Kontrollpunkte

Nach einem Klick auf Kontrollpunkte erstellen sucht das Programm Referenzpunkte und richtet die Bilder entsprechend zueinander aus. Hugin zeigt den aktuellen Status der (manchmal etwas länger andauernden) Bearbeitung in einem neuen Fenster an. Die darin aufgeführten Lizenzbedingungen weisen darauf hin, dass die Uni von British Columbia ein Patent auf den Sift-Algorithmus für die Referenzpunktsuche besitzt, die Arbeit in Hugin ist damit jedoch gestattet (Abbildung 2).

Abbildung 2: Bei der Suche nach Kontrollpunkten in Bildern erscheint ein neues Fenster, das neben einer Lizenzvereinbarung die gefundenen Kontrollpunkte anzeigt.

Erscheint stattdessen eine Fehlermeldung mit dem Code 255, dann gilt es zu prüfen, ob auf dem Rechner Autopano-sift-C installiert ist, das Hugin in der Grundeinstellung zur Suche nach den Kontrollpunkten verwendet. Gegebenenfalls installieren Sie das Tool über den Paketmanager Ihrer Distribution nach.

Das Ergebnis des Ausrichtens fasst Hugin in der Rubrik Assistent zusammen. Es bewertet dabei, wie gut der Algorithmus passende Referenzpunkte gefunden hat und ob es besondere Schwierigkeiten dabei gab. Hinweise wie Die Bilder passen schlecht. deuten auf Parallaxenfehler bei der Aufnahme hin. #

Große Fehler bei den Referenzpunkten sind ein Indiz dafür, dass Hugin den einen oder anderen Punkt an der falschen Stelle platziert und so unnötige Verzerrungen in das Panorama einrechnet hat. Ein Klick auf den Button Kontrollpunktetabelle zeigt alle ermittelten Referenzpunkte zusammen mit deren Abstand zueinander an. Wählen Sie Auswahl nach Abstand, so erscheint eine Abfrage nach der Höhe der maximal erlaubten Differenz. Danach zeigt das Fenster alle Kontrollpunkte an, deren Distanz über dieser Schwelle liegt. Über Löschen entfernen Sie diese aus der Liste. Alternativ klicken Sie auf einen der Kontrollpunkte, worauf Hugin ihn in der Rubrik Kontrollpunkte anzeigt. Hier passen Sie ihn gegebenenfalls manuell an. Dieser Abschnitt erlaubt auch das Hinzufügen neuer Kontrollpunkte (Abbildung 3).

Abbildung 3: Bei Bedarf ergänzen Sie Kontrollpunkte im Bild durch eigene, anhand derer Hugin die Ausrichtung korrigiert.

Ein Klick auf eines der Bilder vergrößert es auf 100 Prozent. Suchen Sie jetzt in beiden Bildern einen markanten Punkt und markieren Sie ihn. Meistens genügt es, mit der Maus in die Nähe des Punktes zu klicken, damit Hugin ihn richtig setzt. Übernimmt Hugin den Kontrollpunkt wegen zu großer Unterschiede nicht automatisch, erzwingen Sie durch einen Klick auf Hinzufügen die Übernahme.

Allerdings weist das Scheitern des automatischen Hinzufügens meist auf eine Parallaxenverschiebung hin. Solche Fehler entstehen durch eine (oft nur geringfügige) Veränderung des Aufnahmepunkts und führen dazu, dass perspektivisch angeordnete Objekte nicht mehr zur Deckung kommen (Abbildung 4). In diesem Fall hilft es nur, die wichtigen Bildteile mit Referenzpunkten zu manifestieren und in unwichtigen Bereichen die Punkte zu entfernen.

Abbildung 4: Kommt es zu Parallaxenverschiebungen zwischen den Aufnahmen, bildet Hugin oft nahe Objekte nicht mehr deckungsgleich ab.

Am besten vermeiden Sie Parallaxenfehler bereits bei der Aufnahme,indem Sie zum Beispiel darauf achten, dass keine in der Nähe stehenden Objekte ins Bild ragen, die in den Bildern überlappen. Zwar hilft bereits das Verwenden eines Stativs, solche Fehler zu verringern, doch erst ein so genannter Kreuz- beziehungsweise Panoramaschlitten eliminiert sie komplett. Er ermöglicht es nämlich, den Nodalpunkt der Kamera auf die Drehachse des Stativs zu verschieben, was die Parallaxenverschiebung verhindert. Für aus freier Hand geschossene Bilder gilt: Drehen Sie nicht den Oberkörper, sondern die Kamera bei unveränderter Haltung in der Hand.

Panoramavorschau

Ein Klick auf den Button Vorschaufenster öffnet die Panoramavorschau und zeigt dort das (vorläufige) Ergebnis (Abbildung 5). Die darin gezeigte Vorschau berücksichtigt alle eingebundenen Bilder – Hugin führt sie unter Bilder auf. Um die Auswirkungen auf das Gesamtergebnis zu kontrollieren, lassen sich dort auch einzelne Aufnahmen deaktivieren.

Abbildung 5: Im Vorschaumodus zeigt Hugin das vorläufige Ergebnis an und erlaubt die Auswahl einer Projektion.

Die meisten der Schalter erklären ihre Funktion über Tooltips. Ausrichten und Einpassen optimieren die Vorschauansicht, auch das Aktivieren der Checkbox Photometrisch verbessert die Vorschau. Klicken Sie in der Rubrik Beschnitt auf Automatischer Beschnitt, erzeugt Hugin einen Rahmen im Panorama, dessen Inhalt später im fertigen Bild erscheint. Meistens empfiehlt es sich jedoch, den Ausschnitt später mit Gimp zu wählen.

Mit den beiden Schiebereglern unter und rechts neben dem Bild ändern Sie den horizontalen beziehungsweise vertikalen Bildausschnitt. Ein Mausklick ins Bild zentriert es an der Stelle. Über das Dropdownmenü neben Projektion: steuern Sie, mit welchem mathematischen Verfahren Hugin die Bilder zu einem Panorama zusammensetzt. Da die sich die Ergebnisse stark unterscheiden, sollten Sie alle Möglichkeiten einmal durchprobieren. Achten Sie dabei besonders auf die geraden oder symmetrischen Elemente im Bild: Dem Betrachter fällt sofort auf, wenn die Winkel nicht stimmen.

Und welches ist die beste Projektion? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Wesentlich bestimmen die Einzelbilder, in welchem Modus Hugin das Panorama am besten zusammenfügt. Dabei spielen die Ränder, der nutzbare Bereich und die oben angesprochenen Verläufe von Linien eine große Rolle. Wechseln Sie den Überblendmodus von Normal auf Unterschiede, zeigt Hugin an, worin sich zwei überlappende Bilder unterscheiden (Abbildung 6).

Abbildung 6: Details und Unterschiede zwischen den Bildern zeigt der Überblendmodus Unterschiede.

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