Zuschneiden und ausrichten

Neben den RAW-Aufnahmen verarbeitet das Programm auch Bilder anderer Formate, etwa PNG, TIFF oder JPEG. An der Vorgehensweise, dass es die Bilder verlustfrei behandelt, ändert sich dabei nichts. Aufnahmen laden Sie mit einem Doppelklick auf die Vorschauansicht ins Hauptfenster. Die vorgenommenen Änderungen zeigt das Programm meist in Echtzeit im Bild an. Um die Arbeitsfläche zum Bearbeiten zu vergrößern, klicken Sie in der Iconleiste oben auf die Pfeile neben H und F. Damit blenden Sie die Dateiverwaltung und das Histogramm samt Bearbeitungsverlauf aus.

Um den Bildausschnitt zu ändern, wählen Sie aus der Schalterleiste über dem Bild das Icon mit dem stilisierten Viereck und ziehen danach mit der Maus den Bereich auf, den Sie berücksichtigen möchten. Fahren sie nun mit der Maus über die Ränder, erscheint der Mauszeiger als Doppelspitze, die das nachträgliche Anpassen der Größe durch Ziehen ermöglicht. Um den Ausschnitt zu verschieben, drücken Sie zunächst [Umschalt] und platzieren ihn dann mit der Maus am gewünschten Ort.

Möchten Sie die Standardformatvorgabe 2:3 ändern, wechseln Sie in den Reiter Verändern. Unterhalb von Wähle Ausschnitt legen Sie das neue Format fest, etwa 3:4 oder 16:10. Klicken Sie auf Autoausschnitt, dann grenzt Rawtherapee das Bild auf das voreingestellte Format ein. Das Deaktivieren der Checkbox vor Festes Format ermöglicht es, den Ausschnitt frei zu wählen.

Schiefe Horizonte gleichen Sie am einfachsten damit aus, dass Sie in der gleichen Kategorie Wähle Leitlinie anklicken und danach eine horizontale oder vertikale Linie im Bild mit der Maus nachfahren. Nach dem Loslassen der Maustaste richtet Rawtherapee die Aufnahme daran aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit der Leitlinie richten Sie jedes Bild in Sekunden exakt gerade aus.

In der gleichen Rubrik finden Sie Werkzeuge, um vom Objekt verursachte Fehler auszugleichen. Am häufigsten tritt die so genannte Vignettierung in Erscheinung, bei der das Bild zu den Ecken hin abdunkelt. Abhilfe schaffen die Regler unter Korrektur Randlichtabfall. Während Menge die Intensität beschreibt, stellen Sie mit Radius den Durchmesser des imaginären Kreises ein, ab dem Rawtherapee das Bild aufhellt.

Chromatische Abberationen (Farbsäume an Kontrastkanten) reduzieren Sie im Abschnitt Farbsaum-Entfernung. Vor allem Weitwinkelobjektive neigen dazu, Bilder nach außen hin zu kissenförmig zu verzeichnen. Diesem Effekt begegnen Sie mit dem Regler im Abschnitt Entzerrung.

Farbenspiel

Speziell bei Mischlicht und ungünstigen Lichtverhältnissen kommt es vor, dass der automatische Weißabgleich der Kamera versagt, sodass Sie nachjustieren müssen.

Am einfachsten erledigen Sie das mit einem Klick auf das Pinzettensymbol in der Iconleiste über dem Bild. Navigieren Sie dann in einen möglichst neutralen grauen oder weißen Bildbereich. Zur Kontrolle erscheint am oberen Bildrand die RGB-Farbe des angewählten Pixels als Ziffernwert. Einen passenden Bereich erkennen Sie daran, dass die drei Farbwerte nur wenig voneinander abweichen. Beim Klick auf den gewählten Bereich passt Rawtherapee die Farbtemperatur des Bilds an die Vorgabe an. Das wiederholen Sie so lange, bis das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht.

Alternativ bietet das Programm im Reiter Farbe diverse Schieberegler, mit denen Sie die Farbtemperatur direkt einstellen (Abbildung 4). Voreinstellungen wie Sonnenlicht oder bewölkter Himmel fehlen jedoch. Eine sehr präzise Feinjustage gestattet der Abschnitt Kanalmixer, der für jede der Grundfarben (Rot, Grün, Blau) wiederum drei RGB-Regler bereitstellt. Die Farbsättigung erhöhen Sie speziell bei flauen Bildern im Abschnitt Farbverstärkung.

Abbildung 4: Zum Farbabgleich bietet Rawtherapee eine Reihe von Möglichkeiten. Die einfachste stellt das Pinzettenwerkzeug dar, mit dem Sie einen farbneutralen Bereich im Bild anklicken.

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