HDR für Faule
HDR-Workflow ohne Stativ und Mausklicks
Was tun mit HDR?
Eine HDR-Datei an sich enthält derart viele Bildinformationen, dass kein Drucker oder auch nur annähernd bezahlbarer Bildschirm sie tatsächlich anzeigt. Um einen Eindruck zu gewinnen, nutzen Sie das Anzeigeprogramm Pfsview (pfsin bild.hdr | pfsview, Abbildung 5).
Mit Pfsview erforschen Sie die verschiedenen Helligkeitsbereiche und sehen so, was in der Aufnahme steckt. Zur normalen Anzeige oder zum Druck konvertieren weitere Programmkaskaden das HDR-Bild in herkömmliche Formate. Die Herausforderung liegt dabei im Umsetzen des großen Helligkeitsumfangs in den normalen Bereich. Es geht dabei um die Kompression oder, mathematisch allgemeiner ausgedrückt, um das Abbilden ("Mapping") der Ausgangstonwerte in die Zieltonwerte. Daher stammt der Begriff Tone-Mapping.
Eine Möglichkeit bietet das gleichmäßige Verkleinern des gesamten Helligkeitsbereichs. Durch das Abnehmen des Kontrastes entstehen aber flaue und langweilige Bilder. Verschiedene intelligente Algorithmen versuchen dagegen, den lokalen Kontrast zu erhalten und gleichzeitig den globalen Kontrast zu reduzieren. Je nach Ausprägung entstehen so realistische, dramatische oder sogar psychedelische Bilder, da als Nebeneffekt mit der Kontraständerung oft eine Farbänderung einhergeht.
Linux-Anwendern stehen sieben verschiedene, parametergesteuerte Algorithmen für das Tonemapping im Paket Pfstmo zur Verfügung. Allerdings besitzt das Programm keine GUI, um die Auswirkungen beim Ändern von Parametern direkt anzuzeigen.
Einfacher per Skript
Wer sich zum ersten Mal mit HDR beschäftigt, sollte auf alle Fälle den Weg über Qtpfsgui gehen. Die grafische Oberfläche vermittelt ein Gefühl für die Möglichkeiten. Wer aber regelmäßig HDRs erzeugt, vergeudet damit zu viel Zeit, denn aus fotografischer Sicht gibt es nur wenige wirklich sinnvolle Verfahren und Parameterkombinationen.
Das Hdrff-Script implementiert zwei Mappings (Mantiuk und Fattal) jeweils mit Parametern, die eine einigermaßen realistische Ausgabe erzeugen (Listing 1, Zeilen 52 bis 55 und 58 bis 61). Möchten Sie die einzelnen Parameter des Skripts noch etwas tunen, landen Sie wieder beim Versuchsverfahren der GUI – nur ohne deren Komfort. Erfahrungsgemäß erzeugt Fattal dramatischere Bilder als Mantiuk, zeigt sich aber anfälliger für Artefakte.



