Will man unterwegs aufs Internet zugreifen oder mal eben ein Dokument austauschen, ist die Suche nach einem Hotspot nicht nur lästig, meist greifen die WLAN-Anbieter auch tief in die Tasche des Kunden. Wesentlich unkomplizierter und ortsunabhängiger klappt der mobile Netzzugriff über das Mobilfunknetz, dank UMTS oft sogar in Quasi-DSL-Geschwindigkeit.
Um diese Art des Datenfunks nutzen, benötigen Sie neben der passenden Hardware auch ein entsprechenden Zugriffsprogramm. Als Multitalent erweist sich hier der freie Vodafone Mobile Connect Card Driver for Linux [1] (im Folgenden kurz: Vodafone Mobile Connect), der ein breites Hardware-Spektrum unterstützt. Anders als der Name vermuten lässt, unterstützt das Programm dabei SIM-Karten aller Mobilfunkanbieter.
Voraussetzungen
Vodafone Mobile Connect arbeitet mit Linux-Kerneln ab der Version 2.6.17 zusammen – alle halbwegs aktuellen Distributionen haben diesen Stand zumindest erreicht oder meist bereits hinter sich gelassen. Im Zweifelsfall finden Sie die Kernel-Version der eingesetzten Distribution heraus, indem Sie auf der Konsole den Befehl uname -sr eingeben.
Bei dem in Python geschriebenen Vodafone Mobile Connect handelt es sich um freie Software, die der GPL unterliegt. Das Programm regelt nicht nur den Datenverkehr, sondern verwaltet über eine auf GTK basierende grafische Oberfläche auch SIM-Karten-Telefonbücher. Daneben eignet es sich auch zum Senden und Empfangen von SMS. Vodafone Mobile Connect unterstützt zwar eine ganze Reihe gängiger UMTS-Sticks, aber bei weitem nicht alle. Die unterstützten Modelle entnehmen Sie der Tabelle "Unterstützte Hardware".
Unterstützte Hardware
| Hersteller | USB | CardBus/ExpressCard |
|---|---|---|
| Huawei | E172, E220, E272, E660 | E870 ExpressCard |
| Option | – | Globetrotter Express HSUPA 7.2 ETNA (GE0301), Colt 129 |
| Novatel | Wireless Ovation MC950D USB Modem | – |
Programm einrichten
Vodafone Mobile Connect Card Driver for Linux finden Sie auf der Website von Betavine Forge [2] zum Download. Die Site stellt Quell- und Binärpakete für eine ganze Reihe gängiger Distributionen zur Verfügung (siehe Tabelle "Distributionen"). Hier empfiehlt es sich, jeweils die neueste Version für die Distribution verfügbare Version herunterzuladen. Diese finden Sie jeweils am Ende der Dateiliste für die entsprechende Distribution. Die folgenden Beispiele erläutern die Installation unter Debian, Ubuntu und deren Derivaten.
Distributionen
| Distribution | Versionen |
|---|---|
| Moblin | 2.1 |
| Mandriva | Free 2010 |
| OpenSuse | 11.0, 11.1, 11.2 |
| Fedora | 10 |
| Debian | 5.0 "Lenny" |
| ohne Versionsangabe | |
| Ubuntu | |
| Ubuntu Netbook Remix | |
| Linux Mint | |
| Dell Mini Netbook Remix | |
Bevor Sie mit der Installation von Vodafone Mobile Connect beginnen, gilt es zu noch zu prüfen, ob auf Ihrem System die beiden Pakete fuse-utils und libfuse2 installiert sind. Das erledigen Sie unter Debian und Ubuntu beispielsweise über den Befehl dpkg -l | grep fuse in einem Terminal. Die Ausgabe sollte der in Listing 1 gleichen. Gegebenenfalls müssen Sie die beiden Pakete nachinstallieren. Das erledigen Sie entweder über den grafischen Paketmanager der eingesetzten oder unter Debian/Ubuntu beispielsweise mit dem Befehl:
# aptitude install fuse-utils libfuse2
Listing 1
$ <B>dpkg -l | grep fuse<B> ii fuse-utils 2.7.4-1.1+lenny1 Filesystem in USErspace (utilities) ii libfuse2 2.7.4-1.1+lenny1 Filesystem in USErspace library ...
Um Vodafone Mobile Connect einzurichten, wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem Sie die DEB-Pakete gespeichert haben, und installieren das Paket mithilfe von Dpkg (Listing 2, Zeile 1). Erscheint dabei keine Fehlermeldung, hat die Installation höchstwahrscheinlich geklappt. Das prüfen Sie wiederum mittels Dpkg (Zeile 3). Nach den beiden Meldungen in den Zeilen 4 und 5 folgen noch einige weitere, die hier jedoch nichts zur Sache tun. Wichtig ist, dass Dpkg als Status: ein install ok installed ausgibt.
Listing 2
# dpkg -i vodafone-mobile-connect_svn20090615_all.deb [...] # dpkg -s vodafone-mobile-connect Package: vodafone-mobile-connect Status: install ok installed [...]
Bei Debian und darauf basierenden Distributionen wie Ubuntu müssen Sie noch dafür sorgen, dass ihr Benutzerkonto Mitglied der Gruppe dip ist – anderenfalls lässt sich später keine Internet-Verbindung herstellen. Zu welchen Gruppen das Benutzerkonto gehört, bringen Sie mittels des Befehls groups in Erfahrung, den Sie auf der Konsole eingeben. Zählt der Account noch nicht zur Gruppe dip, fügen Sie ihn als Root mit dem Befehl addgroup Benutzer
dip hinzu.



