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Linux und Geodaten bei der Brandenburger Polizei

Immer im Bild

Mittels einer Kamerasteuerung (Abbildung 7) schalten die Beamten die beiden ins Fahrzeug integrierten IP-Kameras ein- und aus. Diese wurden in erster Linie installiert, um die Eigensicherung zu gewährleisten und Einsätze festzuhalten. Darüber hinaus kann der Fahrer sie auch als schnöde Einparkhilfe nutzen. Die aufgenommenen Videos lassen sich gleich vor Ort und Stelle wiedergegeben oder auf einen USB-Stick übertragen. Pläne für die Zukunft sehen vor, die Bilder der Kameras direkt in die Leitstelle zu streamen.

Abbildung 7: Zwei IP-Kameras dienen der Eigensicherung, können aber auch beim Einparken helfen.

Die Wahl fiel auf IP-Kameras, weil sie eine Standardschnittstelle bieten und daher unabhängig von Treibern für bestimmte Modelle funktionieren. Geht eine Kamera kaputt oder entspricht irgendwann nicht mehr den technischen Anforderungen, kann man sie gegen ein neues Modell eines beliebigen Herstellers auswechseln. Auch die Ansteuerung bestimmter Kamerafunktionen, wie etwa des Zooms, lässt sich direkt über die Display-Einheit realisieren.

Mobiler Arbeitsplatz

Ein spezielles Hardware-Modul soll die Fahrzeugbesatzung via Gerätesteuerung zukünftig darüber informieren, welche Systeme im Einsatzwagen angeschlossen und aktiv sind. Dazu zählen neben dem Multifunktions-PC auch mobile Arbeitsplätze und Drucker. Für alle integrierten Komponenten lässt sich der Stromverbrauch jedes einzelnen Gerätes anzeigen. Gibt es Probleme mit der Stromversorgung, können die Beamten einzelne Komponenten vom Cockpit aus abschalten – besonders bei schwer zugänglich verbauten Geräten ein Vorteil.

Für die Eingabe großer Datenmengen und die Abfrage von Informationen in der Dienststelle kommen die Beamten um einen mobilen Arbeitsplatz nicht herum: Die Display-Einheit bietet nur Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Momentan nutzt die Brandenburger Polizei Notebooks mit Microsoft Windows – diese greifen nur auf den Multifunktions-PC zurück, um sich des verschlüsselten Datenkanals zu bedienen. An den mobilen Arbeitsplätzen lassen sich 90 Prozent der Arbeiten erledigen, die auch in der Dienststelle möglich sind.

Aktuell laufen noch Tests, welche Datenmengen sich überhaupt mit GPRS/UMTS übertragen lassen, denn das Datenaufkommen von und zur Leitstelle steigt mit jedem neu in Betrieb genommenen Einsatzfahrzeug, das einen Multifunktions-PC an Bord hat. Die Polizei denkt bereits darüber nach, den digitalen Polizeifunk auch zur Datenübertragung zu nutzen, aber noch bietet er nicht die benötigte Bandbreite. Sollte das eines Tages der Fall sein, lässt sich das System sofort darauf umstellen.

Damit die Fahrzeugbesatzungen den Multifunktions-PC bedienen und die empfangenen Informationen richtig interpretieren können, erhalten sie eine rund zehnminütige Einweisung. In dieser bekommen die Beamten gezeigt, wie sie die Display-Einheit bedienen und auf die jeweiligen Funktionen der neuen Technik zugreifen. Die Einarbeitung für den mobilen Arbeitsplatz erfordert etwas mehr Zeit. Für die Polizei lebenswichtige Systeme wie Blaulicht, Signalhorn und Funk wurden nicht in die neue Technologie integriert, denn sie sollen auch dann schnell auf Knopfdruck funktionieren, wenn der Multifunktions-PC seinen Dienst einmal verweigert.

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Falko Benthin

Falko Benthin studiert Gesundheitsinformatik und engagiert sich in verschiedenen gemeinnützigen Vereinen. In seiner Freizeit verschlingt er leidenschaftlich gern Bücher und bloggt auf www.e-leseratte.de zu E-Book-Readern und verwandten Themen.

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