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Aktuelles

Neues rund um Linux

23.09.2010

DTP in OpenOffice 3.2 mit Graphite

Zu den Neuerungen von OpenOffice 3.2 zählt der Support für das Font-System Graphite, das auch zahlreiche DTP-Fähigkeiten bietet. Um allerdings die Fähigkeiten des Smart-Font-Formats Graphite nutzen zu können, benötigt man einen Truetype-Zeichensatz mit entsprechender Graphite Font Table – davon gibt es noch relativ wenige. Einen freien Font, der auf der Schrift Linux Libertine basiert und Graphite voll unterstützt, hat László Németh auf der OpenOffice-Konferenz in Budapest vorgestellt. Der Magyar Linux Libertine getaufte Font beherrscht neben Ligaturen, echten Kapitälchen, Brüchen, automatischen Tausenderabständen und Formelnotationen in TeX-Schreibweise zahlreiche weiter Funktionen, die für ein sehr professionelles Schriftbild in OpenOffice sorgen. Möchten Sie selbst mit den Möglichkeiten des Graphite-Supports spielen, so finden Sie auf der Homepage von László Német die Schrift Magyar Linux Libertine unter http://numbertext.org/linux/ zum Download. Die dazu passende Typography-Toolbar laden Sie als ganz normale OpenOffice-Extension unter http://tinyurl.com/lu1010-typo herunter.

Der im Liberation-Font geschriebene Text weist keine Besonderheiten auf (oben) der untere Text im neuen Magyar Linux Libertine Font hingegen schon.

Inkscape mit Spray-Tool und Multipath-Editing

In der neuen Version 0.48 bringt das freie Vektorgrafikprogramm Inkscape (http://inkscape.org) nach neun Monaten Entwicklungszeit neue Tools und Fertigkeiten mit. Als Highlight beschreiben die Macher das neue Spray-Werkzeug, mit dem sich unter anderem einzelne Gegenstände oder Flächen kopieren ("Spray Copy Mode") oder klonen ("Spray Clone Mode") lassen. Diverse Optionen wie Rotation, Skalierung und Anzahl werten das Tool auf. Multipath-Editing ist ein weiteres neues Feature: Es wählt eine beliebige Anzahl Pfade aus und bearbeitet sie gleichzeitig. Auch den Text-Editor hat das Projekt gründlich überarbeitet: Er beherrscht jetzt hochgestellte und tiefgestellte Zeichen sowie Rotation. Die Release Notes (http://tinyurl.com/lu1010-inkscape) nennen alle Neuerungen und Verbesserungen, die teilweise beim Google Summer of Code, aber auch von der Inkscape-Community finanziert wurden.

Inkscape 0.48 mit neuen Werkzeugen wie dem Spray-Tool, das einzelne Gegenstände kopiert und klont. (Bild: Inkscape.org)

GD300: Android in Uniform

Android gibt nicht nur für zahlreiche neue Mobiltelefone und Internet-Tablets den Motor ab: Auch die Rüstungsindustrie beginnt inzwischen offenbar die Qualitäten von Googles Linux-Derivat zu schätzen. So stellte General Dynamics jetzt das auf Android basierende GD300 (http://tinyurl.com/lu1010-gd300) vor, quasi ein Web-Tablet für den Infanteristen. Der kann das 250 Gramm leichte und nur 15 Zentimeter lange System wahlweise am Unterarm oder vor der Brust tragen. In der Grundversion dient es als hochpräzises Sirfstar-III-GPS-Device mit einer selbstzentrierenden Karte auf dem 3,5-Zoll-Touchscreen (800x480 Pixel). Über ein "Rifleman Radio" des Typs AN/PRC-154 lässt es sich aber auch in das Gefechtsfeldkommunikationssystem JTRS der US-Streitkräfte einbinden und ermöglicht dann das Abrufen und Übermitteln taktischer Daten. Das GD300 basiert auf einer ARM-CPU des Typs Cortex A8 mit 600 MHz Taktrate und bringt 256 MByte RAM sowie 8 GByte Flash mit. Für Erweiterungen stellt es einen Micro-SD-Cardslot und einen Mini-USB-Port bereit. Das hochrobuste Gerät nach MIL-STD 810G (entspricht dem zivilen IP 54) läuft laut Herstellerangabe mit einem Standard-1550-mAh-LiIon-Akku rund 8 Stunden unter Volllast, beherrscht aber auch Standby und Hibernation.

Das auch mit behandschuhten Fingern bedienbare Android-Tablet GD300 soll Infanteristen als GPS-Device und taktischer Computer dienen. (Bild: General Dynamics C4 Systems)

Datennotdienst für ExtFS

Die Attingo Datenrettung GmbH (http://www.attingo.com/de) bietet ihre Dienste auch für die Linux-Dateisysteme Ext 2, Ext 3 und Ext 4 an. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Wien stellt eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach Rettung defekter Festplatten mit Linux-Dateisystem fest und hat deshalb über die hauseigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung das erforderliche Know-how zu Linux-Spezifika aufgebaut, teilt Attingo mit. Auch RAID-Verbünde, Datenbanken und fragmentierte Dateien könne man wiederherstellen, neben Festplatten bearbeitet Attingo auch Bänder und USB-Datenträger. Das Unternehmen betreibt in Hamburg ein Technikzentrum mit Reinraum, eine weitere Zweigstelle befindet sich in den Niederlanden.

Indisches Android-Tablet für 35 Dollar

Für sage und schreibe 35 US-Dollar will Indien ein Android-Tablet auf den Markt bringen – mit einer Ausstattung, die kaum Wünsche übrig lässt: Der voll funktionstüchtige Prototyp verfügt über 2 GByte RAM, WLAN, einen resistiven Touchscreen, Mini-SD-, Simcard-, Mini-USB- und USB-Slot sowie einen HDMI-Ausgang (http://tinyurl.com/lu1010-indroid). Der indische Entwicklungsminister Kapil Sibal stellte Indiens Antwort auf das iPad der Öffentlichkeit vor, es soll 1500 indische Rupien (35 US-Dollar) kosten. Über staatliche Subventionen sollen Schüler und Studenten in Indien sogar nur rund 10 Dollar für das Tablet zahlen. Das Gerät wurde von einem Konglomerat indischer Entwicklungszentren (IIT) aus Bombay, Madras und Kanpur konzipiert und soll 2011 auf den Markt kommen.

Kurz notiert

10 Jahre OpenOffice feierte Anfang September die OOo-Community mit einer riesigen Party am Rand der OOo-Konferenz im ungarischen Budapest. Mehrere Konzerte von ungarischen Bands sowie ein rund fünfminütiges Feuerwerk sorgten für gute Stimmung bei Entwicklern, der Community und den Gästen.

Die europäische Open-Source-Lizenz EUPL gewinnt langsam an Fahrt: Rund 50 Sourceforge-Projekte stehen inzwischen unter der seit 2007 existierenden European Public License – letztes Jahr waren es noch Null. Noch einmal so viele Projekte unter der Europa-Lizenz beherbergt OSOR Forge, die Entwickler-Site der Europäischen Kommission (http://tinyurl.com/lu1010-eupl).

Nach rund eineinhalb Jahren Entwicklungszeit liegt die erste stabile KDE-4-Version der privaten Finanzverwaltung KMyMoney (http://kmymoney2.sourceforge.net) vor. Sie arbeitet jetzt mit KWallet zusammen, um Passwörter fürs Online-Banking im System zu speichern, auch die für HBCI zuständige Schnittstelle AqBanking aktualisierten die Entwickler.

Die freie Flash-Umsetzung Lightspark (http://sourceforge.net/projects/lightspark/) spielt in der neuesten Version 0.4.3 auch Video- und Audio-Dateien ab, die mit H.263 oder MP3 kodiert wurden. Zu den weiteren Verbesserungen zählen Unterstützung für elastische Layouts, eine flüssigere Wiedergabe sowie ein Fallback auf den ebenfalls freien Player Gnash für ältere Inhalte.

Die Vorträge der Gnome-Konferenz Guadec 2010 stehen nun als Videodateien zum Download bereit. Streaming, Aufzeichnung und Kodierung übernahmen die Multimedia-Spezialisten der Firmen Fluendo und Flumotion. Sie bezeichnen die Guadec 2010, die vom 26. bis 30. Juli in Den Haag stattfand, als erstes Live-Event, das im neuen Codec Web-M übertragen wurde. Auch die archivierten Videos stehen in diesem vom Google als Open Source freigegebenen Format unter http://www.flumotion.com/first_webm_live_event.php zum Download bereit.

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LinuxUser 06/2012

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