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Effizient Arbeiten mit dem Windowmanager Bluetile

Konfiguration

Obwohl Bluetile eigentlich beim ersten Start kaum eine Konfiguration benötigt, gibt es die Dateien .bluetilerc in Ihrem Home-Verzeichnis für persönliche Einstellungen und /usr/share/bluetile/etc/bluetilerc für systemweite Feinheiten. Wie üblich steht eine Raute (#) am Zeilenanfang als Kommentarzeichen und deaktiviert den in dieser Zeile folgenden Text. In der Konfigurationsdatei finden sich vier Typen von Einträgen, Listing 1 zeigt diese in verkürzter Form.

Listing 1

# global options (Mod4 is usually the logo key)
default_modifier: Mod4
terminal: x-terminal-emulator
start_dock: true
...
key_launch_terminal: DefaultMod+Shift+Return
key_launch_terminal_alternative: DefaultMod+Return
...
# blue-ish theme where the focused window stands out more
decoration_focused_color = #7ca3d3
...
window_border_focused_color = black
...

Die globalen Optionen definieren grundlegende Features, wie etwa den automatischen Start eines Docks (start_dock) oder den voreingestellten Modifier – also die Taste, mit der Sie Aktionen auslösen. Die Variable terminal belegen Sie mit dem Programmnamen Ihrer Lieblings-Terminalemulation. Sie kommt in der weiteren Konfiguration dann zum Einsatz, zum Beispiel bei key_launch_terminal: Darüber definieren Sie eine Tastenkombination, über die die Bluetile ein Terminal startet. Darunter findet sich eine zweite, alternative Tastenkombination für die gleiche Aktion. Welche Tasten Bluetile auszuwerten vermag, zeigt ein Programmaufruf mit der Option --list-identifiers (Listing 2).

Listing 2

$ bluetile --list-identifiers
The following modifiers can be used in Bluetile's configuration:
DefaultMod, Shift, Lock, Ctrl, Mod1, Mod2, Mod3, Mod4, Mod5
The following keys can be used in Bluetile's configuration: BackSpace,
Tab, Linefeed, Clear, Return, Pause, Scroll_Lock, ...

Die letzten beiden Einträge in der Konfigurationsdatei (Listing 1) steuern das Aussehen durch ein Theme. In diesen Zeilen interpretiert Bluetile die zweite Raute nicht mehr als Kommentarzeichen, sondern als Marke für hexadezimale (Farb-)Angaben. Beide Dateien sind ausführlich dokumentiert.

Übrigens: Falls es Probleme in der Konfigurationsdatei gibt, beispielsweise Syntaxfehler, startet Bluetile nicht. In diesem Fall erfolgt aber eine Ausgabe auf dem kontrollierenden Terminal, die das Problem oft sehr genau beschreibt (Listing 3).

Listing 3

...
There was a problem reading the configuration. This is what the parser told me:
(OtherProblem "Unknown key 'F0'","other_problem")

Fazit

Effektivität gehört zu den großen Stärken vom Bluetile. Der kleine, aber feine Windowmanager setzt ein interessantes Konzept um: Im Unterschied zu vielen anderen Tiling-Windowmanagern geht das Programm behutsam mit dem Benutzer um. Viele gute Ideen, eine ausgezeichnete Integration in Gnome und eine hervorragende Dokumentation machen es neugierigen Anwendern leicht, sich einmal mit dieser Software zu beschäftigen.

Die Praxis zeigt, dass die Tastenkombinationen schnell in Fleisch und Blut übergehen und die meisten im Alltag benötigten Funktionen abdecken. Einige kleine Verbesserungen wären sicherlich möglich: So behandelt Bluetile spezielle Fenster, etwa von Guake oder Tilda erzeugte, wie alle anderen, wodurch diese ihre besonderen Features verlieren.

Außerdem existiert keine Möglichkeit mehr, Fenster ohne Dekorationen via [Alt] und die Maus zu verschieben, was gerade bei Dialogfenstern oft stört. Etwas verwirrend erscheint auch, dass der Pager im Gnome-Panel beim Einsatz von Bluetile immer noch für Metacity typische Menüpunkte zeigt, die die Software gar nicht unterstützt.

Anwender mit hoher Tastaturaffinität arbeiten vermutlich ohnehin schon mit einem Tiling-Windowmanager – oder gewöhnen sich schnell daran. Diesen bietet Bluetile einen etwas höheren Komfort, aber wohl nicht die umfangreichen Möglichkeiten und Features, über die etwa Xmonad oder ähnliche Windowmanager verfügen. 

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