Hintergründiges

Wer andere Betriebssysteme mit ihrem oftmals eintönigen Desktophintergrund kennt, weiß ein wenig Abwechslung auf der Arbeitsoberfläche zu schätzen. Dazu gibt es speziell für XFCE und Gnome ein kleines Tool namens DesktopNova [3], das sich hervorragend in das System einfügt und nahezu keine Ressourcen benötigt. DesktopNova hat vor kurzer Zeit Aufnahme in die Repositories von Debian gefunden und steht für verschiedene 32- und 64-Bit-Varianten von Ubuntu zum Download [4] bereit. Auf der entsprechenden Seite finden sich auch Quellarchive für unterschiedliche Versionen des in rascher Entwicklung befindlichen Tools.

Etwas unüblich erscheint auf den ersten Blick, dass der Entwickler Stefan Haller die einzelnen Varianten seines Programms jeweils in Tarballs verpackt hat und nicht als DEB-Paket anbietet. Da DesktopNova jedoch einen modularen Aufbau aufweist, besteht jede der mit dem Befehl tar -xzf DesktopNova-Version.tar.gz> zu entpackenden Sammlungen aus insgesamt vier DEB-Paketen. Neben dem eigentlichen Programm gibt es für Gnome und XFCE jeweils ein spezifisches Desktop-Modul sowie ein weiteres Paket, das die Software in den Tray der Arbeitsoberfläche einfügt und damit Steuer- und Einstelloptionen per Mausklick ermöglicht.

Unter Ubuntu installieren Sie DesktopNova über ein PPA [3].Arbeiten Sie nicht mit einer auf Debian basierenden Distribution, sondern benötigen ein RPM-Paket, dann wandeln Sie die einzelnen DEB-Sammlungen mithilfe des Kommandozeilenbefehls alien -r DesktopNova-Version.deb> in das RPM-Format um [5]. In unseren Tests unter der brandneuen XFCE-Variante von Mandriva 2010.1 und unter OpenSuse ließen sich die migrierten RPM-Pakete problemlos einrichten und nutzen.

Nach erfolgreicher Installation der Software finden sich im XFCE-Hauptmenü unter Werkzeuge der Eintrag DesktopNova sowie ein weiterer Starter DesktopNova-Tray. Mit einem Klick auf DesktopNova starten Sie den grundlegenden Einstellungsdialog. Im Reiter Bilder haben Sie zunächst die Möglichkeit, verschiedene Profile anzulegen, wobei Sie unterschiedliche Bildersammlungen entweder in Gestalt einzelner Dateien oder ganzer Ordner definieren.

Der Reiter Einstellungen erlaubt, Wechselintervalle für die Bildersammlungen festzulegen. Im unteren Bereich führt ein Klick auf das Auswahlfeld Module zu den beiden vorhandenen XFCE-Modulen. Sofern Sie den XFCE-Desktop in einer älteren Version als 4.6 nutzen, sollten Sie ein entsprechendes Häkchen vor der unteren Alternative Xfce 0.1 setzen. Versionen ab 4.6 unterstützt dagegen das Modul Xfce (Xfconf) 0.2. Am besten setzen Sie auch ein Häkchen vor der Option Dämon bei jeder Sitzung starten (Autostart), sodass sich das Programm bei jedem Neustart Ihres Rechners automatisch aktiviert.

Im Reiter Tray-Icon können Sie das entsprechende Programmsymbol in den System-Tray von XFCE legen, sodass Sie später im laufenden Betrieb des Systems Modifikationen bequem mit einem Rechtsklick auf das Symbol vornehmen. Der Reiter Advanced gestattet es, unterschiedliche Dateiformate zu benennen, wobei DesktopNova bereits viele gebräuchliche Bildformate erkennt. Somit darf die Wallpaper-Sammlung sowohl aus Vektor- als auch aus Rasterdateien unterschiedlicher Farbtiefe bestehen.

Nach Abschluss der Einstellungen sichern Sie diese durch einen Klick auf die Schaltfläche Einstellungen speichern. Damit gehört die optische Eintönigkeit auf dem XFCE-Desktop ab sofort der Vergangenheit an (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit wenigen Klicks stellen Sie den Wechsel des Hintergrundbildes ein.

Sensorisches

Insbesondere moderne Desktoprechner, aber auch mit Hochleistungskomponenten ausgerüstete Business-Notebooks erzeugen im laufenden Betrieb sehr viel Wärme. Um eine Überhitzung und Beschädigung thermisch besonders exponierter Bauteile zu vermeiden, verfügen diese Systemen meist über mehrere Sensoren, welche die Lüfter steuern und somit für eine ausreichende Kühlung des Systems sorgen. Unter XFCE besteht die Option, mithilfe eines kleinen Applets die Sensoren zu kontrollieren und ihre Temperaturwerte permanent anzuzeigen. Vor allem bei Notebooks, die aufgrund der kleinen Gehäuse und mangelnder Kühlmöglichkeiten besonders anfällig für Wärmestaus und Hitzeprobleme sind, lässt sich mit einer individuell geregelten Lüftersteuerung dem Hitzetod einzelner Komponenten nachhaltig entgegenwirken.

Damit Sie stets den Überblick über das Klima in Ihrem Gerät behalten, installieren Sie unter XFCE zunächst die beiden Pakete lm_sensors und Xfce4-sensors-plugin. Beide Pakete befinden sich bereits seit langer Zeit im Standardumfang der Repositories nahezu aller gängigen Distributionen, sodass Sie sie bequem per Synaptic, YaST oder das Mandriva Control Center installieren. Anschließend klicken Sie mit der rechten Maustaste in eine der XFCE-Panelleisten und wählen im sich öffnenden Menü die Option Neue Elemente hinzufügen. Im daraufhin erscheinenden Fenster wählen Sie in der Liste das Sensor-Plugin (Abbildung 4).

Abbildung 4: Liest die Rechnersensoren aus: das Sensor-Plugin.

Ein Mausklick auf den Schalter Hinzufügen stellt eine je nach Rechner unterschiedliche Anzahl von Temperaturwerten in der Panelleiste dar. Um die zunächst in vielen Fällen verwirrenden Angaben aussagekräftiger zu gestalten und optisch aufzuwerten, nehmen Sie entsprechende Modifikationen an dem Applet vor, indem Sie in dessen Bereich in der Panelleiste mit der Maus einen Rechtsklick ausführen und über den Eintrag Eigenschaften die Optionen im Fenster Sensorüberwachung durchgehen. Nach dem Anpassen behalten Sie die Wärmeentwicklung in Ihrem System jederzeit bequem im Blick und können eine drohende Hitzekatastrophe in Ihrem Rechner somit vorausschauend vermeiden (Abbildung 5).

Abbildung 5: Manche mögen's heiß – nicht jedoch XFCE mit Sensorüberwachung.

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