Vor allem Nutzer ohne DSL-Zugang haben ihre liebe Mühe damit, nach der Installation von Ubuntu [1] die teils mehrere hundert MByte umfassenden Aktualisierungen einzuspielen. Im Prinzip profitiert aber jeder von Ubuntus Wartungs-Releases. denn wer von diesen Medien installiert, erhält out of the Box ein stabiles, sicheres und aktuelles System.

Die zweite Seite der Heft-DVD enthält nicht nur den Ubuntu-Desktop zum direkten Booten, sondern zusätzlich den KDE-Ableger Kubuntu [2] in zwei Versionen. Drei ISO-Images (Ubuntu 64 Bit und Alternate sowie die Server-Version) runden das Paket ab.

Frischzellenkur

Wie bei LTS-Versionen üblich, bringt Ubuntu in regelmäßigen Abständen so genannte Maintenance-Releases heraus, die alle zum Veröffentlichungszeitpunkt verfügbaren Updates enthalten. Obwohl Ubuntu 10.04 erst im April dieses Jahres erschien, fällt die Liste der Aktualisierungen sehr lang aus. Alleine mehrere hundert Patches zum Stopfen von Sicherheitslücken wanderten in das Update. Diese betreffen sowohl viele Desktop-Anwendungen, wie Mozilla Firefox oder den Mediaplayer Kaffeine, als auch Systemkomponenten, wie den Kernel und das GUI-Toolkit Qt. Eine vollständige Liste aller behobenen Sicherheitslöcher finden Sie in den Ubuntu Security Notices [3].

Nicht nur Applikationen mit sicherheitskritischen Fehlern spendiert Canonical eine Frischzellenkur. Auch normale Updates flossen in reicher Zahl in die Wartungs-Release ein [4]. Wer jedoch auf neue Programmversionen hofft, sieht sich enttäuscht. Die bietet Canonical in der Regel nur in den neuen Distributions-Releases an. Die aktualisierte Version hievt den Linux-Kernel von Version 2.6.32.21 auf 2.6.32.24, Firefox von 3.6.3 auf 3.6.8. Ubuntus Standard-Desktop kommt jetzt in Version 2.30.2 daher, die Release-Nummer des Paketmanagers Synaptic zeigt 0.63.1.

Auf der DVD

Um die auf der Heft-DVD enthaltenen Ubuntu-Versionen zu nutzen, legen Sie diese mit der Seite B in das Laufwerk ein und starten den Rechner neu. Für jede der drei bootbaren Distributionen wählen Sie im Menü, ob Sie diese Live starten oder installieren möchten. Neben der 32-bittigen Standardvariante von Ubuntu erreichen Sie über das Menü noch den KDE-Ableger Kubuntu in zwei Versionen.

Während sich die eine dieser beiden zum Betrieb auf normalen Desktop-Rechnern eignet, haben die Entwickler die andere speziell für den Einsatz auf Netbooks konzipiert. Als besonderes Merkmal bringt sie eine spezielle Oberfläche mit, die das bequeme Bedienen bei kleinen Displaygröße im Breitformat ermöglicht.

ISO-Images

Im Verzeichnis /iso-images auf der DVD finden Sie darüber hinaus Abbilder von drei weiteren Ubuntu-Versionen, die Sie vor dem Verwenden jedoch auf eine CD brennen müssen. Alternativ starten sie diese in einer virtuellen Maschine, etwa dem kostenfreien Virtualbox [5].

Die Alternate-Version von Ubuntu erlaubt im Gegensatz zur Live-Version die Auswahl von Paketen bei der Installation, was es Ihnen ermöglicht, ein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes System einzurichten. Der Ubuntu-Server kommt ohne Windowmanager, bietet dafür aber die einfache Anwahl bestimmter Rollen, etwa Mail- oder Fileserver. Last but not least schließt die 64-Bit-Variante des Ubuntu-Desktops das Rundum-glücklich-Paket ab.

Glossar

LTS

Im regelmäßigen Abständen (derzeit zwei Jahre) veröffentlicht Canonical Versionen mit besonders langer Supportdauer (Long Term Support). Die Desktop-Variante erhält drei Jahre lang Aktualisierungen; für die Server-Version garantiert das Unternehmen fünf Jahre lang Updates.

Infos

[1] Ubuntu: http://www.ubuntu.com

[2] Kubuntu: http://www.kubuntu.org

[3] Ubuntu Security Notices: http://www.ubuntu.com/usn

[4] Ubuntu Change Summary: https://wiki.ubuntu.com/LucidLynx/ReleaseNotes/ChangeSummary/10.04.1

[5] Virtualbox: http://www.virtualbox.org

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