Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

21.10.2010

Clive speichert Youtube-Videos auf dem lokalen Rechner

Mit dem Browser allein lassen sich Beiträge von Youtube oder anderen Video-Portalen oft nicht ohne Weiteres auf den eigenen Rechner sichern. Abhilfe schafft hier ein Tool wie Clive: Das Programm extrahiert das Video aus der Webseite und legt es auf dem eigenen Rechner ab. Die Entwickler überarbeiteten das ursprünglich in Python programmierte Clive für die Version 2.0 komplett und implementierten es in Perl vollständig neu.

Um einfach nur ein Video aus Youtube herunterzuladen, rufen Sie Clive lediglich mit der URL der entsprechenden Seite auf. Clive prüft den übergebenen Link kurz und startet anschließend die Übertragung. Falls Sie über einen Proxy-Server ins Netz gehen, geben Sie diesen einfach mit dem Parameter --proxy an. Standardmäßig lädt Clive das Video im FLV-Format herunter. Über den Parameter --format besteht aber auch die Möglichkeit, das Video als MP4, HD, HQ oder 3GP zu übertragen. Bevorzugen Sie ein ganz anderes Format, lassen Sie Clive den Download direkt an ein Konvertierungswerkzeug wie Ffmpeg weiter. Einige Anwendungsbeispiele dazu finden Sie in der Manpage zu Clive.

Im Dateien von mehreren URLs zu holen, können Sie Clive alle beim Programmaufruf durch Leerzeichen getrennt übergeben. Bequemer ist es jedoch, alle Adressen in einer Textdatei abzulegen, je eine Adresse pro Zeile, und diese mit dem Befehl cat über die Standardeingabe an Clive zu schicken. Mit Hilfe von --limit-rate beschränken Sie dabei die von Clive genutzte Bandbreite. Neben dem reinen Download bietet das Tool auch die Möglichkeit, Videos als Stream an einen lokalen Player wie Mplayer oder VLC zu dirigieren. Die Manpage zu Clive enthält auch dazu zahlreiche Beispiele und Anregungen. Sämtliche Einstellungen für Clive fassen Sie am besten in einer Konfigurationsdatei zusammen, wobei wiederum die Dokumentation hilft.

Clive 2.2.15

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://code.google.com/p/clive/

Wertung

Mit Clive laden Sie im Handumdrehen Videos von Seiten wie Youtube auf den eigenen Rechner herunter. Die Bedienung ähnelt stark jener des Klassikers wget.

Mit Gadmin-Samba konfigurieren Sie Samba im Handumdrehen

Die Konfiguration eines Samba-Servers ist alles andere als trivial, und auch erfahrene Linuxer haben sich schon in den Optionen der smb.conf verfranzt. Abhilfe schafft hier die Konfigurationsoberfläche Gadmin-Samba: Sie bildet alle wichtigen Einstellungen von Samba in einer gut gegliederten Oberfläche ab und erleichtert es damit, den Überblick zu behalten. Bei jedem Aufruf liest Gadmin-Samba sämtliche Parameter aus der smb.conf aus und trägt die erfassten Werte in seine Formularfelder ein. Alle Einstellungsmöglichkeiten gruppieren sich nach Funktionsbereichen. Diese gliedern sich in die Sparten Server-Einstellungen, Benutzer- und Freigabenverwaltung, Domänen- und Sicherheitseinstellungen, Festplatten und aktive Verbindungen. Der Bereich Konfiguration enthält zusätzlich die Einstellungen der smb.conf im Klartext. Im Bereich Server nehmen Sie die globale Konfiguration vor und setzen beispielsweise den Server- und Domainnamen oder die jeweilige Sicherheitsstufe für die Benutzerauthentifizierung. Pfade zu verschiedenen Konfigurationsdateien und Programmen zur Benutzerverwaltung sind ebenso enthalten wie Optionen zur Integration des Drucker-Backends Cups. Sowohl für die Benutzer- als auch die Freigabenverwaltung gibt es einen eigenen Konfigurationsbereich. Hier legen Sie neue Benutzer an, fügen Freigaben hinzu oder passen die Zugriffsrechte auf bestehende Shares an. Dient der Samba-Server gleichzeitig auch als Domain-Controller, ergänzen Sie im Bereich Computer die Domäne um neue Rechner. Während die vorgenannten Bereiche der Konfiguration von Samba dienen, lesen Sie unter Verbindungen, Platte und Sicherheit den aktuellen Betriebszustand des Servers ab. Hier erkennen Sie mit einen Blick, wer gerade gerade worauf zugreift und ob die Festplatte noch ausreichend freien Platz bietet. Die angepasste Samba-Konfiguration legt Gadmin-Samba normalerweise wieder in /etc/smb.conf ab, unter Einstellungen lässt sich aber auch ein anderer Speicherort angeben.

Gadmin-Samba 0.3.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://mange.dynalias.org/linux/gadmintools-webpage/

Wertung

Mit Gadmin-Samba lassen sich alle wichtigen Samba-Einstellungen bequem über eine grafische Oberfläche abwickeln und aktive Samba-Sitzungen im Auge behalten.

Termine mit When in der Shell verwalten

Bei Kalender-Applikationen stellen Programme mit grafischer Oberfläche wie Evolution das Nonplusultra dar. Sind Sie dagegen auf der Suche nach einer kompakten Lösung, sollten Sie einen Blick auf When werfen. Das Perl-Tool kommt ohne Abhängigkeiten wie Webserver oder Datenbank aus und eignet sich daher bestens für den Einsatz via SSH oder auf einem USB-Stick. Sämtliche Daten verwaltet When in einer Textdatei. Neue Termine legen Sie durch einen Aufruf von When mit dem Parameter e an. Das Tool öffnet daraufhin seine Termindatei mit dem Standardeditor des Systems. Dort legen Sie Termine nach einer vorgegebenen Syntax an. Die gängige Formel lautet y=Jahr & m=Monat & d=Tag, gefolgt von einer Textnotiz und der Uhrzeit. Ein wenig erinnert dies an die Einträge in der Crontab. Die Reihenfolge der Termine spielt keine Rolle, da When alle bei der Ausgabe nach Datum und Uhrzeit sortiert. Bereits abgelaufene Termine blendet es dabei aus. Standardmäßig zeigt When immer die Termine der nächsten zwei Wochen an. Beim Aufruf mit dem Parameter w beschränkt das Tool die Ausgabe auf die Termine der laufenden Woche. Um eine Monats- oder Jahresübersicht zu sehen, rufen Sie das Tool mit dem Parameter m respektive y auf. Neben einfachen Terminen verwalten Sie mit When auch wiederkehrende Ereignisse. Die Manpage bietet dazu zahlreiche Beispiele. Sämtliche Termine und die Konfigurationseinstellungen speichert When in einem versteckten Unterverzeichnis des Home-Verzeichnisses. Nach der Installation enthält die Konfigurationsdatei nur den Pfad zur Termindatei. Bei Bedarf stellen Sie hier aber auch einen anderen Editor einstellen oder ändern den standardmäßig angezeigten Zeitraum. Daneben lässt sich die Ausgabe mittels Paging, Wrap oder Zeileneinstellungen an das jeweilige Terminal anpassen. Auch dazu liefert die Manpage weiterführende Informationen.

When 1.1.21

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.lightandmatter.com/when/when.html

Wertung

Benötigen Sie einen komplexen Terminplaner mit Benachrichtigung und Aufgabenverwaltung, ist When nichts für Sie. Möchten Sie dagegen Ihre Termine lediglich ohne Aufwand ordnen, kommen Sie mit When schnell zum Zug.

Mit Yapet Passwörter in der Konsole sicher verwalten

Ob online, zu Hause oder in der Firma – jeder besitzt heutzutage dutzende Benutzerkennungen samt Passwort. Wer da kein gutes Gedächtnis hat, braucht einen Passwortmanager wie Yapet. Hinter dem ungewöhnlichen Namen verbirgt sich eincleveres Werkzeug, das dank seiner einfachen und übersichtlichen Curses-Oberfläche selbst in einer SSH-Session bestens läuft. Um eine neue Passwortdatei zu erzeugen, übergeben Sie Yapet den gewünschten Dateinamen einfach beim Aufruf als Parameter. Yapet öffnet die genannte Datei, falls diese bereits existiert, oder legt sie gegebenenfalls neu an und versieht sie mit einem von Ihnen gewählten Passwort. Auf diese Weise lassen sich bei Bedarf auch mehrere, einsatzspezifische Passwortdateien anlegen und später im laufenden Betrieb wechseln. Nach dem Öffnen einer Passwortdatei greifen Sie auf alle Einträge zu oder legen neue an. Jeder Eintrag besteht dabei aus einem möglichst eindeutigen Namen, der Host-Adresse (falls vorhanden) sowie der Benutzerkennung samt entsprechenden Passwort und einem optionalen Kommentar. Das Passwort zeigt Yapet übrigens immer im Klartext an, weswegen Sie sich gegen neugierige Blicke sichern sollten, bevor Sie einen Eintrag öffnen. Ein Generator erzeugt auf Wunsch ein ausreichend sicheres Passwort. Alle Einträge der geöffneten Passwortdatei listet Yapet übersichtlich auf, Such- und Sortierfunktionen erleichtern dabei das Auffinden bestimmter Einträge. Sämtliche Daten verschlüsselt das Programm mit einem 448-Bit-Schüssel nach dem Blowfish-Algorithmus. Laut Entwickler sichert Yapet auf diese Weise nicht nur die Dateien auf der Festplatte, sondern auch die im RAM befindlichen Passwörter. Für zusätzliche Sicherheit sorgt auch die eingebaute Sperrfunktion für die Konsole: Nehmen Sie länger als zehn Minuten keine Eingabe vor, sperrt Yapet automatisch den Zugriff. Für die weitere Nutzung müssen Sie sich dann frisch authentifizieren.

Yapet 0.7

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.guengel.ch/myapps/yapet/

Wertung

Yapet bietet alle wichtigen Eigenschaften eines Passwortmanagers, lässt sich intuitiv bedienen und läuft problemlos auch in einer SSH-Sitzung. Es sichert die Daten mit einem 448-Bit-Schlüssel, sowohl auf der Festplatte als auch im Arbeitsspeicher.

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