Beim Pavilion dv6 handelt es sich nicht nur um einen der ansehnlichsten Vertreter der neuen Serie, das Notebook bietet auch unter der Haube Attraktives: den neuen Mobile Phenom II X4 P920, AMDs ersten mobilen Quadcore. Als Hauptargument für den Erwerb des schicken Laptops erweist sich jedoch der budgetschonende Preis: Für gerade einmal 760 Euro ermöglicht es dem interessierten Käufer dank des günstigen AMD-Prozessors nun den Einstieg in die Quadcore-Klasse. Dabei weiß das Pavilion dv6 auch in Sachen Hardware durch weitaus mehr als nur die Vierkern-CPU zu gefallen.
Ausstattung
Schon beim Auspacken sorgte das Pavilion dv6 3051sg [1] für einen kleinen Auflauf im Testlabor, kann der schicke 15-Zoll-Laptop doch die Inspiration durch Apple kaum verleugnen. Die beleuchtete schwarze Tastatur (Abbildung 1) weist quadratische, nicht abgeschrägte Tasten auf, getrennt durch Stege. Auf ein Sammelsurium bunt verteilter dedizierter Multimediatasten hat HP verzichtet, lediglich ganz am linken Rand finden sich vier Schnellstartknöpfe in unauffälliger Tastaturoptik – so ein reduzierter Ansatz war bisher Apples Domäne. Bei anderen Herstellern dagegen galt bis dato stets die Maxime: Mehr Knöpfe suggerieren mehr Funktionalität.
HPs neues Designerstück wiegt mit 2,5 Kilogramm deutlich weniger als andere Quadcore-Laptops und etwa genauso viel wie ein 15-Zoll-Macbook-Pro. Mit einer Höhe zwischen 3,2 und 3,6 Zentimeter und den Maßen 378 x 245 Millimeter gerät es allerdings jeweils rund einen Zentimeter dicker und breiter als ein Macbook Pro. Dies fällt jedoch kaum unangenehm auf (Abbildung 2).
Die Oberseiten des Gehäusedeckels und die Oberschale sowie den Rand fertigt HP (ähnlich wie Apple beim Macbook Pro) aus fingerabdruckresistenten und sehr kratzfestem gebürstetem Aluminium. Wem das nicht zusagt, kann den Mobilrechner aber alternativ auch in Schwarz ordern. Bei beiden Modellen überzieht ein dezentes, per Laser graviertes Linienmuster das Gehäuse (Abbildung 3). Auf dem Deckel außen prangt unten rechts ein HP-Logo, das beim Betrieb durch die Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms angestrahlt wird – auch hier lässt Apple wieder grüßen.
Ein Makel findet sich aber doch: Für die Unterseite spendierte HP dem dv6 nur eine Hülle aus dem sattsam bekannten aufgerauten Plastik. Bei anderen Laptops, wie etwa dem Netbook Mini 210, zeigt sich der Hersteller konsequenter und führt das Hüllendesign auf der Unterseite fort. Trotz des etwas lieblosen Plastikbauchstücks wirkt das Pavilion dv6 sehr edel und gut verarbeitet – nur die schwer entfernbaren, hässlichen AMD/ATI/Windows-Sticker stören das Gesamtbild.
Das randlose 15,6-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1366x768 Pixeln spiegelt – und erweist sich somit (inklusive Rand) als Fingerabdruck-Magnet, immerhin als einziger des Geräts: Selbst das Trackpad gibt sich nahezu immun gegen Fingertapser. Das Display besitzt einen guten Betrachtungswinkel und satte Farben, könnte allerdings noch etwas heller ausfallen. Ein Verschlussmechanismus existiert zwar nicht, dennoch lässt sich das Display aufgrund der straffen Gegenfederung nicht mit einer Hand öffnen.
Innere Werte
Nicht nur optisch, sondern auch in Sachen interne Ausstattung muss sich das mit Windows 7 Home Premium (64 Bit) ausgelieferte Gerät nicht verstecken: 4 GByte RAM in zwei Speichersockeln (maximal 8 GByte) und eine 320-GByte-Festplatte (7200 Umdrehungen pro Minute) gibt HP dem Edelgerät mit auf den Weg. Für die Grafik kommt einerseits eine stromsparende integrierte Variante zum Einsatz (Radeon HD 4250 im RS880M-Chipsatz), daneben beherbergt das System aber auch eine per PowerXpress umschaltbare dedizierte Grafikeinheit des Typs Radeon HD 5650 mit 1 GByte Video-RAM.
Als CPU kommt in unserem Testgerät AMDs neuer Mobile Phenom II X4 P920 Quadcore mit 1,6 GHz Taktrate zum Zug. Beim Prozessor dürfen Sie übrigens wählen: Ersetzen Sie den Quadcore durch einen mit 2,8 GHz getakteten Mobile Phenom Dualcore, dann sparen Sie noch einmal 90 Euro am Kaufpreis ein. Darüber hinaus bietet HP auch – allerdings teurere – Varianten mit Intel Core i3, i5 und i7 an.
Die integrierten Funkinterfaces erschöpfen sich in einem WLAN-Adapter nach 802.11 Draft-N – Bluetooth oder einen SIM-Kartenslot sucht man beim Pavilion dv6 vergebens. Als optisches Laufwerk verbaut HP einen DL-DVB-Brenner mit Lightscribe [2]. Die integrierte Webcam bietet zwar nur magere 0,3 Megapixel Auflösung, liefert aber dennoch ein helles und sattes Bild, das jedoch leichte Schärfungsartefakte aufweist. Das Gerät verfügt über einen Fingerabdruckscanner sowie ein recht großes Clickpad mit Bereichsmarkierungen für linke und rechte Maustaste (Abbildung 4).
An Anschlüssen bietet der Pavilion dv6 – bis auf eine angenehme Ausnahme – das Übliche: VGA, GBit-Ethernet, HDMI, 5-in-1-Kartenleser für SD/MMC/MS/MS-Pro/xD und Audioklinke in/out (Abbildung 5). Daneben bringt das Notebook nicht weniger als vier USB-2.0-Ports mit – wobei einer als kombinierte USB-2.0/eSATA-Schnittstelle funktioniert, die eSATA II und damit Transferraten bis zu 300 MByte/s unterstützt. Die USB-Ports erwiesen sich bei Auslieferung als etwas eng und schwergängig. wir mussten sie vor Benutzung erst durch wiederholtes Ein- und Ausstecken etwas ausleiern.



