Das KDE-Projekt bringt im Monatsrhythmus neue Unterversionen sowie alle sechs Monate eine neue Hauptversion der KDE Software Compilation heraus. Das ursprünglich für den 4. August geplante Release der KDE SC 4.5 verschoben die Entwickler kurzfristig um eine Woche, um die nach dem dritten Release Candidate aufgetauchten Fehler in aller Ruhe zu beheben. Das Warten hat sich gelohnt: Version 4.5 macht einen sehr soliden Eindruck.
Unter der Haube
Nach langem Hin und Her um die Frage KHTML oder Webkit bringt KDE 4.5 zum ersten Mal die HTML-Engine Webkit als eigene KParts-Bibliothek mit. Den Vorgänger KHTML haben die Entwickler um XPath-Abfragen erweitert; er bleibt vorerst Standard.
Möchten Sie Webkit anstelle von KHTML einsetzen, öffnen Sie die KDE-Systemeinstellungen und starten das Modul Dateizuordnungen. Geben Sie hier im Suchfeld html ein, zeigt es zwei Treffer an. Klappen Sie die Einträge unter text aus, markieren Sie den Eintrag html und wechseln Sie rechts auf den Reiter Einbetten. Hier stellen Sie nun WebKit (Kwebkitpart) über den Eintrag KHTML (khtml).
Einen Performance-Vorteil versprechen sich die Entwickler von KSharedDataCache. Über diesen Zwischenspeicher teilen sich die Anwendungen in der neuesten KDE SC den Zugriff auf bestimmte Ressourcen. In der aktuellen Version greifen so sämtliche KDE-Programme auf die im RAM gespeicherten Icons zu, weitere Möglichkeiten folgen.
Verbesserungen erfahren haben auch die KDE-Bindings für die Sprachen Perl, Python und Ruby. Neben dem bisherigen Xine-Backend versteht sich Phonon nun auch auf Pulseaudio. Ein VLC-Backend gibt es mittlerweile auch; dies hat es allerdings nicht mehr in KDE 4.5 geschafft.
Neue Anwendungen
Mit Kajongg bringt KDE SC 4.5 ein neues Spiel mit. Dabei handelt es sich um eine spezielle Mahjongg-Version für vier Spieler. Kajongg ist die erste komplett in Python programmierte KDE-4-Anwendung. Bei der Installation unter OpenSuse 11.3 fehlten dem Spiel zahlreiche Python-Module als Abhängigkeit, darunter python-zopeinterface und python-twisted.
Neben Detailverbesserungen bei einigen weiteren Spielen und den Edu-Anwendungen sticht bei den Neuerungen vor allem der virtuelle Atlas Marble hervor (Abbildung 1): Er verfügt neben einem neuen Routenplaner nun über ein Offline-Feature, das es Ihnen ermöglicht, die für eine Reise benötigten Karten Zuhause heruntergeladen. Unterwegs benötigen Sie keine Internetanbindung mehr.



