Neuer Systemabschnitt

Betrachten Sie den Desktop als solches, fällt am ehesten die Modifikation des Systemabschnitts im KDE-Panel ins Auge. Da einheitliche Symbole professioneller wirken als ein kunterbuntes Durcheinander, hat sich nach Ubuntu auch das KDE-Projekt dazu entschlossen, diesem Teil ein einheitliches Aussehen zu verpassen. Die Anwendungssymbole erscheinen nun in Graustufen (Abbildung 2). Das und das parallele Umstellen auf D-Bus als Kommunikationstechnik für Applikationen ermöglicht es, Gnome-Programme quasi nahtlos in den KDE-Systemabschnitt zu integrieren.

Abbildung 2: Der neue Systemabschnitt in KDE SC 4.5 erscheint weniger bunt und wirkt dadurch professioneller.

Zu den weiteren Änderungen im Systemabschnitt gehört ein überarbeitetes und in zahlreichen Belangen verbessertes Benachrichtungssystem (weniger aufdringlich, trotzdem detailliert) und eine neue Art, die nicht aktiven Symbole zu verbergen. In guter alter KDE-Manier hält auch Version 4.5 am Links- und Rechtsklickmenü fest: während also zum Beispiel bei Ubuntus Gnome-Version sämtliche Symbole nur auf eine Art und Weise reagieren, zeigen die Symbole im KDE-4.5-Systemabschnitt ein anderes Menü an, je nachdem ob Sie mit der rechten oder linken Maustaste darauf klicken.

In der Grundeinstellung nimmt das Panel in KDE SC 4.5 deutlich weniger Platz ein als in früheren Versionen. Damit gehen allerdings einige Nachteile einher: So ist es zum Beispiel notwendig, dass neue Panel relativ hoch zu ziehen, damit im Systemabschnitt die Symbole untereinander erscheinen. In früheren Versionen war das besser gelöst.

Darüber hinaus wirkt das Uhr-Applet neben den neuen Symbolen ein wenig veraltet. Sehr gut weiß hingegen der separate Setup-Dialog des Systemabschnitts zu gefallen. Hier legen Sie bis ins Detail fest, welche Symbole ständig im Systemabschnitt verweilen sollen und welche Sie bei Inaktivität des dahinter liegenden Programms nicht sehen möchten (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Einstellungen des Systemabschnitts erlauben ein sehr präzises Setup in Bezug auf die darzustellenden Symbole.

Bug oder Feature?

An den Aktivtäten der KDE Software Compilation scheiden sich die Geister seit langem. Mit Version 4.5 machen die Entwickler einen Schritt in die richtige Richtung: Die Komponenten sind einfacher zu handhaben und vor allem selbsterklärender. Das beginnt bereits beim Plasma-Menü in der oberen rechten Ecke. Es wirkt unter KDE 4.5 deutlich übersichtlicher und enthält ein neues Symbol für die Aktivitäten.

Abbildung 4: Ein Symbol macht den Unterschied: Die Aktivitäten sind unter KDE SC 4.5 deutlich besser zu erkennen.

Wählen Sie den Eintrag Aktivitäten aus, erscheint nicht wie bei früheren KDE-Versionen eine verkleinerte Desktop-Ansicht, sondern ähnlich wie beim Hinzufügen von Miniprogrammen eine Leiste am unteren Bildschirmrand. Über diese Leiste wechseln Sie zwischen den einzelnen Aktivitäten und fügen neue hinzu.

Der Wechsel zwischen den einzelnen Aktivitäten gestaltet sich aber weiterhin zu umständlich. Die voreingestellte Kombination [Alt]+[D], gefolgt von [Alt]+[A] funktioniert zwar auf einem leeren Desktop, in der Regel fängt jedoch ein bereits laufendes Programm die Signale ab. Zudem erscheint erst der Auswahldialog. Für einen schnellen Wechsel müssen Sie daher selbst Shortcuts einrichten.

Da wohl kaum jemand mit mehr als drei oder vier Aktivitäten arbeitet, wäre es zum Beispiel einfach, unter dem bereits vorhandenen Plasma-Symbol in der rechten Ecke weitere anzubringen und die jeweils aktive Arbeitsfläche farblich hervorzuheben (Abbildung 5).

Abbildung 5: Hier zeigt ein nachbearbeiteter Screenshot, wie KDE mit weiteren Symbolen auf der rechten Seite den Wechsel zwischen den Aktivitäten einfacher gestalten könnte.

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