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Günstig telefonieren mit VoIP

Gnome-Freund SFLphone

Hinter SFLphone [6] steckt der kanadische Linux-Spezialist Savoir-faire Linux [7]. Das Unternehmen bietet Beratung, Software-Entwicklung und Training rund um Linux und Open-Source Software an. SFLphone ist das einzige VoIP-Programm im Test, das ordentlich mit PulseAudio zusammenarbeitet. So können Sie bequem die zu verwendenden Audio-Geräte über die Audio-Einstellungen von GNOME festlegen. Gerade Besitzer von zahlreichen Audio-Geräten (eingebaute Soundkarte, Webcam, Headset) wissen dies zu schätzen.

Ansonsten bietet SFLphone die üblichen Funktionen. Sehr gut gefiel dabei die Auswahl des SIP-Anbieters bei einem Anruf aus dem Adressbuch (Abbildung 3). Video-Telefonate, Echo-Unterdrückung oder Chats über SIP beherrscht das Programm allerdings noch nicht. Doch wer an diesen Funktionen Interesse hat, sollte einen Blick auf die SFLphone-Community [8] werfen. SFL hat für die kommende Version eben diese wichtigen Funktionen angekündigt [9].

Abbildung 3

Abbildung 3: Bei der Auswahl eines Kontakts aus dem Adressbuch verbindet SFLphone automatisch zum richtigen Anbieter.

Die Installation von SFLphone geht unter Debian (Testing) und Ubuntu leicht von der Hand: SFLphone findet sich in den offiziellen Paketquellen von Debian und steckt bislang in Squeeze. Für Ubuntu gibt es extra Paketquellen, die sich auch für den Einsatz mit Debian eignen. Für Fedora sowie OpenSuse gibt es RPM-Pakete, die Sie von der Homepage herunterladen [10]. Experimentierfreudige User finden im Bug-Tracker [11] auch einen reinen Qt-Port des Programms, allerdings müssen sie diesen aufwändig selbst kompilieren.

SFLphone

+ mehrere SIP-Anbieter möglich

+ liest das Adressbuch von Evolution ein

+ Umschalten zwischen SIP-Anbietern einfach

+ PulseAudio-Unterstützung

– keine Echo-Unterdrückung (für die nächste Version geplant)

– keine Videotelefonate (für die nächste Version geplant)

Newcomer Blink

Sehr neu im Rennen ist das Programm Blink [12]. MacOS-Anwender kennen die Anwendung eventuell schon vom Apple-Rechner, da es dort als einzige Open-Source Telefoniesoftware bekannt ist. Erst Mitte August erblickte Blink als öffentliche Beta [13] für Linux das Licht der Welt – und das zeigt sich auch beim Einsatz. So gibt es etwa noch keinen graphischen Einstellungs-Dialog und das Programm liegt bislang nur mit englischsprachiger Oberfläche vor. Doch Blink hat ein paar Stärken gegenüber den anderen vorgestellten Programmen, so dass sich ein kurzer Blick auf das Programm lohnt.

Sie können Blink beispielsweise mit Ihren Account bei Google Mail verknüpfen und die dort hinterlegten Kontakte einlesen (Abbildung 4). Bei den anderen Anwendungen müssten Sie dies mit dem Umweg über Evolution machen. Auch das Umschalten zwischen mehreren SIP-Anbietern gelingt recht leicht: Sie wählen einfach im Kopf der Anwendung den zu verwendenden Anbieter aus. Die Installation unter Ubuntu und Debian stellt ebenfalls keine Hürde dar, denn die Entwickler bieten Paketquellen für Ubuntu Karmic/Lucid und Debian Testing/Unstable an [14].

Abbildung 4

Abbildung 4: Adressbuch und Assistent zum Einrichten eines neuen Accounts bei Blink.

Blink

+ mehrere SIP-Anbieter möglich

+ liest das Adressbuch von Google Mail ein

+ Umschalten zwischen SIP-Anbietern sehr einfach

+ serverlose Telefonie im LAN via Bonjour/Zeroconf

– für Einstellungen gibt es noch keine Oberfläche

– Linux-Version befindet sich noch in den Kinderschuhen

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LinuxUser 05/2014

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