Distributions-News

Neues rund um Distributionen

19.08.2010

Parted Magic 5 spricht Deutsch

Mit deutlichen Verbesserungen gegenüber der 4.x-Serie wartet Parted Magic 5 auf, die Live-Distribution mit Tools zum Partitionieren von Festplatten. Als besonders praktisch erweist sich die jetzt verfügbare Lokalisierung in zahlreichen Sprachen, darunter auch Deutsch. Die Sprachauswahl erfolgt im Bootmenü und konfiguriert auch die Tastaturbelegung entsprechend. Als Kernel kommt jetzt Linux 2.6.34.1 zum Einsatz, für eine grafische Oberfläche sorgt der X.org-Server 1.7.7, als Shell dient die Bash 4.1. Die Kernkomponente der Distribution, der grafische Partitionseditor Gparted, liegt nun in Version 0.6.1 vor. Daneben bringt Parted Magic zahlreiche nützliche Systemwerkzeuge mit, darunter Clonezilla, Ghost4Linux, PhotoRec/Testdisk, Truecrypt oder auch den Browser Chrome und den komfortablen FTP-Client LFTP. Parted Magic 5.0 steht in Form von ZIP-Archiven mit dem ISO beziehungsweise einem Image für USB-Speichermedien zum Download bereit. Die beiden jeweils rund 100 MByte großen Dateien finden Sie auch auf der Heft-DVD dieser Ausgabe.

Parted Magic 5.0 wurde gründlich überarbeitet und endlich auch deutsch lokalisiert.

Debian-Images unkompliziert im Web generieren

Der Debian-Entwickler Chris Lamb hat eine Webanwendung geschrieben, die Live-Images der Linux-Distribution für CDs/DVDs und USB-Medien baut. Nach einer Registrierung mit Username und E-Mail-Adresse legen Sie im kostenlosen Debian Live Studio (http://studio.debian.net) die gewünschten Konfigurationen im Browser an. Dabei reicht die Auswahl vom minimalen Rettungssystem über Debian-Standard-Images bis hin zu Desktop-Systemen mit Gnome, KDE, LXDE oder XFCE. Daneben gibt es Optionen wie den gewünschten Debian-Zweig ("Lenny"/"Squeeze"/"Sid"), den Image-Typ und die Architektur, wobei momentan nur Intel-Systeme in 32 und 64 Bit zur Auswahl stehen. Das System generiert dann das angeforderte Image und schickt nach dessen Fertigstellung einen Download-Link an das angegebenen Mail-Konto. Anders als der ähnlich geartete Debian-Live-Helper (http://live-helper.debian.net, siehe News der letzten Ausgabe) führt das Debian Live Studio den Anwender mit ganz einfachen Fragen zum fertigen Image, sodass es sich insbesondere für Ein- und Umsteiger perfekt eignet. Lamb betreibt sein Studio derzeit auf einem preiswerten Hosting-Account, sodass regelmäßig der verfügbare Plattenplatz zuläuft. Daher bittet er zufriedene Anwender um einen kleinen Beitrag, mit dem er das Angebot auf eine bessere Plattform upgraden könnte.

Das Debian Live Studio baut mit wenigen Angaben des Benutzers maßgeschneiderte CD/DVD- und USB-Images. Derzeit hapert es aber noch am Hosting.

Mandrivauser.de präsentiert schlanke MUD-LXDE-Edition

Nach einer kurzen, aber aktiven Testphase hat die deutsche Mandriva-Anwender-Community (kurz: MUD, http://www.mandriva-user.de) Anfang August die MUD-LXDE-Edition von Mandriva Linux 2010 Spring veröffentlicht. Die Maintainerin tigger-gg legte bei der Zusammenstellung der Anwendersoftware den Fokus auf ein schlankes, schnelles und ressourcenschonendes Live-System, das sich auch auf Netbooks oder schwächer ausgestatteten PCs installieren lässt. Die Neuerungen gegenüber der vorherigen Version beschränken sich nicht auf die Aktualisierung im Rahmen der neuen Mandriva-Version: Als Displaymanager fungiert nicht mehr die Gnome-Ausgabe, sondern das LXDE-Pendant LXDM, das laut MUD eine spürbare Beschleunigung beim Aufbau der grafischen Umgebung bewirkt. Der Browser Chromium und Claws-Mail ersetzen die Seamonkey-Suite, der Dateimanager PCmanFM liegt in der neuesten Version bei, und tigger-gg fügte viele nützliche Tools hinzu. Das ISO-Abbild der MUD-LXDE-Edition (http://tinyurl.com/lu1009-mudlxde) umfasst 672 MByte und lässt sich sowohl auf CD brennen als auch per dd oder mandriva-seed auf USB-Sticks transferieren.

Schlank, schnell, schick: Die mit zahlreichen Zusatztools aufgewertete MUD-LXDE-Edition von Mandriva 2010.1. (Bild: Mandrivauser.de)

Ubuntu-Paketmanager patzt mit Installationsmedien

Der Ubuntu-Hersteller Canonical hat offenbar einen Fehler in der der Paketverwaltung Apt übersehen, der die nachträgliche Paketinstallation von der Installations-DVD unmöglich macht: Möchte ein Ubuntu-Anwender Pakete von seiner Installations-DVD installieren, sieht er in der Regel nur die Fehlermeldung Fehlschlag beim Holen von cdrom: Datei nicht gefunden. Im Klartext heißt das, dass sich aus dem auf dem optischen Datenträger enthaltenen Repository nichts installieren lässt.

Der Grund dafür: Canonical änderte in Version 10.04 die Einhängepunkte für CDs und DVDs von /cdrom in /media. Apt berücksichtigt das aber nicht durchgehend: Zwar klappt die Installation einzelner Pakete ohne Abhängigkeiten, bei mehr als einem Paket sucht der Paketmanager jedoch im alten Pfad. Zwar existiert im Ubuntu-Launchpad bereits ein entsprechender Bug-Report (http://tinyurl.com/lu1009-apt), behoben wurde der Fehler bisher aber noch nicht.

Der Fehler verhindert auch das nachträgliche Hinzufügen von DVDs über grafische Apt-Frontends wie Synaptic oder KPackageKit. Auf der Kommandozeile klappt es hingegen mit dem Aufruf sudo apt-cdrom add. Als Workaround hilft ein symbolischer Link von /media/apt/ (respektive /media/Datenträger/ auf /cdrom) mittels des Befehls ln -s /media/apt/* /cdrom/. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass Apt dieses Verzeichnis erst erzeugt, sobald es das Medium als Installationsquelle verwendet.

Neuer OpenSuse-Community-Manager

Der KDE-Entwickler Jos Poortvliet wird als Nachfolger von Joe 'Zonker' Brockmeier neuer Community-Manager bei OpenSuse. Der Niederländer engagierte sich bisher sehr stark im KDE-Marketing-Team und half unter anderem auch bei der Organisation der KDE-Akademy-Konferenzen. Wie Poortvliet in seinem Blog berichtet, sieht er seinen neuen Job weniger als Community-Management, sondern will sich eher als Mittler zwischen der OpenSuse-Gemeinde und Novell betätigen (http://tinyurl.com/lu1009-poortvliet).

KURZ NOTIERT

Die von Automobilherstellern wie BMW, GM und PSA sowie deren Zulieferern gegründete Genivi-Initiative für In-Vehicle-Infotainment (http://genivi.org) hat Meego als Softwareplattform ausgewählt. Das von Intel und Nokia gemeinsam angestoßene Mobil-Linux soll künftig Navis, Car-Entertainment-Systeme sowie die Schnittstellen zwischen Geräten, Fahrzeugkomponenten und Internet betreiben (http://tinyurl.com/lu1009-meego).

Das Sicherheitsprojekt Damn Vulnerable Linux (DVL, http://www.damnvulnerablelinux.org) stellt ein ISO-Image mit einer komplett "löchrigen" Distribution zur Verfügung. Die Entwickler haben DVL mit kaputter und fehlkonfigurierter Software vollgestopft, um Studenten ein Studienobjekt für Angriffsmethoden wie Reverse Code Engineering oder das Ausnutzen von Buffer Overflows an die Hand zu geben.

Das minimalistische, gerade einmal 11 MByte große Desktop-Linux Tiny Core 3.0 (http://tinycorelinux.com) basiert auf dem Kernel 2.6.33.3, Glibc 2.11.1, GCC 4.4.3 und dem Multifunktionsbinary Busybox 1.17.0. Die neue Version unterstützt Ext4 sowie RAIDs und kann mit XZ-komprimierten Dateien umgehen. Ein komprimierter Swap im Arbeitsspeicher soll für längere Laufzeiten und weniger Abstürze durch Speichermangel sorgen.

Am 23. Juli hat das OpenSuse-Team das letzte offizielle Update für OpenSuse 11.0 veröffentlicht. Damit endete nach 25 Monaten der Lebenszyklus der Version (http://tinyurl.com/lu1009-suse11). Weitere Patches wird es nicht mehr geben – höchste Zeit also für ein Update auf die neue OpenSuse 11.3.

Mit einem Anteil von rund 30 Prozent aller Linux-Webserver ist CentOS mittlerweile die beliebteste Distribution für den Servereinsatz im Internet. Debian und die CentOS-Mutterdistribution Red Hat belegen leicht abgeschlagen die Plätze 2 und 3. Das ergab jetzt eine Untersuchung von Web Technology Surveys (http://tinyurl.com/lu1009-w3techs).

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