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© sxc.hu, Therese Branton

XFCE mit kleinen Tools aufwerten

Vom Entlein zum Schwan

XFCE verzichtet zugunsten einer ressourcenschonenden Konzeption auf jeglichen Schnickschnack und gilt deswegen als ein bisschen langweilig. Das muss nicht sein: Mit nur wenigen Handgriffen werten Sie den schlanken Desktop optisch und funktionell auf.

Linux glänzt mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Arbeitsoberflächen. Statt den beiden Platzhirschen Gnome und KDE nutzen immer mehr Anwender den schlankeren Desktop XFCE als Produktivumgebung auf dem heimischen Computer. XFCE [1] wirkt dabei auf den ersten Blick optisch recht langweilig und außerdem spartanisch ausgestattet. Mit Bordmitteln und einigen zusätzlichen kleinen Applikationen mausert sich XFCE rasch zu einem echten multifunktionalen Hingucker, der sich den großen Geschwistern als ebenbürtig erweist.

Kompositorisches

Um optische Effekte wie Schatten, Transparenz oder auch drehbare dreidimensionale Würfel auf den Bildschirm zu zaubern, benötigen die gängigen Arbeitsoberflächen unter Linux einen Fenstermanager, der Compositing-Fähigkeiten vorweisen kann. Die dazu üblicherweise genutzten Windowmanager Compiz und Kwin bieten zwar viele optische Schmankerln, haben jedoch einen gravierenden Nachteil: Sie benötigen eine entsprechend leistungsstarke Grafikkarte und lassen sich auf älteren Systemen somit nur eingeschränkt oder gar nicht nutzen.

Der unter XFCE genutzte Windowmanager XFWM [2] dagegen erzielt selbst auf Maschinen, die mit einfacheren Grafikkarten ohne ausgeprägte 3D-Unterstützung aufwarten, interessante Effekte. Um das Compositing von XFWM zu nutzen, aktivieren Sie im Hauptmenü unter Einstellungen | Einstellungsverwaltung für XFCE 4 | Feineinstellungen des Fensterverhaltens den Reiter Compositor und schalten durch Setzen eines Häkchens vor dem Eintrag Anzeigen-Compositing aktivieren die grundlegenden Optionen ein. Das ermöglicht unterschiedliche Transparenz- und Schatteneffekte, die Sie anschließend mithilfe von Schiebereglern Ihren individuellen Wünschen anpassen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit wenigen Handgriffen kann XFCE auch Schatten und Transparenzen darstellen.

Transparentes

Terminalfenster in der grafischen Oberfläche gehören bei allen Desktops zu den optisch langweiligsten Elementen. Zwar lässt sich in aller Regel die Hintergrundfarbe des Terminals modifizieren, aber schrille Farben oder auch gekachelte Bildchen im Briefmarkenformat wirken eher peinlich als ästhetisch. Um die eintönig-anachronistische Farbgebung aufzulockern, bietet XFCE von Haus aus die Möglichkeit, den Fensterhintergrund transparent zu gestalten, sodass der Desktop mehr oder weniger deutlich durchscheint. Um ein transparentes Terminal zu erhalten, öffnen Sie im Menü Bearbeiten | Einstellungen den Reiter Aussehen.

Im Auswahlfeld Hintergrund stehen Ihnen verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten offen. Nach Auswahl der Option Transparenter Hintergrund passen Sie mit dem darunter befindlichen Schieberegler den Transparenzgrad Ihren Wünschen an. Dabei zeigt XFCE mit kurzer Verzögerung im Terminal das Ergebnis an, sodass Sie eine unter Umständen zu starke Durchsichtigkeit des Fensters sofort korrigieren können. Der Desktop bietet dabei wohlgemerkt echte Transparenz: Der Terminalhintergrund besteht nicht aus einem "abfotografierten" Teil der Arbeitsoberfläche, den das System lediglich in Intervallen modifiziert, sondern ändert sich in Echtzeit beim Verschieben des Terminalfensters (Abbildung 2).

Abbildung 2: Auch das Terminal bleibt nicht von der optischen Aufwertung durch Transparenz verschont.

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