HDR für Faule
HDR-Workflow ohne Stativ und Mausklicks
Finetuning per Gimp
Von allen hier beschriebenen Schritten dauert das rechenintensive Tone-Mapping am längsten – auch deswegen, weil den Verfahren eine Multicore-Unterstützung fehlt. Deshalb bearbeiten Sie einmal errechnete Bilder besser weiter, anstatt sie neu zu berechnen.
Ein Script aus den Tiefen des Internets [4], das auch die Vorlage für Hdrff bildet, bietet hier die Lösung: Es lädt alle drei LDR-Varianten (Enfuse, Mantiuk und Fattal) als Ebenen in Gimp, wo es per Ebenentransparenz die Bilder zusammenmischt (Abbildung 6).
Dank Gimps Skriptingfähigkeit ist dazu keine Handarbeit nötig. Der GNU-Bildeditor speichert Dateien nativ im XCF-Format ab, und das Hdrff-Script erzeugt so eine Datei mit drei Ebenen, quasi als Endergebnis des automatisierten HDR-Workflows. Um aus dem Rohdiamant schließlich einen fertigen Edelstein zu machen, steht ab hier die übliche Handarbeit an.
Fazit
Linux bietet etwas, wovon Windows-Anwender noch nicht einmal träumen: das vollständige Automatisieren immer wiederkehrender Routinearbeiten. Das spart letztlich viel Zeit für das Wesentliche. Diese Fähigkeit macht sich das Hdrff-Script zunutze und produziert beinahe auf Knopfdruck automatisch fertige HDR-Bilder.
Als weiteres Highlight erfordert diese Technik keine im Bildauschnitt identischen Bilder – auch Freihandaufnahmen eignen sich als Grundlage. Hier kapitulieren sogar teuere Windows-Programme wie Photomatix [5].
Infos
[1] Hdrff: http://www.linuxuser.de/Downloads/2010/09/hdr/
[2] Exiftool: Andreas Bohle, "Alles im Griff", LU 09/2010, S. 30, http://www.linux-community.de/artikel/21636
[3] Ptpfsgui: http://qtpfsgui.sourceforge.net
[4] Ursprüngliches HDR-Script: http://sites.google.com/site/timetre/createHDR.sh
[5] Photomatix: http://www.hdrsoft.com



