Scharfe Sachen

Vor allem Kompakt- und Bridge-Kameras neigen wegen des kleinen Bildsensors bei schlechten Lichtverhältnissen oder hohen ISO-Werten zum Bildrauschen.

Das passende Werkzeug, um es abzumildern, finden Sie in der Rubrik Detail. Mit dem Luminanz-Rauschfilter verringern Sie das Rauschen im Helligkeitskanal, der Farb-Rauschfilter unterdrückt es in den Farbkanälen. Wenden Sie jedoch beide nur behutsam aufs Bild an, da andernfalls leicht Bilddetails verloren gehen.

Wertvolle Hilfe leistet hier die Lupenfunktion, die Sie mit der Checkbox Detail am unteren rechten Bildrand aktivieren. Damit erscheint im Bild oben ein rotes Rechteck, mit dem Sie den Ausschnitt festlegen, den Rawtherapee unten links einblendet. Die Detailstufe bestimmten Sie mit den Minus- und Plus-Knöpfen daneben (Abbildung 5). Das Auswahlrechteck verschieben Sie mit der Maus.

Abbildung 5: Wenn es aufs Detail ankommt, dann bietet die Lupenfunktion von Rawtherapee eine wertvolle Hilfestellung.

Leicht unscharfen Bildern rücken Sie mit der Funktion Schärfen zu Leibe. Es stehen dafür die Optionen Unscharf maskieren und R-L Bildrestaurierung zur Verfügung. Die altbewährte Technik des unscharfen Maskierens bieten viele Bildbearbeitungsprogramme an, so etwa auch Gimp. Sowohl beim Rauschentfernen als auch beim Nachschärfen zeigt Rawtherapee das Ergebnis jedoch nicht wie gewohnt sofort im Bild an, sondern nur in der Lupenansicht. Diese sollten Sie deswegen bei solchen Modifikationen in jedem Fall aktivieren. Zu starkes Nachschärfen erzeugt um die Kanten sogenannte Halos, also Lichthöfe. Das Aktivieren der Checkbox Halo-Kontrolle reduziert sie.

Generell gilt: Schärfe- und Rauschfilter heben sich teilweise gegenseitig auf. Unabhängig davon verstärkt nachträgliches Schärfen ein vorhandenes Bildrauschen.

Licht an…

Sämtliche Funktionen zum Abgleich von Helligkeit und Kontrast finden Sie nach Themen sortiert im Reiter Belichtung des Bearbeitungsmenüs. Grundlegende Regler für Belichtungskorrektur, Helligkeit und Kontrast offeriert die gleichnamige Rubrik Belichtung. Sie enthält auch eine Unterrubrik namens Tonwertkurve. Diese entspricht in ihrer Funktion einem Audio-Equalizer und erlaubt das detaillierte Abschwächen oder Erhöhen bestimmter Helligkeitswerte im Bild von Schwarz (links) bis Weiß (rechts).

Jeder Klick auf die Linie fügt einen Knoten hinzu, den Sie als Anfasser nutzen und damit die Kurve nach Belieben verändern. Zur Kontrolle blendet Rawtherapee links oben ein RGB-Histogramm ein, das die Helligkeitsverteilung im Bild anzeigt. Ein Klick auf die beiden Warndreiecke in der Icon-Leiste über dem Bild hebt zu helle und dunkle Passagen zusätzlich hervor (Abbildung 6).

Abbildung 6: Rawtherapee unterstützt Sie mit verschiedenen Hilfsmitteln wie dem RGB-Histogramm, Ihr Bild korrekt zu belichten.

Um zu helle oder zu dunkle Bildpartien zu korrigieren, stellt das Programm unter Schatten/Lichter das passende Werkzeug bereit. So bewirkt das Verschieben des Reglers Lichter den Angleich zu heller Passagen an die Gesamthelligkeit des Bildes. Ähnlich verhält es sich mit Schatten für dunkle Bereiche. In beiden Fällen kommt es unter Umständen zu erhöhtem Bildrauschen.

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