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Schwaches Debüt

7-Zoll Android-Tablet von Camangi

23.09.2010 Android-Handys gibt es inzwischen wie Sand am Meer, doch die Tablets mit dem vorinstallierten Google-System finden sich eher spärlich. Die Webstation 171 von Camangi gehört zu den Ausnahmen.

Tablets bieten neben dem Surfen per WLAN auch die Möglichkeit, E-Books in vernünftiger Auflösung zu lesen, über das Internet Musik zu hören oder ab und zu eine E-Mail zu verschicken. Als Alternative zum iPad von Apple bietet sich da die Android-basierte Webstation von Camangi an. Zum aktuellen Internetpreis von 275 Euro erhalten Sie eine Hardware mit rund vier bis fünf Stunden Akkulaufzeit (beim Musikhören ohne Display auch über sechs Stunden), einem druckempfindlichen Display und einem zwar veralteten aber flott reagierenden Android 1.5.

Frühstarter

Die Camangi Webstation 171 mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 300 Euro gehört zu den ersten in Deutschland erhältlichen Android-Tablets. Das Display des 7-Zoll-Geräts löst mit 480x800 Bildpunkten auf. Neben einem integrierten Bewegungssensor, WLAN und GPS unterstützt die Webstation auch mobile Breitbandverbindungen.

Dazu müssen Sie allerdings zu einem externen USB-Dongle greifen. Ein integriertes Bluetooth-Modul fehlt dem Tablet ebenso wie eine Webcam. Dafür bringt es einen Micro-SD-Kartenslot mit; eine 8-GByte-Karte befindet sich in der Box. In Deutschland vertreibt die Firma EO-Link [1] die Hardware, von der wir auch das Testgerät bezogen haben.

Neben dem USB-Anschluss für ein UMTS-Modem verfügt die Webstation über einen Mini-USB-Anschluss zum Verbinden mit dem PC, ein eingebautes Mikrofon sowie eine Kopfhörer-Ausgang. Die Qualität der eingebauten Lautsprecher erscheint für die Größe gut und bringt in etwa einen Sound, wie Sie ihn von Notebooks her erwarten dürfen.

Der integrierte Kopfhörerausgang dürfte für den Anschluss an die Hifi-Anlage etwas mehr Leistung mitbringen. Zudem war im Test ein deutliches Grundrauschen zu hören. Die gemessene Akku-Laufzeit von rund fünf Stunden geht für die Display-Größe noch in Ordnung. Im Standby-Modus hält die Batterie der Webstation locker zwei bis drei Tage durch.

Camangi hat der Webstation eine leicht angepasste Android-Oberfläche verpasst. Seit dem neuesten Update vom Juli 2010 [2] lässt sich der Home-Bildschirm auf "Classic Home" umstellen. Dann erhalten Sie die originale Android-Oberfläche. Da es sich bei dem Gerät um kein von Google anerkanntes Android-Gerät handelt, haben Sie von der Webstation aus keinen Zugriff auf den Google-Market.

Serienmäßig basiert die Webstation auf Android 1.5 (Codename "Cupcake"), wobei es bereits drei Updates für das System gibt (in erster Linie Detailverbesserungen und zusätzliche UMTS-Treiber). Trotz anderslautender Quellen im Netz plant der Hersteller vermutlich für das aktuelle Modell kein Update auf Android 2.2. Wer die Webstation mit der neuesten Android-Version nutzen möchte, muss somit eine neue kaufen.

Apps an Bord

Die Webstation bringt eine relativ kleine Auswahl an Anwendungen mit. Dazu gehören der Standard-Bildbetrachter und Medienplayer von Android und ein paar weitere Tools, die bei Android-Handys ebenfalls vorinstalliert sind. Über den Home-Bildschirm finden Sie den Task-Manager, über den Sie nicht mehr benötigte Anwendungen beenden.

Zu den Besonderheiten der Webstation gehört der E-Book-Reader Aldiko. Er lädt freie und kostenpflichtige Bücher aus dem Internet herunter. Sie haben aber auch die Möglichkeit, Epub-Dateien über die SD-Karte zu importieren. Während die Bücherregal-Ansicht in den Test im Hoch- und Querformat funktionierte, ging das Lesen hingegen nur im Querformat. Das irritiert insofern, da die meisten Bücher eigentlich im Hochformat daherkommen. Ein Update sorgt dann für Überraschungen: Mit der allerneuesten Firmware zeigt Aldiko sämtliche Bücher im Hochformat an.

Abbildung 1: Die E-Book-Applikation der Webstation sieht hübsch aus und macht Spaß.

Unter den Apps aus dem Camangi-Market gefiel im Test der Internet-Browser Dolphin (nicht zu verwechseln mit dem KDE-Dateimanager) am besten. Er bringt ein sehr gutes Kontextmenü mit, über das es zum Beispiel einfacher fällt, Downloads zu handhaben, als mit dem Standard-Browser von Android.

Seltsamerweise fanden wir im Market kein Programm, das den integrierten GPS-Empfänger nutzt (der vorhandene Open GPS Tracker funktioniert nur mit Android 1.6 und neueren Versionen). Der GPS-Sensor beißt sich zudem nach unseren Erfahrungen mit dem WLAN-Modul. Sind beide aktiv, kommt keine WLAN-Verbindung zu Stande.

Die Camangi Webstation eignet sich in der aktuellen Version nicht wirklich als Video-Player. Von unseren Testdateien spielte sie kaum eine ab. Suchen Sie also einen portablen Medienplayer, dann ist die Webstation das falsche Produkt.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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