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© Tmou, sxc.hu

Auf dem richtigen Pfad

GPS-Aufzeichnungen unkompliziert übers Web publizieren

21.10.2010
Die beim Wandern oder Biken aufgezeichneten Daten sind viel zu schade, um ungenutzt auf der Festplatte zu versauern. Zeigen Sie ihre GPS Tracks der Welt: Binden Sie sie auf ihrer Homepage ein.

Gehen Sie oft wandern oder touren gerne mit dem Rad? Dann haben Sie vielleicht auch schon einmal überlegt, ob Sie ihre Ausflüge nicht mit einem GPS-Gerät oder einem GPS-fähigen Handy aufzeichnen sollen. Doch was tun mit den Daten? Es wäre schade, wenn die Tracks zu interessanten Touren in der virtuellen Schublade verstauben. Mit einigen Handgriffen teilen Sie die aufgezeichneten Daten mit Dritten oder veröffentlichen sie auf Ihrer Homepage oder Ihrem Blog.

Um GPS-Tracks aufzuzeichnen, brauchen Sie nicht viel zu investieren: Viele moderne Smartphones besitzen einen GPS-Empfänger und zeichnen – die geeignete Software vorausgesetzt – Touren auf. Entsprechende Programme finden Sie in den App-Stores sämtlicher Hersteller. Unter Android lohnt der Griff zu My Tracks [1]. Das Open-Source-Programm ist recht einfach zu bedienen und bietet die Möglichkeit, aufgezeichnete Touren alternativ zum Transfer zu Google Maps ins freie GPX-Format zu exportieren.

In einem ersten Schritt empfiehlt es sich, vor dem Export die Tour zu bereinigen. Vielleicht haben Sie sich einmal verlaufen oder einen kleinen Abstecher gemacht, den Sie nicht in der GPX-Datei haben möchten. Dazu greifen Sie auf das Programm QLandkarte GT [2] zurück. Die Software findet sich bei allen gängigen Linux-Distributionen in den Paketquellen der aktuellen Version.

Abbildung 1: Vor dem Export eines Tracks ins GPX-Format empfiehlt es sich, die Daten zu bereinigen, zum Beispiel mit QLandkarte GT.

Nach dem Start der Applikation lesen Sie den GPS-Track über Datei | Geodaten hinzufügen ein und bearbeiten ihn dann (Abbildung 1). Sie haben die Möglichkeit, einzelne Positionen zu löschen oder die komplette Tour zu splitten. Das Ergebnis exportieren Sie dann ins GPX-Format. Damit stellen Sie sicher, dass Sie die Daten in Zukunft verwenden können.

Nachdem Sie Ihre Tour aufgezeichnet und optimiert haben, stellt sich die Frage, wie Sie die Daten weiterverbreiten wollen. Im Internet gibt es zahlreiche Portale, über die Sie sich mit einer Community über Touren austauschen können. Zu den beliebtesten Portale in dieser Richtung zählt GPSies.com [3]. Das deutsche Startup (Abbildung 2) versammelt mit mittlerweile mehr als 400 000 Wander-, Mountainbike-, Motorrad- oder Rennrad-Touren in ganz Europa die größte europäische Community dieser Art. Die Webseite steht in mehr als 20 Sprachen bereit und findet vor allen Dingen in Deutschland, Österreich und der Schweiz großen Anklang.

Abbildung 2: GPSies-Community hat bereits rund 400 000 Touren gesammelt.

Neben dem proprietären Google Maps bietet GPSies auch die Möglichkeit, Routen alternativ in Openstreetmap [4] oder Opencyclemap [5] einzuzeichnen. Dazu müssen Sie in der Kartenansicht von GPSies in der Dropdown-Box Gelände den Punkt OSM Fahrrad oder Openstreetmap auswählen.

Speziell bei Touren auf kleinen Wegen haben diese durch die weltweite OSM-Community erstellten Karten große Vorteile. Hier finden sich viele Wanderwege oder Radwege, die Google Maps nicht anzeigt. Der größte Vorteil von solchen Portalen liegt jedoch im schnellen Zugriff auf Tracks und deren schierer Vielfalt: Viele andere Benutzer finden so Ihre Tour und profitieren unter Umständen davon.

Gut gelöst haben die Entwickler die Möglichkeit, eine zu GPSies hochgeladene Tour in eine Webseite oder ein Blog einzubetten. Ganz am Ende der Tour-Ansicht (Abbildung 3) finden Sie unter Diese Strecke verlinken den Abschnitt, der den passenden HTML-Code bereitstellt. Den ähnlich wie in Listing 1 aussehenden Code bauen Sie nun direkt in die entsprechende Webseite ein. Somit profitieren Sie von der für GPSies freiwillig geleisteten Arbeit (dem Erstellen und Hochladen der Route), indem Sie im Gegenzug einen einfachen Zugriff auf die aufbereiteten Daten erhalten.

Abbildung 3: GPSies generiert automatisch den Code zum Einbetten des Tracks in eine Webseite.

Listing 1

<iframe src="http://www.gpsies.com/mapOnly.do?fileId=beispiel" width="600" height="400" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0"></iframe>

Das Ergebnis sehen Sie in Abbildung 4. Fast wie bei GPSies selbst erscheint die Karte inklusive Ihrer Tour. Zusätzlich zu den Bedienelementen generiert GPSies auch automatisch das Höhenprofil der Tour und blendet es in die Karte ein. Ähnlich einfach funktioniert das beim Konkurrenten Bikemap.net: Auch hier stellen Sie – alternativ zu Google Maps – die OSM oder OCM als Karte ein. Welches dieser Portale oder weiterer Alternativen Sie verwenden, hängt von Ihrer Sympathie ab.

Abbildung 4: Eine Rennrad-Tour mittels GPSies in ein Blog eingebettet.

Für technisch interessierte und versierte Anwender erweist sich jedoch Openstreetmap selbst – ohne einen Umweg über ein Portal – als deutlich interessanter. Fertige Skripte als Vorlage finden Sie auf der Webseite des niederländischen Entwicklers Rejo Zenger [6]. Diese müssen Sie in Ihre Homepage integrieren und die Pfade entsprechend anpassen. Alternativ nutzen Sie die von ihm gehosteten Skripte direkt [7]. In diesem Fall beschränkt sich der Aufwand auf das simple Einfügen eines Iframe-Elements (Listing 2).

Listing 2

<iframe
  src="https://rejo.zenger.nl/topo/osm/?fn=URL zur GPX-Datei"
  width="Breite in Pixeln"
  height="Höhe in Pixeln"
  frameborder="0">
</iframe>

Sie müssen nur die URL zur GPX-Datei auf Ihrem Webspace angeben und die Höhe sowie Breite des Iframes eintragen. Das funktioniert nicht nur auf statischen HTML-Seiten, sondern natürlich auch bei Blog-Systemen wie Wordpress oder Serendipity. Sie übertragen den Code dort einfach in den Fließtext eines Beitrags, die Karte erscheint dann an der entsprechenden Stelle.

Abbildung 5 zeigt das Ergebnis in einem Wordpress-Blog. Die Bedienelemente sind die selben wie bei OSM. Allerdings fehlt bei dieser Art des Einbettens das Höhenprofil der Tour – für Rennradfahrer oder Wanderer nicht ganz unwichtig. Hier greifen Sie ebenfalls auf ein Skript zurück: Gpxplot [8] gibt es als externes Programm sowie als API zum unkomplizierten Einbau in eine Homepage.

Abbildung 5: Dank eines einfachen Skripts betten Sie die OSM-Karte ohne Umweg über ein Portal in eine Website ein.

Wie in Listing 3 gezeigt, bauen Sie wieder nur die URL zur GPX-Datei in die Abfrage ein und bestimmen die Höhe und Breite des zu generierenden Bildes. Den Rest erledigt die API von Gpxplot für Sie: Die Software erstellt automatisch ein Bild mit dem Höhenprofil der aufgezeichneten Route.

Listing 3

<img src="http://gpxplot.appspot.com/api/0.1.2/plot?gpxurl=<i class="replaceable">URL zur GPX-Datei&output=png" alt="Höhenprofil" width="600" height="400">

Fazit

Der Aufwand, GPS-Tracks zu publizieren, hält sich also mit den freien Tools und hilfreichen Skripten in engen Grenzen. Ob Sie nun bequem über ein Portal publizieren oder über Ihre eigene Homepage mit einer Karte von Openstreetmap: Die Möglichkeiten, Touren weiter zu verarbeiten, sind vielfältig. 

Der Autor

Christoph Langner arbeitet für die PTV AG in Karlsruhe im Bereich des Testmanagements und ist seit Jahren im Bereich der Open Source Software aktiv. Sie finden sein Blog rund um GNU/Linux auf http://linuxundich.de.

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