Auswahl stehen ganz nach Vorn/Hinten sowie eine Ebene nach Vorn/Hinten.

Eine interessante Variante der Bildbearbeitung liefert die Funktion Filter, die Sie im Kontextmenü beim Rechtsklick des gewünschten Bilds erreichen. Sie ermöglicht unter anderem das stufenlose Einstellen der Transparenz. Darüber hinaus wählen Sie hier auch eine frei einstellbare Bildtönung. Das Ergebnis zeigt das Modul allerdings an einem immer gleichen Bild und nicht am ausgewählten. Eine einzigartige Funktion bietet Monochrom, über das Sie die Farben für die hellen und dunklen Bildbereiche separat einstellen.

Sollen Bilder im Album plastischer erscheinen, wählen Sie Rand aus dem Kontextmenü. Über das entsprechende Modul versehen Sie die Aufnahme mit einem in Größe und Farbe frei definierbaren Rahmen und gegebenenfalls auch mit einem Schlagschatten (Abbildung 4).

Abbildung 4: Ein Schlagschatten verleiht dem Bild im Album mehr Tiefe.

Eine andere Variante, den Bildern einen eigenen Touch zu verleihen, finden Sie in der Rubrik Effekt unter Rahmen: Hier stehen knapp 50 Masken zur Verfügung, die Sie als Layer über das Bild legen. Dazu zählen unter anderem nach links und rechts auslaufende Transparenzen sowie Herz- und Sternmuster (Abbildung 5).

Abbildung 5: Interessante Effekte wie Masken machen bisweilen auch aus vermeintlich langweiligen Aufnahmen echte Hingucker.

In der gleichen Rubrik stehen unter Clipart diverse Kleinbilder mit verschiedenen Motiven parat, mit dem Sie Ihr Album verschönern. Allerdings sollten Sie diese mit Bedacht verwenden, sonst sieht Ihr Fotoalbum schnell aus wie ein Kindermalbuch.

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