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© Antony McAulay, 123rf.com

Weitblick

Mit Hugin Panoramafotos erstellen

15.10.2010
Gute Panoramaaufnahmen vermitteln beinahe dramatisch die Atmosphäre einer Landschaft. Mit Hugin und dem richtigen Ausgangsmaterial erstellen Sie diese auch ohne Weitwinkelobjektiv.

Zum Ablichten großer Landschaftspanoramen benötigen Sie im Normalfall ein starkes Weitwinkelobjektiv. Ein solches ist aber nicht nur teuer, sondern bringt systembedingt einige Nachteile mit sich. Unter anderem verzerrt es das Bild zum Rand hin und dunkelt diesen häufig ab ("Vignettierung"). Eine kostengünstige Alternative dazu bieten so genannte Stitching-Programme, die obendrein häufig auch noch bessere Ergebnisse liefern. Mithilfe einer solchen Anwendung fügen Sie beinahe beliebig viele Aufnahmen nahtlos zusammen und eröffnen damit eine ganze Fülle von Möglichkeiten. Beispiele dafür finden Sie auf der Seite Gigapan [1]; einige der dort verfügbaren Panoramaaufnahmen bestehen aus über 5000 zusammengesetzten Einzelbildern.

Grundlagen

Das wohl populärste Stiching-Programm für Linux ist Hugin [2], das in erster Linie die Panorama-Tools [3] in einer grafischen Oberfläche zusammenfasst. Dieser Artikel beschreibt Version 2010.0 von Hugin – vor allem ältere Versionen weichen im Funktionsumfang erheblich von dieser ab. Hier die wichtigsten Programme und die korrespondierenden Funktionen von Hugin im Überblick:

  • Autopano, Autopano-Sift, Autopano-Sift-C oder Panomatic erstellen Tabellen mit den Referenzpunkten aus den geladenen Bildern.
  • Celeste findet Wolken und entfernt dort gesetzte Referenzpunkte, da diese die Qualität oft verschlechtern.
  • Nona rechnet anhand der Referenzpunkte die Einzelbilder so um, dass sie übereinander passen.
  • Enfuse macht die Übergänge zwischen den Einzelbildern durch Anpassen der unterschiedlichen Belichtungen weich.
  • Enblend kombiniert die Einzelbilder basierend auf mathematischen Kurven (Splines) nahtlos durch entsprechendes Verzerren.

Über diese Funktionen hinaus erlaubt Hugin das Erstellen von LDR/HDR-Bildern mit niedrigem oder hohem Dynamikumfang. Optional passen Sie den Weißabgleich (auch zwischen den Einzelbildern) sowie die Randabschattung (Vignettierung) an. Bei Bedarf beseitigen Sie zudem auch Objektivfehler wie chromatische Aberrationen (Farbsäume). Jeder Bearbeitungsschritt erlaubt das manuelle Steuern. Dank des integrierten Batch-Modus verarbeitet Hugin auch große Bildmengen in einem Rutsch.

Vorbereitungen

Über den Reiter Bilder erreichen Sie Hugins Importwerkzeug. Zwar erlaubt Einzelne Bilder hinzufügen... das Einfügen er Aufnahmen; einfacher geht es aber mit einem Dateimanager wie Konqueror, da dieser Vorschaubilder anzeigt und damit die Auswahl erleichtert. Um die Aufnahmen in Hugin aufzunehmen, genügt es, sie von dort aus mittels Drag & Drop auf dessen Oberfläche zu ziehen.

Eine interessante Alternative bietet die Funktion In Folge aufgenommene Bilder hinzufügen .... Hier reicht es aus, das erste Bild einer Serie anzuwählen. Hugin untersucht anhand der Exif-Daten, welche der folgenden Bilder zur Serie gehören, und übernimmt sie automatisch.

Nach dem Bildimport legt Hugin die Ankerbilder für Belichtung und Ausrichtung auf das erste Bild der Serie fest und markiert sie mit einem A (geometrische Ausrichtung) sowie einem C (Belichtungsreferenz) in der Spalte Anker der Tabelle (Abbildung 1). Diese Bilder dienen dem Programm anschließend als Referenz zum Bestimmen von Ausrichtung und Belichtung. Um die Zuordnung zu ändern, klicken Sie zunächst auf das gewünschte Bild und danach auf einen der Knöpfe Positionsanker festlegen oder Belichtungsanker festlegen.

Abbildung 1: Für die Ausrichtungs- und Belichtungskorrektur des Panoramas orientiert sich Hugin an sogenannten Ankerbildern.

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