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Mobile Freiheit

Datenkommunikation per UMTS

09.09.2010 Mit dem freien Vodafone Mobile Connect Card Driver for Linux greifen Sie über UMTS auch unterwegs jederzeit auf Ihre Daten zu. Anders als der Name vermuten lässt, unterstützt das Programm die SIM-Karten aller Mobilfunkanbieter.

Will man unterwegs aufs Internet zugreifen oder mal eben ein Dokument austauschen, ist die Suche nach einem Hotspot nicht nur lästig, meist greifen die WLAN-Anbieter auch tief in die Tasche des Kunden. Wesentlich unkomplizierter und ortsunabhängiger klappt der mobile Netzzugriff über das Mobilfunknetz, dank UMTS oft sogar in Quasi-DSL-Geschwindigkeit.

Um diese Art des Datenfunks nutzen, benötigen Sie neben der passenden Hardware auch ein entsprechenden Zugriffsprogramm. Als Multitalent erweist sich hier der freie Vodafone Mobile Connect Card Driver for Linux [1] (im Folgenden kurz: Vodafone Mobile Connect), der ein breites Hardware-Spektrum unterstützt. Anders als der Name vermuten lässt, unterstützt das Programm dabei SIM-Karten aller Mobilfunkanbieter.

Voraussetzungen

Vodafone Mobile Connect arbeitet mit Linux-Kerneln ab der Version 2.6.17 zusammen – alle halbwegs aktuellen Distributionen haben diesen Stand zumindest erreicht oder meist bereits hinter sich gelassen. Im Zweifelsfall finden Sie die Kernel-Version der eingesetzten Distribution heraus, indem Sie auf der Konsole den Befehl uname -sr eingeben.

Bei dem in Python geschriebenen Vodafone Mobile Connect handelt es sich um freie Software, die der GPL unterliegt. Das Programm regelt nicht nur den Datenverkehr, sondern verwaltet über eine auf GTK basierende grafische Oberfläche auch SIM-Karten-Telefonbücher. Daneben eignet es sich auch zum Senden und Empfangen von SMS. Vodafone Mobile Connect unterstützt zwar eine ganze Reihe gängiger UMTS-Sticks, aber bei weitem nicht alle. Die unterstützten Modelle entnehmen Sie der Tabelle "Unterstützte Hardware".

Unterstützte Hardware

Hersteller

USB

CardBus/ExpressCard

Huawei E172, E220, E272, E660 E870 ExpressCard
Option Globetrotter Express HSUPA 7.2 ETNA (GE0301), Colt 129
Novatel Wireless Ovation MC950D USB Modem

Programm einrichten

Vodafone Mobile Connect Card Driver for Linux finden Sie auf der Website von Betavine Forge [2] zum Download. Die Site stellt Quell- und Binärpakete für eine ganze Reihe gängiger Distributionen zur Verfügung (siehe Tabelle "Distributionen"). Hier empfiehlt es sich, jeweils die neueste Version für die Distribution verfügbare Version herunterzuladen. Diese finden Sie jeweils am Ende der Dateiliste für die entsprechende Distribution. Die folgenden Beispiele erläutern die Installation unter Debian, Ubuntu und deren Derivaten.

Distributionen

Distribution

Versionen

Moblin 2.1
Mandriva Free 2010
OpenSuse 11.0, 11.1, 11.2
Fedora 10
Debian 5.0 "Lenny"

ohne Versionsangabe

Ubuntu
Ubuntu Netbook Remix
Linux Mint
Dell Mini Netbook Remix

Bevor Sie mit der Installation von Vodafone Mobile Connect beginnen, gilt es zu noch zu prüfen, ob auf Ihrem System die beiden Pakete fuse-utils und libfuse2 installiert sind. Das erledigen Sie unter Debian und Ubuntu beispielsweise über den Befehl dpkg -l | grep fuse in einem Terminal. Die Ausgabe sollte der in Listing 1 gleichen. Gegebenenfalls müssen Sie die beiden Pakete nachinstallieren. Das erledigen Sie entweder über den grafischen Paketmanager der eingesetzten oder unter Debian/Ubuntu beispielsweise mit dem Befehl:

# aptitude install fuse-utils libfuse2

Listing 1

$ <B>dpkg -l | grep fuse<B>
ii  fuse-utils  2.7.4-1.1+lenny1  Filesystem in USErspace (utilities)
ii  libfuse2    2.7.4-1.1+lenny1  Filesystem in USErspace library
...

Um Vodafone Mobile Connect einzurichten, wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem Sie die DEB-Pakete gespeichert haben, und installieren das Paket mithilfe von Dpkg (Listing 2, Zeile 1). Erscheint dabei keine Fehlermeldung, hat die Installation höchstwahrscheinlich geklappt. Das prüfen Sie wiederum mittels Dpkg (Zeile 3). Nach den beiden Meldungen in den Zeilen 4 und 5 folgen noch einige weitere, die hier jedoch nichts zur Sache tun. Wichtig ist, dass Dpkg als Status: ein install ok installed ausgibt.

Listing 2

# dpkg -i vodafone-mobile-connect_svn20090615_all.deb
[...]
# dpkg -s vodafone-mobile-connect
Package: vodafone-mobile-connect
Status: install ok installed
[...]

Bei Debian und darauf basierenden Distributionen wie Ubuntu müssen Sie noch dafür sorgen, dass ihr Benutzerkonto Mitglied der Gruppe dip ist – anderenfalls lässt sich später keine Internet-Verbindung herstellen. Zu welchen Gruppen das Benutzerkonto gehört, bringen Sie mittels des Befehls groups in Erfahrung, den Sie auf der Konsole eingeben. Zählt der Account noch nicht zur Gruppe dip, fügen Sie ihn als Root mit dem Befehl addgroup Benutzer dip hinzu.

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Kommentare
wvdial ist besser!
Ulrich Lehmkühler (unangemeldet), Mittwoch, 20. Oktober 2010 21:10:13
Ein/Ausklappen

Der "Vodafone Mobile Connect Card Driver for Linux" mag ja funktionieren, doch entweder ist er unnötig, weil die internen Mechanismen ohnehin funktionieren (z.B. der Network-Manager unter Ubuntu bzw. NetDrake unter Mandriva) oder auf der GUI sich durch UMTSMON ersetzen lassen. Letzteres funktioniert inzwischen auch bei 64bittigen Distris.

wvdial hat aber noch einen unschätzbaren Vorteil, es funktioniert auch auf der Kommandozeile, so daß sich auch unterwegs Probleme mit lösen lassen, wenn die GUI gar nicht mehr läuft und man z.b. auf Kommandozeilenversionen der Paketinstaller zurückgreifen muß und der gute alte vim die Konfigurationsdateien bearbeitet.. Die passenden Webbrowser (Links, lynx und w3m) lassen sich so auch unterwegs noch nachinstallieren. UL


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