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Schick und schlank

Debian-Derivat ZevenOS Neptune 1.9

18.11.2010
Die Desktop-Distribution ZevenOS besticht nicht nur durch ihr schnörkelloses Auftreten, sondern auch durch den niedrigen Ressourcenverbrauch.

Entgegen ihrer üblichen Gepflogenheiten entschieden sich die Macher von ZevenOS (http://www.zevenos.com) dazu, ein Release auf KDE-4.4.5-Basis zu basteln. Wie auch bei den XFCE-Versionen setzten sie dabei auf Debians Testing-Zweig, Aktualisierungen pflegt das System nach dem Rolling-Release-Prinzip ein. Das bedeutet für Sie, dass mit ZevenOS ein stets aktuelles System mit den jeweils neuesten Programmen bereitsteht.

Die Distribution richtet sich mit diversen Anwendungen aus den Bereichen Internet, Office und Multimedia vorrangig an Desktopanwender, die eine Alternative zum etwas angestaubten Debian suchen. Obwohl der als ressourcenhungrig verschrieene KDE-Desktop zum Einsatz kommt, begnügt sich ZevenOS als Live-System mit gerade einmal 200 MByte Hauptspeicher. Nach der Installation und dem Einspielen der Updates reichen ihm sogar 150 MByte RAM aus.

Technische Daten

Name ZevenOS Neptune
Version 1.9
Release 10.10.2010
Kernel 2.6.35.5
Desktop KDE 4.4.5
X-Server 1.7.7
Paket-Mgmt DEB (Synaptic, Software Center)
Architektur i686
Besonderes Desktop-Distribution

Gut bedient

Bereits im Auslieferungszustand enthält die Distribution praktisch alle für die tägliche Arbeit benötigten Programme. Dazu zählen die Bürosuite OpenOffice 3.2.1, der schlanke und wieselflinke Webbrowser Chromium 7.0.5 und der von Thunderbird abgeleitete Mail-Client Icedove 3.0.7.

Zur Installation weiterer Programme stellt die Distribution mehrere Möglichkeiten bereit. Neben dem obligatorischen Synaptic gibt es ein Software Center. Dieses erscheint deutlich übersichtlicher und einfacher zu bedienen als das Standardwerkzeug, läuft aber in der vorgestellten Version noch nicht rund: Bei der Anwahl eines Programms erscheint noch die Passwortabfrage, danach verabschiedet sich das Tool sang- und klanglos ohne eine Rückmeldung. Es installiert aber trotzdem die ausgewählte Software. Als dritte Möglichkeit bietet die Distribution das Desktop-Icon Software installieren. Ein Klick darauf öffnet den Dateimanager Dolphin. Das gezeigte Verzeichnis verzweigt in mehrere Kategorien, etwa Web oder Multimedia, die jeweils Programme zur Installation vorhalten.

Auf die Platte, fertig…

Zum Einrichten der Live-Distribution auf der Festplatte dient eigentlich das Desktop-Icon Install Neptune, das jedoch im Test nicht funktionierte. Um dennoch zum Ziel zu kommen, tippen Sie im Terminal kdesudo neptune-installer. Danach öffnet sich der Dialog, der die üblichen Parameter abfragt, wie etwa gewünschter Nutzername, Sprache und dergleichen. Zum Partitionieren der Festplatte verlinkt der Installer unter anderem auf Gparted und Cfdisk.

Nach der ungefähr 15 Minuten dauernden Installation steht die Distribution zum Einsatz bereit. Nach dem ersten Start empfiehlt es sich, zunächst die Updates einzuspielen – was allerdings angesichts der 216 MByte, die mittlerweile bereitstehen, etwas dauert. Ärgerlich: Neun der Programme lassen sich nicht installieren – die Update-Benachrichtigung macht aber mit leidiger Regelmäßigkeit auf diese aufmerksam.

Auch beim Speichern von Systemeinstellungen wie der Bildschirmgröße patzt die Distribution und zeigt in Ewig-grüßt-das-Murmeltier-Manier nach jedem Neustart des Rechners statt der benutzerdefinierten Settings die Grundeinstellung.

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Kommentare
Fehlerhafte Angaben im Text
Eppo (unangemeldet), Donnerstag, 18. November 2010 13:56:23
Ein/Ausklappen

"Entgegen üblichen Gepflogenheiten.... ?"

Neptune 1.9 hat - zusammen mit einer erheblichen Erweiterung des Paketumfangs - in der Tat KDE zum ersten Mal als Desktop, aber basiert zum ersten mal auf Testing, das ist sinnvoll, da Squeeze wohl in der nächsten Zeit (Wochen, Monate ?) released und damit stable wird.

Die vorigen Neptune-Versionen bis 1.8.1 basierten nie auf Testing, sondern alle auf Debian-Stable, also Lenny. Allerdings jeweils mit aktuellen Kerneln und weiteren Zusatzpaketen. Die Lenny-Basis macht aber am Ende des Releasezyklus für ein Desktop-OS keinen Sinn mehr, auch wenn man Stabilität will.

ZevenOS 1.0 bis 3.0 setzte schon immer auf (X)ubuntu und den eigenen Desktop im BeOS-Look.


Bischen genauer nachlesen vor dem Schreiben !


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