Vom Entlein zum Schwan
XFCE mit kleinen Tools aufwerten
Boxenstopp
Power-User, die mit vielen Programmen gleichzeitig arbeiten, kennen das Problem bestens: Bei vielen geöffneten Fenstern wird es in der Panelleiste schnell sehr eng. Ein rascher Wechsel zwischen den einzelnen Applikationen per Mausklick fällt flach, weil man das gewünschte Programm erst umständlich suchden muss. XFCE bietet eine sehr elegante Lösung für dieses Problem: Mithilfe des Plugins Icon-Box visualisieren Sie die offenen Anwendungen als Symbol in der Panelleiste und holen beim Wechsel das gewünschte Fenster einfach mit einem Mausklick auf das jeweiligen Icon in den Vordergrund.
Die Icon-Box, die bei älteren Versionen von XFCE noch als externes Plugin realisiert war, befindet sich bei den aktuellen Varianten des Desktops bereits in der Liste der verfügbaren Applets. Wie beim Sensor-Plugin holen Sie sich die Icon-Box mit einem Rechtsklick in die Panelleiste und mit anschließender Auswahl des Eintrags Icon-Box im Fenster Neue Elemente hinzufügen auf den Bildschirm. Solange keine Anwendungen geöffnet sind, residiert das Applet kaum sichtbar in der Panelleiste: Man erkennt es erst bei genauem Hinsehen als kleinen senkrechter Balken mit einem Punkt darin. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf, öffnet sich ein übersichtliches Einstellungsfenster mit nur drei Optionen.
Sobald Sie Applikationen starten, legt XFCE in der Panelleiste jeweils ein programmspezifisches Symbol in die Icon-Box. Im Vordergrund befindliche Applikationen symbolisiert dabei einen dreidimensional erscheinender Knopf, während minimierte Programme ausgegraute Symbole aufweisen. So erkennen Sie sofort, in welchem Fenster Sie gerade arbeiten. Ein Klick auf eines der ausgegrauten Symbole holt sofort das entsprechende Programm auf die Arbeitsoberfläche. Befördern Sie ein anderes Programm in den Vordergrund, ohne die vorher genutzte Applikation zu minimieren, erscheint deren Symbol mit hohem Kontrast zweidimensional in der Icon-Box (Abbildung 6).
Auf diese Weise schalten Sie ohne lange Suche eines Taskeintrages in der Panelleiste schnell zwischen einzelnen Programmen um. Obendrein lassen sich erheblich mehr offene Applikationen per Mausklick ansteuern als in einer klassischen Taskliste.
Fazit
Der vordergründig etwas dröge wirkende XFCE-Desktop hat in den letzten Jahren sowohl hinsichtlich der Funktionen als auch bei den Erweiterungen mächtig aufgeholt. Durch interne wie auch zusätzlich zu installierende externe kleine Programme und Applets glänzt XFCE nicht nur optisch, sondern bietet auch inzwischen einige nützliche Tools zu bieten, die das produktive Arbeiten erleichtern und beschleunigen.
Nach wie vor bleibt der Desktop seinem Credo treu, möglichst effizient vorhandene Ressourcen zu nutzen: So kommen auch Rechner, die über keine brandneue Grafikkarte verfügen, in den Genuss optischer Schmankerl wie Schatten- und Transparenzeffekte, ohne dazu einen ressourcenfressender Composition-Manager wie Compiz oder Kwin zu benötigen. Erscheint Ihnen der Speicher- und Leistungshunger der beiden großen Desktops Gnome und KDE zu groß und genügt die Funktionalität von LXDE nicht Ihren Ansprüchen, sind Sie bei XFCE daher bestens aufgehoben.
Glossar
XFCE
Ursprünglich ein Akronym, stand XFCE für XForms Common Environment, da der Desktop auf der entsprechenden Bibliothek basierte. Ab Version 3 beruht XFCE allerdings auf GTK+, sodass XFCE inzwischen als reiner Name gilt. Das Projekt selbst schreibt ihn entgegen orthografischer Gepflogenheiten klein, also "Xfce".
Infos
[1] XFCE: http://www.xfce.org
[2] XFWM: http://www.xfce.org/projects/xfwm4/
[3] DesktopNova: http://sites.google.com/site/haliner/desktopnova
[4] DesktopNova (Download): https://launchpad.net/desktopnova/+download
[5] Alien-Workshop: Frank Hofmann, "Gestaltwandler", LU 01/2010, S. 32, http://www.linux-community.de/artikel/19963



